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The Antman von Marc Meyer

Rezension von Michael Bernhardt

 

the Antman. Mexikanischer Spaghetti-Western – aber bitte mit Soße!

Myrmecophobiker bekommen hier ihre ultimative Schocktherapie & und alle anderen nach der Lektüre von the Antman die Myrmecophobie. Denn wie sollte es anders sein, in dem Roman von Marc Meyer geht es um die kleinen, schwarzen Plagegeister namens Ameisen & einen uralten mexikanischen Mythos.

Dieses Jahr im Mai erschien das Buch zum Film the Antman, welcher im Rahmen der Planet B Reihe auf den Fantasy Film Festen 2002 präsentiert wurde & dann auch Ende Januar 2003 regulär in die Kinos kam. Die Zuschauer waren in ihren Kritiken zwar geteilter Meinung – von grottenschlecht bis echt genial – aber in Spanien wurde der Film beispielsweise als „Best fantastic picture form europe“ nominiert. Für die meisten war aber unter der Kategorie „Trash“ Spaß garantiert & dies wird auch vom gleichnamigen Buch geboten. Vom 1996 zur Förderungen deutscher Autoren gegründeten BLITZ-Verlag wurde der Roman publiziert, mit dem Marc Meyer sein Erstlingswerk präsentiert & den Leser in ein siedendheißes, gottverfluchtes, aus allen Poren schwitzendes, und ziemlich abgedrehtes Mexiko entführt.

Auf 252 Seiten wird die Geschichte von Comandante & Monsterjäger Don José de Alvarez und seiner heißen Braut, der Starreporterin Bella Bonita erzählt: In Mexiko City geht seit einiger Zeit ein grausames Ungetüm, von den Medien auf El Bicho – das Vieh – getauft, um & mordet sich auf bestialische Weise durch die Millionenmetropole. Niemand scheint es aufhalten zu können, doch Don José ist der einzige Mensch auf dem Planten, der schon mehrere Konfrontationen mit dem Monstrum überstanden hat. Und schließlich gelingt ihm, mehr durch Glück als Verstand, das Unerwartete: El Bicho wird von ihm gegrillt! Doch während dieser letzten Schlacht hat der Volksheld eine seltsame Vision – eine Vision die ihn & Bella schließlich in die Weiten der mexikanischen Wüste führt. Nach Campo del Sol, ins Land der Sonne, dem gottverlassenen Geburtsort von Don José. Hier will das Paar eine neue Zukunft zwischen Sand & Ruinen beginnen, doch tatsächlich ist es die dunkle Familienvergangenheit der Alvarez’ welche die beiden plötzlich in der Gestalt des Loco Satano einholt & übermannt. Campo del Sol, die Wurzel allen Übels! Und überall krabbeln die winzigen, kleinen Plagegeister. Während unterm Wüstensand ein altes Geheimnis lauert...

In the Antman wird dem Leser eine schräge Mischung aus Horror, Kitsch, Latino-Western und Pulpaction a la „Indiana Jones“ geboten. Die Szenerie ist intensiv & quicklebendig beschrieben, katapultiert den Leser mitten ins Geschehen hinein. Die Charaktere sind famos, und die Nebendarsteller – ganzgleich ob die fetten, stoischen Generäle Gamo & Pargo, der wortkarge Indianer Fumigimo, oder die schießwütige Bürgermeisterin von Campo des Sol – brauchen einen Vergleich mit den Hauptcharakteren nicht zu scheuen. Jeden präsentiert Meyer als Unikat & bindet ihn geschickt in die Geschichte ein. Allein der sich gelegentlich vollziehende Wechsel, zwischen überzogen amüsantem Splatter & tiefgehender Ernsthaftigkeit, wirkt überraschend, und mag beim Leser den Eindruck eines Stimmung-Slaloms hinterlassen. Was unter anderem dazu führt, dass man nicht recht weiß, ob man dem Autor nicht Unrecht tut, wenn man das Buch einfach mit der Kategorie „Trashlektüre“ abspeist. Diesen Punkt außenvorgelassen, serviert Marc Meyer mit the Antman dennoch zweifelsohne deftige Kost, aber unter der Kategorie „Trash“ gelesen, vom Autor mit einer ordentlichen Portion schwarzem Humor garniert, und zeitweise mit ziemlich nachdenklich ernsten Passagen, kommt ein ziemlich gelungenes Buch daher. Spannung & natürlich Ekel garantiert. Auf einer Skala von 1 (bodenlosschlecht) bis 5 (besondere Delikatesse) bekommt the Antman sofort eine 4 – vorrausgesetzt man geht nicht Bier ernst an die Sache ran & kann auch mal ein Auge zu drücken. the Antman ist sicherlich auch eine Wahl für Leser, die mit dem Genre bisher keine Berührung hatten – vorrausgesetzt der Magen hält genug aus & man hat keinen Ameisenhaufen im Garten!

 

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Eure Meinung:


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Buch:

Titel: The Antman

Autor: Marc Meyer

Verlag: Blitz-Verlag

Exotic-Horror

256 Seiten Paperback

Best.-Nr. 2121 - 12.90 EUR

Erhältlich bei: Amazon

 

weitere Infos:


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Erstellt: 07.06.2005, zuletzt aktualisiert: 19.04.2017 10:58