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Tödliches Kalkül von Tim Green

Rezension von Martin Hammerschmidt

 

Rezension:

Raymond White ist ein Staranwalt in New York, der nach einem wichtigen und lukrativen Geschäft eine erfolgreiche Karriere im Visier hat. Sein Vorgesetzter hat schon alles in die Wege geleitet, um White in den Kongress zu befördern.

Sein Leben scheint perfekt zu sein. Er hat eine hübsche Frau und der Beruf verspricht ein hohes Einkommen.

Doch dann beginnt der Alptraum. Auf der Party, auf der White als Kongressabgeordneter vorgestellt werden soll, taucht plötzlich die Polizei auf und verhaftet ihn wegen Mordes an einer Prostituierten. White bestreitet vehement, der Toten irgendetwas angetan zu haben, doch die Beweise sprechen eine andere Sprache. Das Messer mit dem Blut der Toten findet sich in seinem Wagen und der Bezirksstaatsanwalt vernichtete das letzte Beweismittel, welches White helfen könnte, wieder auf freien Fuß zu kommen.

Kurze Zeit später fällt die Jury das vernichtende Urteil: lebenslängliche Haft, ohne Chance auf eine vorzeitige Entlassung.

Für den kommenden Star, Raymond White, bricht eine Welt zusammen. Von einstigen großen Hoffnungen, wird er nun auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Neben seinem Job verliert er auch noch am selben Tag seine Frau, die, betrunken, mit einem anderen Mann im Bett landet. Frank, auf den White schon seit längeren nicht gut zu sprechen gewesen ist.

Im Gefängnis wird ihm allerdings allmählich klar, dass hinter dieser rücksichtslosen und feigen Verschwörung mehr Menschen stecken mussten, als Frank und der Bezirksstaatsanwalt Villay. Das Gefängnis gibt ihm Zeit, über seine Feinde nachzudenken, die inzwischen ein berauschendes Leben führen. Und plötzlich ist ihm die Möglichkeit eines neuen Lebens gegeben.

Bei einem gewöhnlichen Streit zwischen zwei Häftlingen kommt er einem alten Mann zu Hilfe und im Gegenzug verspricht dieser ihm zur Flucht zu verhelfen. Zuerst kann White seinen Ohren nicht trauen und glaubt nicht, dass ein alter Mann einem Jungspund wie ihm helfen könnte. Doch er täuscht sich. Nach einem Jahr harter Arbeit bekommt er die einmalige Gelegenheit und zusammen gelingt den beiden die Flucht. Sein Mithäftling und Freund wird bei dem Versuch allerdings erschossen und White muss sich nun alleine durchschlagen. Er ist jedoch auf alles vorbereitet und durch seinen Freund ist die finanzielle Seite mehr als nur abgedeckt, sodass White anfangen kann, die ersten Pläne zu schmiede, um seinen Feinden den Garaus zu machen.

Eine gnadenlose Hetzkampagne beginnt, die lediglich dem Ziel dient, diejenigen, die ihm sein Leben zerstört haben, noch mehr Qual zuzufügen, als sie es bei ihm getan haben.

 

Die Haupthandlung des Buches ist ganz klar die Zeit nach dem Gefängnis. Dort nimmt die Spannung ihren Lauf. Die Seiten davor dienen eher zur Einleitung und dazu, dass der Leser Sympathie für den Hauptprotagonisten empfindet. Durch die Ich-Perspektive, derer sich Tim Green bedient, entwickelt sich mit der Zeit ein emotionales Band zwischen Leser und Protagonist. Der Leser wünscht sich endlich Gerechtigkeit. Doch Green macht es sich nicht so leicht und lässt Raymond White aus dem Gefängnis entkommen, nur um dann seine Feinde schlicht und einfach abzuknallen.

Er beweist viel mehr eine gewisse Phantasie, um diejenigen Leiden zu lassen, die Whites Leben zerstört haben. Dabei bleibt die Spannung an einigen Stellen leider auf der Strecke liegen und der Leser weiß in der Mitte des Buches gar nicht, worauf White jetzt wirklich hinaus ist, bevor er langsam wieder Einblick in die Absichten Whites gewährt. Nichtsdestotrotz ist das Gesamtbild des Buchs gut und gelungen. Die Einleitung ist nicht schlafend langweilig, sondern es geht ziemlich schnell mit der Handlung los und die Schilderungen aus dem Gefängnis lassen sich leicht und schnell lesen.

Nach der Flucht aus dem Gefängnis und den racheerfüllten Gedanken Whites, verliert er nicht die Sympathie des Lesers, sodass dieser die ganze Zeit mit White und seinen Vorhaben mitfiebert.

Auch das Ende ist gelungen und bildet einen runden Abschluss, sodass hier ein gutes Buch vorliegt, welches im Mittelteil zwar einige langweilige Stellen hat, dafür das Ende und der Anfang aber interessant und in sich schlüssig sind.

 

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass „Tödliches Kalkül“ ein Buch ist, das sich leicht und locker lesen lässt, Spannung verspricht und einen Protagonisten hat, der seinen Racheplan auf etwas andere Art und Weise ausführt.

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Eure Meinung:

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Tödliches Kalkül

Autor: Tim Green

Broschiert: 496 Seiten

Verlag: Droemer/Knaur (1. November 2007)

ISBN-10: 3426636948

ISBN-13: 978-3426636947

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 11.01.2008, zuletzt aktualisiert: 12.05.2021 19:39