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Tochter der Dunkelheit von Tanya Carpenter

Reihe: Ruf des Blutes Bd. 1

Rezension von Carina Schöning

 

Rezension:

„Tochter der Dunkelheit“ ist der Debütroman der deutschen Autorin Tanya Capenter alias Tanja Zimmermann und gleichzeitig auch der Auftakt zu ihrer düsteren Vampirreihe „Ruf des Blutes“, die derzeit aus drei Bänden besteht. Der vierte Teil “Unschuldsblut“ wird wahrscheinlich erst im Frühjahr 2010 erscheinen.

 

Die junge Melissa Ravenwood kehrt nach bestandenem Examen an der Universität in Glasgow zurück zu ihrer Großmutter außerhalb von Thedford/ England. Ihre Eltern waren schon früh bei einem Unfall verstorben und die ausgebildete Wicca Priesterin Margret Crest nahm das verschüchterte, aber wissbegierige Mädchen bei sich auf und lernte ihr die Traditionen der Großen Muttergöttin. Melissa stellte sich schnell als äußerst begabt für paranormale und magische Aktivitäten heraus und sollte Margrets Nachfolgerin werden, aber sie kehrte später dem Hexenzirkel den Rücken, um in Glasgow verstärkt ihrer Leidenschaft für Geschichte und Archäologie nachgehen zu können. Während die frischgebackene Absolventin nun am liebsten nach Ägypten zu einer Ausgrabung fahren würde, verfolgt ihre Großmutter ganz eigene Pläne mit der talentierten Enkelin. Kaum zuhause angekommen, überschlagen sich die Ereignisse und Melissas Leben wird komplett umgekrempelt. Nachts bekommt sie Besuch von dem äußerst gutaussehenden Vampir Armand de Toulourbet, der ihr ein wenig von ihrer geheimnisvollen Vergangenheit erzählt und gleichzeitig einen Vorgeschmack auf die bevorstehenden Veränderungen gibt. Am nächsten Tag stellt Melissa selbst Nachforschungen an und stößt dabei auf Margrets Aufzeichnungen und ein schier unglaubliches Geheimnis. Ihre angebliche Großmutter hat so einiges vor ihrer Enkelin verborgen, aber Melissa kommt nicht mehr dazu sie zur Rede zu stellen, denn plötzlich eskaliert die Situation. Die junge Archäologin wird von den Hexen des Zirkels gefangen genommen und in einem Schuppen im Wald von Bylden Wood versteckt. Gerettet von Armand, findet Melissa später Unterschlupf in London in Gorlem Manor, dem Mutterhaus der Ashera. Dies ist ein Orden zur Erforschung paranormaler Wesen und magischer Artefakte. Aufgrund ihrer Erziehung hat Melissa schon immer an Geister und Dämonen geglaubt, aber deren tatsächliche Existenz zu kennen ist doch etwas anderes. Fortan wird sie vom Leiter Franklin Smithers und der Hexe Camille Arijout in ihren Fähigkeiten weiter ausgebildet und darf letztendlich auch die verschiedensten Missionen begleiten. In dem gefährlichen und sinnlichen Vampir Armand findet sie schließlich mehr als nur einen Freund. Doch auch bei der Ashera ist eine Verbindung zwischen Mensch und Vampir nicht gerne gesehen.

 

„Tochter der Dunkelheit“ ist eine abwechslungsreiche Mischung aus Mystery und Vampirroman mit starkem Einschlag in der Esoterik und Erotik Ecke. Die deutsche Autorin, selbst bekennende Wicca Anhängerin, lässt einiges an Hintergrundwissen erkennen und beschreibt auch ausführlich einige Rituale und Werkzeuge der Hexenkunst. Die Handlung wird dabei aus der Perspektive von Melissa erzählt, die anfangs noch eher naiv und unbedacht handelt und sich dadurch häufig in Gefahr bringt. Im Laufe des Romans erliegt sie dann immer mehr der sinnlichen Ausstrahlung des düsteren Vampirs Armand, der sie zu seiner Gefährtin machen will, und wird schließlich abhängig von seinem Blut. Dabei werden weitere Vampire und deren Verbindungen zu Armand vorgestellt und die Parallelen zu den früheren Vampirromanen von Anne Rice sind klar erkennbar. Nicht nur die Namen klingen ähnlich, sondern auch Charakterzüge und Eigenarten wurden übernommen. So sind die Vampire hier auch nicht der gleichgeschlechtlichen Liebe abgeneigt und es entwickelt sich eine interessante Dreiecksbeziehung zwischen Melissa, Armand und Franklin, der zwar selbst Armand verfallen ist, aber gleichzeitig seine Schülerin auch vor ihrem dunklen Schicksal bewahren möchte. Die Darstellung der Erotik- und Sexszenen fallen sehr ausführlich aus und auch vor brutalen Vergewaltigungen schrecken hier Armands Freunde nicht zurück. Dies wird sicherlich nicht jedem Leser gefallen. Zusätzlich zu den eher zwischenmenschlichen Episoden, wird aber auch immer wieder von den Missionen und Aufträgen der Ashera erzählt. Die weitläufige Handlung erstreckt sich über mehrere Jahre und Melissa reist unter Anderem nach Ägypten, Schottland, Miami und New Orleans. Abgesehen von dem etwas holprigen Anfang ist der Erzählstil für einen Debütroman schon gut gelungen. Etwas störend sind vielleicht die vielen Beziehungen untereinander, da das Chaos - wer mit wem - zum Schluss etwas undurchsichtig wird.

 

Insgesamt liegt mit „Tochter der Dunkelheit“ ein spannender Reihenauftakt vor. Der abwechslungsreiche Vampirroman bietet eine gute Mischung aus Action und Dramatik und punktet mit sympathischen Figuren. In dem zweiten Band „Engelstränen“ wird die Geschichte von Melissa und Armand fortgesetzt.

 

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Eure Meinung:

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Roman:

Tochter der Dunkelheit

Reihe: Ruf des Blutes Bd. 1

Autor: Tanya Carpenter

Deutsche Originalausgabe 2007

Covergestaltung Sieben Verlag

Sieben Verlag

Paperback, 355 Seiten

ISBN-10: 3940235121

ISBN 978-3-940235-12-1

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 18.11.2009, zuletzt aktualisiert: 12.05.2021 19:39