Zersetzung (Autor: Richard Lee Byers; Der Krieg der Spinnenkönigin Bd.1)
 
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Zersetzung von Richard Lee Byers

Der Krieg der Spinnenkönigin Band 1

Rezension von Ramona Schroller

 

Klappentext:

Menzoberranzan, die prachtvolle, grausame Stadt, Heimat todbringender Schwertkämpfer und diabolischer Nekromanten, das strahlenste Juwel in der weiten unterirdischen Welt des Unterreichs, die stolzeste Errungenschaft jener finsteren Rasse namens Drow.

Monzoberranzan, ein Ort, der ein Geheimnis in sich birgt, eine Schwäche, die seine eigene Vernichtung bewirken kann.

Als die Mächte versiegen, die die Stadt am Leben erhalten, strömen Feinde aus allen Winkeln der Finsternis ringsum herbei und überschwemmen Menzoberranzan.

Und welcher Feind könnte für einen Drow schlimmer sein als ... ein anderer Drow?

Dies ist der erste Band in einer sechsteiligen Reihe von epischen Ausmaßen, entsprungen der Phantasie R.A. Salvatores und von einer Gruppe talentierter neuer Autoren mit Leben erfüllt, die den Schleier lüften, der über einer Welt der Finsternis liegt.

 

Inhalt:

Pharaun, der von seiner Familie verstoßene Magier, und sein, aus den unteren Kasten aufgestiegener Freund Ryld sollen dem Geheimnis auf die Spur kommen, warum aus den hohen Häusern Menzoberranzans neuerdings Männer auf Nimmer-Wiedersehen verschwinden. Dabei kommen die beiden auch anderen Geheimnissen der Matronen auf die Spur und müssen sich am Ende gegen einen übermächtigen Feind stellen, um ihre Heimat zu retten.

Doch wo ist die große Spinnengöttin, die Menzoberranzan sonst ihre Gunst gewährte? Was hat es mit den hinterhältigen Angriffen auf die Hohepriesterin Quenthel auf sich? Ist die Botschafterin Faeryl wirklich eine Spionin? Und was steckt hinter den Klanssymbolen, die scheinbar von den Sklaven an die filigranen Wände Menzoberranzans gemalt werden?

 

Rezension:

Richard Lee Byers führt den Leser in ein finsteres Reich, in dem die Werte, die wir kennen, vollkommen wertlos sind. Dennoch gibt es, wenn auch im geringen Maße, einige allzu „gute“ Eigenschaften, die selbst die Drow nicht ausmerzen konnten in ihrem Intrigenspiel um Macht und Wissen.

 

Byers zeichnet seine Charaktere ausgezeichnet, er beschreibt die Stadt Menzoberranzan, vor allem zu Anfang, vielleicht etwas zu ausführlich, wodurch der Eindruck von einigen Hängern entsteht. Tatsächlich entfaltet sich das gesamte Bild aber erst nach dem Lesen des Buches und dem, leider, wenig überraschenden offenen Ende, das schon auf Teil 2 der Saga hinweist.

 

Wie ein Spinnennetz breitet sich schließlich die gesamte Geschichte aus. Jede einzelne Szene scheint ein weiterer Faden in Lolths Netz zu sein, und alle diese Fäden führen schließlich zu einem ganzen, eben einem kunstvoll gewobenen Spinnennetz, aus dessen klebrigen Fäden der Leser (bzw. Die Rezensentin) sich nicht mehr losreißen konnte.

 

Selten streift der Autor in die Klischees von Rollenspiel ab, wenn auch leider allzu oft gerade an den spannensten Stellen. Wo steht denn geschrieben, daß zwei Magier, die gegeneinander auf Leben und Tod kämpfen, immer auf den nächsten Zauber des Gegenübers warten müssen, ehe sie selbst etwas wirken? Das war etwas, was mich beim Endkampf störte. Doch abgesehen von den, wohlbemerkt zu Anfang, vorgenommen sehr ausschweifenden Erklärungen und eben diesem einen Kampf ist das Buch spannend und gut geschrieben.

 

Vor allem die Hauptfigur Pharaun war wirklich sehr ergötzlich zu lesen. Ein eitler, sich selbst gern und oft überschätzender Magier, der in erster Linie an sich selbst denkt, dann wieder an sich selbst und irgendwann, nach Wellen des Egoismus, endlich auch einmal an andere (was er aber niemals zugeben würde!). Muster klingt bekannt? Nun, das mag sein. Dennoch gelingt es Byers, Pharauns Charakter überaus glaubwürdig und mit einer gepfefferten Prise Witz aufs Papier zu zaubern. Ryld, Pharauns Gefährte, ist da auch nicht ganz ohne, doch er wirkt behäbiger und schwerfälliger, was die beiden zu einem exellenten Gespann macht. Und teilweise sind die Gespräche der beiden unterhaltsamer als die komplizierte Handlung - eben auch, weil sie sie teilweise zusammenfassen oder noch ein Stück vorantreiben in Gefilde, die ich nicht erwartete.

 

Die Welt Menzoberranzans ist ein Schmelztiegel der unterschiedlichsten Kreaturen, nur sind diese meist versklavt, verkrüppelt oder einfach unfähig. Die Drow halten die Macht, sehen auf alle anderen Wesen herunter. Und die Art, wie der Autor solche Grausamkeiten nebenbei erzählt, ließ kalte Schauer über meinen Rücken jagen. Gleichzeitig aber dachte ich auch daran, wie abgestumpft unsere Zivilisation gegenüber solchen Grausamkeiten inzwischen geworden ist. Insofern hät „Zersetzung“ einen Zerrspiegel vor und sollte dem Leser auch ein bißchen zu denken geben.

 

Wie bereits geschrieben, die Handlung ist etwas kompliziert aufgeteilt. Gerade auch deshalb, weil es ab und an, vor allem am Anfang, zu Einschüben von Episoden kommt, die nicht immer ausreichend erklärt werden und vor der Handlung des Zyklus' liegen. Ich tröstete mich damit, daß diese Hinweise Lesern der „Urgeschichte“ aus Salvatores Feder möglicherweise bekannt sind. Da ich selbst allerdings das erste Mal von den „vergessenen Reichen“ las, war es etwas verwirrend, jedoch nicht so sehr, daß ich aus der Handlung gerissen wurde.

 

Doch trotz der kleinen Schwächen ist „Zersetzung“ ein gelungener Einstieg in ein sechsteiliges Epos, und weckt auch durchaus Neugier auf die Werke Salvatores. Das Buch ist spannend, ich fieberte die meiste Zeit mit den Charakteren, hoffte darauf, daß der nächste Mordanschlag entweder ge- oder mißlingt (je nach der Figur, auf der der Anschlag verübt werden sollte). Die Charaktere sind, aller Fremdartigkeit zum Trotz, doch immer ein kleines bißchen sympatisch und die Handlung nachvollziehbar. Alles in allem also ein gutes Buch, dem es durchaus zum Bestseller reichen könnte.

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20230607153325095a8816
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Buch:

Titel: Zersetzung

Reihe: Der Krieg der Spinnenkönigin Band 1

Orginal: Dissolution (2002)

Autor: Richard Lee Byers

Übersetzer: Ralph Sander

Verlag: Feder & Schwert, Mannheim (2003)

496 Seiten, Paperback

ISBN 3935282842

Preis: 10,95 EUR

Erhältlich bei: amazon


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Erstellt: 13.05.2005, zuletzt aktualisiert: 27.04.2023 09:00