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Treueschwur von Timothy Zahn

Reihe: Star Wars

Rezension von Björn Backes

 

Inhalt:

Darrick LaRone träumte während seiner Kindheit ständig davon, eines Tages der Armee des Imperiums zu dienen – und schaut nun bereits auf eine erfolgreiche Karriere in den Reihen der Sturmtruppler zurück. In letzter Zeit jedoch mehren sich die Zweifel am militärischen Vorgehen der imperialen Streitkräfte. Ein Vorfall auf Teardrop, der ihm deutlich vor Augen führte, dass das Imperium keinesfalls ehrenhaft handelt, brachte ihm die Erleuchtung, Doch erst eine Konfrontation mit einem Vorgesetzten, während der LaRone aus Notwehr einen Commander des ISB erschießen muss, bringt ihm zum Entschluss, zu desertieren. Gemeinsam mit seinen Kollegen und Zeugen Grave, Quiller, Malcross und Brightwater flieht er in einem intriganten Manöver und schickt sich fortan an, tatsächlich die Bürger des Imperiums zu schützen.

Unterdessen stehen für Leia harte politische Verhandlungen bevor. Teile der Rebellen-Begünstigten drohen, die Rebellion zu verlassen, so dass nicht bloß ihr Verhandlungsgeschick sondern auch Taten gefragt sind. Erneut bittet sie Han Solo und Luke um Beistand. Diese jedoch geraten in eine Auseinandersetzung mit fünf desertierten Sturmtrupplern, mit denen sie sich schließlich zusammenschließen, um ein verzwicktes Bündnis zwischen Piraten und Imperialisten auszuhebeln – und die inzwischen bedrohte Leia aus dem Shelkonwa-Sektor zu befreien, wo mittlerweile Lord Vader und die Hand des Imperators, die Agentin Mara, aufgeschlagen haben.

 

 

Rezension:

Endlich! Die erste Geschichte aus der Sicht eines Mitglieds der imperialen Sturmtruppen. So wird „Treueschwur“, der aktuelle Roman der „Star Wars“-Serie äußerst ambitioniert angepriesen. Und in der Tat verbirgt Stammschreiber Timothy Zahn in der recht umfangreichen Story einige äußerst frische, teils auch innovative Inhalte, die man aus Sicht des neutralen Betrachters sicherlich als Wagnis betiteln darf – jedoch auch als eines, welches sich letztendlich vollends ausgezahlt hat!

 

Die Geschichte ist hierbei vor allem wegen der Vielzahl der sehr lebendigen Handlungsebenen sehr vielschichtig strukturiert. Während der Buchrücken vor allem das Schicksal des desertierten Sturmtruppenführers LaRone umschreibt, bleiben auch die Standard-Helden Han und Luke nicht blass, wobei gerade letzterer noch weit davon entfernt scheint, die Geschicke der Rebellion zu lenken. Diesen Part übernimmt stattdessen Prinzessin Leia, deren aktuelles Problem den politischen Teil des Buches einnimmt, welches hier sehr schön zwischen die actionreichen Passagen eingegliedert wird. Aber auch auf Seiten des Imperiums ist die Rollenverteilung ziemlich bunt. Da wäre zum einen die undurchschaubare Agentin Mara, die im direkten Auftrag des Imperators handelt, aber eben auch nicht stillschweigend hinnimmt, was ihre Führung im Dunkeln treibt. Andererseits steht auch sie auf der Abschussliste des Sternenzerstörers, von dem LaRone und seine Kollegen geflohen sind, da sie möglicherweise an oberster Stelle preisgeben könnte, was an Bord der Reprisal tatsächlich geschehen ist. Und dabei ist ihr von LaRone und ihren Mitflüchtigen zunächst gar nichts bewusst.

Derlei Irrtümer und Zufälle überdecken indes große Teile des Romans und sind somit auch vielerorts Urheber für die unerwarteten Wendungen, die Zahn der Story schenkt. Immer wieder entstehen grobe Einschnitte infolge von Missverständnissen und natürlich auch hinterhältigen Intrigen, sodass die gesamte Erzählung bis zur letzten Seite keine genauen Schlüsse über die weitere Entwicklung zulässt und die Spannung parallel hierzu konstant auf oberstem Niveau verbleibt. Obschon die Action einen relevanten Teil der Handlung einnimmt, ist das altbekannte Kribbeln der cineastischen Ursprünge somit alsbald wiederhergestellt.

Nicht minder hervorragend sind weiterhin die Charakterzeichnungen, für die Zahn keine Zeit und Mühen scheut, ohne dabei das hohe Tempo vernachlässigen zu müssen. Insbesondere für die Gestalten auf der dunklen Seite der Macht spart der Autor nicht mit Details, wobei die Grundmotive sicherlich an den bekanntesten Figuren orientiert sind. Allerdings sind Zweifel, wie sie zuerst LaRone und später auch Mara beschleichen, in diesem Zusammenhang ein gänzlich neuer Aspekt, auf dem sich ganz bestimmt auch weitere Storys aus dieser Zeitepoche der Sternensaga aufbauen ließen, zumal sie hier den Grundstein für eine packende, insgesamt eher komplexe und vor allem vielseitige Geschichte setzen. Zwar schaut man entgegen der Erwartungen nicht direkt hinter die Kulissen der Sturmtruppler, allerdings verzichtet man zugunsten der von Timothy Zahn absolut überragend in Szene gesetzten Ereignisse auf derlei Inhalte sehr, sehr gerne.

 

 

Fazit:

„Treueschwur“ bestätigt mal wieder sehr eindrucksvoll, warum Timothy Zahn zu den besten „Star Wars“-Romanautoren gezählt wird. Die Story birgt eine Reihe sehr innovativer Momente, stützt sich dabei auf bewährten Charakteren, beschreitet aber dennoch komplett neue Ebenen der schier unendlich ausgeschöpften Saga. Vor allem wegen der eleganten Vermischung von politischen Inhalten und detailreichen Charakterbeschreibungen ist der neueste Roman definitiv einer der besten bislang.

 

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Treueschwur

Reihe: Star Wars

Autor: Timothy Zahn

Broschiert: 432 Seiten

Verlag: Blanvalet (Mai 2008)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3442369800

ISBN-13: 978-3442369805

Erhältlich bei: Amazon

Zur Serie:

STAR WARS

Weitere Infos:


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Erstellt: 05.06.2008, zuletzt aktualisiert: 23.05.2019 21:35