Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Tod eines Freundes

Reihe: Dorian Hunter 23

Hörspiel

Rezension von Oliver Kotowski

 

Rezension:

1506 hatte der Inquisitionsgegner Juan Garcia de Tabera, Dorian Hunters früheres Selbst, seine Geliebte Esmeralda verloren. Zwei Jahre später dringt er im Auftrag seines Meisters Alberto Villanovanus in einen geheimen Zirkel von Teufelsanbetern ein und wird Zeuge der grauenhaften Geburt des Dämonendrillings. Heimlich sammelt er ein Haar der geopferten Mutter ein, das für ein obszönes Blutritual der Satanisten gebraucht wurde – und stellt verblüfft fest, dass der ehemalige Inquisitor Lucerno ihr Anführer geworden ist! Kann er den gefallenen Kirchenmann töten und dennoch das Haar zu Villanovanus bringen, die es dringend benötigt, um den Goldenen Drudenfuß fertigzustellen? Nur mit diesem ist der Dämonendrilling aufzuhalten. In der Gegenwart nimmt Olivaro, der neue Herr der Schwarzen Familie, Kontakt zu Hunter auf, denn er ist an der Vernichtung des Dämonendrillings interessiert, kann aber selbst nichts unternehmen. Er würde gerne Hunter den Weg weisen. Dieser ist indes nicht an einer Kooperation mit dem Führer seiner Feinde interessiert und schlägt den Deal aus. Dennoch scheint es eine ernste Gefahr zu sein. Und Olivaro sagte, dass der Dämonendrilling sich gegen den Drudenfuß zu schützen wisse, dass er Helnwein davon erzählen solle. Also gilt es erst mal, den untergetauchten Helnwein zu kontaktieren.

 

Tod eines Freundes schließt beinahe nahtlos an der vorherigen Doppelfolge, Esmeralda – Verat und Esmeralda – Vergeltung, an. In der Gegenwart gilt es für Hunter, herauszufinden, was es mit dem Dämonendrilling und dem Goldenen Drudenfuß auf sich hat, und für Helnwein und Coco Zamis, herauszufinden, was der mysteriöse Thören Rosqvana von ihnen will. In der Vergangenheit geht es einerseits um de Taberas Rache und andererseits um die weitere Entwicklung von Hunters früheren Inkarnation, die an einen ersten (natürlich zum Scheitern verdammten) Versuch abgehandelt wird, den Dämonendrilling zu vernichten.

Insgesamt ist die Folge kein Highlight. Man spürt sehr, das hier der Zug auf die richtigen Gleise gebracht werden soll, er rollt nur langsam über die entsprechenden Weichen. Wollen wir hoffen, dass die Geschichte bald an Fahrt aufnimmt. Immerhin ereignen sich einige wichtige Dinge am Ende der jeweiligen Handlungsstränge und sie beginnen verstärkt, zusammen zu laufen. Die Spannungsquellen sind die üblichen, einige grausig-brutale Momente, ein bisschen flapsig-makabrer Humor, ein bisschen Action und natürlich die zentralen offenen Fragen. Alles in Allem vom Script her eine recht mittelmäßige Folge, deren Ende jedoch die Spannungskurve nach oben bringt.

 

Dieses Mal führt das Booklet vierundzwanzig Sprecher auf, von denen jedoch nur sechzehn eine Rolle mit Namen haben – damit liegt man für die Serie im mittleren Bereich. Vom Hunter-Team sind Thomas Schmuckert (Dorian Hunter), Frank Felicetti (Donald Chapman), Claudia Urbschat-Mingues (Coco Zamis) und Hasso Zorn (Norbert Helnwein) sowie Tim Kreuer (Philipp Hayward), Regina Lemnitz (Martha Pickford) und Konrad Halver (Trevor Sullivan) in kleineren Rollen zu hören; sie machen ihre Sache gewohnt gut. Besonders will ich Halvers Text hervorheben – da Halver leider 2012 verstarb, entschied sich Regisseur Marco Göllner dazu, ihm mit einer persönlichen Anekdote selbst ein letztes Mal auftreten zu lassen. So muss eben die Kunst mit dem Leben, dies Mal traurig, umgehen. Aus der letzten Doppelfolge sind auch wieder einige Sprecher dabei: Constantin von Jascheroff (Juan Garcia de Tabera), Volker Brandt (Lucero), Ronald Nitschke (Diego de Deza), Lutz Riedel (Thören Rosqvana), Stephanie Schultheiß (Ilse) und Boris Tessmann (diesmal benannt: Alfonso de Villar) sind wieder zu hören; auch Wolfram Mucha (Alberto Villanovanus) ist wieder dabei, ob in derselben Rolle weiß ich indes nicht. Wiederum ist alles gut, es gibt keine Schwächen, aber auch nichts Herausragendes. Hinzu kommt noch der neue (und sattsam bekannte) Erzfeind Olivaro, der wie immer von Stefan Krause gesprochen wird. Und wieder bleibt nicht viel Raum für neue Stimmen, bei den benannten Rollen ist es sogar nur eine: Daniel Montoya als Hausangestellter Sebastión. Montoya. Ihn kann man aus einer Reihe von Hörspielen kennen: den John Sinclair Classics, Die drei !!! oder Oliver Dörings neuen Star Wars-Hörspielen, um nur einige zu nennen – Routinier Montoya kann seine kleine Rolle absolut passend ausfüllen.

Insgesamt ist die Performance der Sprecherriege gut, es fehlt nur ein wenig an besonderen Momenten.

 

Die Inszenierung ist dieses Mal sehr unauffällig für die Serie. Sie ist wie stets sehr modern: Es gibt keinen Erzähler und nur selten übernimmt der Innere Monolog einer der Figuren (vor allem de Tabera) dessen Funktionen. Geräusche werden nie erläutert, sondern untermalend oder dramatisch genutzt. Die begleitenden Musiken sind wieder recht melodisch, besonders die Geigen, die in den spanischen Szenen zu hören sind. Bei den Tonschichten ist mir allerdings nie mehr Tiefe als drei Schichten aufgefallen: Es werden beinahe beständig Dialog und Geräuschkulisse gleichzeitig verwendet, häufig kommt untermalende Musik dazu. Zwei Eigenheiten will ich hier noch erwähnen. Zum einen gibt es zwischen den Szenen meistens einen (formalen) Dialog-Anschluss, was eine nette Idee ist, auch wenn es manchmal etwas gekünstelt wirkt. Zum anderen werden manchmal Satzfragmente – wie etwa „Dämonendrilling“ – dreimal wiederholt. Die Idee scheint mir nicht aufzugehen: Bei ersten Hören war ich so irritiert, dass ich kaum dem Hörspiel folgen konnte, da mich die Frage beschäftigte, ob die CD wohl defekt ist; erst beim zweiten Mal konnte ich dies als Kunstkniff einordnen – gefallen hat es mir nicht.

In puncto Inszenierung ist die dreiundzwanzigste Folge zwar keineswegs schwach oder gar schlecht, kann aber auch nicht mehr als solides Mittelmaß liefern.

 

Fazit:

In der Vergangenheit wohnt der Dämonenjäger de Tabera heimlich der Geburt des Dämonendrillings bei – wird er die gewaltigen Bedrohung überstehen? Denn in der Gegenwart versucht der neue Herr der Schwarzen Familie Dorian Hunter zum Kampf gegen das alte Monster anzustacheln – dazu muss er jedoch erst einmal mit dem bedrohten Helnwein besprechen. Tod eines Freundes ist im Rahmen einer hervorragenden Reihe ein eher mittelmäßiges Hörspiel, an dessen Ende sich einige wichtige Dinge ereignen, die sicherlich großen Einfluss auf Zukünftiges haben.

Zum Seitenanfang

Eure Meinung:

botMessage_toctoc_comments_9210
Platzhalter

Hörspiel:

Tod eines Freundes

Reihe: Dorian Hunter 23

Produzent: Dennis Ehrhardt

Regie: Marco Göllner

Folgenreich, November 2013

Umfang: 1 CD

Laufzeit: ca. 77 Minuten

 

ASIN: B00G3QD1CO

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Sprecher

Thomas Schmuckert

Constantin von Jascheroff

Lutz Riedel

Hasso Zorn

Claudia Urbschat-Mingues

Frank Felicetti

 

 

Weitere Infos:

Empfehlen:


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 03.02.2014, zuletzt aktualisiert: 15.07.2019 20:03