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Der Moloch

Reihe: Dorian Hunter 16

Hörspiel

Rezension von Oliver Kotowski

 

Rezension:

Dorian Hunter drängt den Mafioso Manolo mit der Jacht abzusegeln – selbst wenn Fabricio und seine Männer noch fehlen: Sie sind auf der Teufelsinsel in eine Falle gelaufen und nun ist der Besitzer hinter ihnen her. Als Manolo sich weigert, reißt Hunter mit Waffengewalt die Kontrolle an sich und arrangiert ein Rendezvous mit der Jacht seines Freundes Jeff Parker, der gerade mit einigen ‚Freunden‘ und Hostessen vor der türkischen Küste kreuzt. Anschließend will Hunter gemeinsam mit Valiora und Armand Melville so schnell wie möglich zur Küste gebracht werden, wo Jeffs Privatjet steht, und damit gleich weiter nach Haiti fliegen. Jeff ist zunächst ein wenig irritiert – wie soll er das seinen ‚Freunden‘ beibringen? Und überhaupt?! Schließlich erfindet man eine Ausrede und Jeff erklärt sich bereit, das Flugzeug zu verleihen – immerhin ist Dorian ein Freund und braucht es dringend. An Bord fühlen sich die drei Flüchtigen nicht sonderlich wohl, denn die ‚Freunde‘ entpuppen sich als lüsterne Geschäftsleute, die in Jeffs nächsten Film investieren sollen – die Stimmung an Bord ist aufgeheizt. Dann gibt es auch noch seltsame Zwischenfälle an Bord – Probleme mit der Schraube, ein Stromausfall – Asmodis ist nicht tatenlos geblieben und hat den Henker der Zamis‘ – mit ein paar neuen Fähigkeiten ausgestattet – auf die Jagd nach Hunter geschickt.

 

Mit der sechzehnten Folge von Dorian Hunter geht es spürbar auf die Zielgerade zu: In den vorherigen Folgen sind alle Brüder von Dorian vernichtet worden, der falsche Asmodis wurde vernichtet und vom wahren Asmodis hat der Dämonenkiller etwas Persönliches – nun muss man nur noch nach Haiti zum Showdown. Nur geht es in Der Moloch eben nicht nach Haiti – stattdessen geht es nur auf Jeff Parkers Jacht. So läuft der übergreifende Handlungsstrang quasi im Leerlauf. Eine völlige Enttäuschung ist die Folge – hinsichtlich des Plots, bei den anderen Aspekten sowieso nicht, aber dazu weiter unten mehr – dennoch nicht. Der Moloch ist im Wesentlichen eine „Zehn-kleine-Negerlein“-Geschichte: Auf Parkers Jacht angekommen, gibt es einige Momente der Akklimatisierung und dann beginnen die unheimlichen Ereignisse, der Reisende zum Opfer fallen. Sobald es diesbezüglich losgeht, ist die Folge auch spannend und unheimlich. Leider schließt die Folge direkt an Die Teufelsinsel an und muss daher erst einmal eine Ausleitung zu diesem Kapitel bringen, bevor sie mit dem nächsten beginnt. Hinzu kommen einige über Gebühr lange Szenen und sogar ein oder zwei völlig streichbare Szenen – kurzum, das Hörspiel ist in der ersten Hälfte deutlich zu lang; ich denke eine Kürzung um zehn bis fünfzehn Minuten hätte dem Skript spürbar gut getan, zumal eine Szene relevante Details vorwegnimmt.

Um diesen Kern sind wiederum Fragmente von weiteren Plotsträngen angeschlossen bzw. eingestreut: Es gibt z.B. einen Rückblick auf das Schicksal Mackendals, der Strang um Melville, der von Cohen Besuch erhielt, wird um einen Plotpunkt erweitert und schließlich darf die Hunter-Truppe vom Secret Service aus der Beobachterposition ein paar Kommentare abgeben; es ist also wieder einmal schön schachtelig.

 

Die Zahl der Sprecher ist gewohnt hoch – das Booklet zählt insgesamt siebenundzwanzig auf. Dabei ist natürlich wieder die Stammbesetzung sowie die Sprecher der wiederkehrenden Rollen: Thomas Schmuckert als Dorian Hunter, Frank Gustavus als Marvin Cohen u.s.w. bzw. Andreas von der Meden als Jeff Parker, Oliver Kalkofe als Armand Melville, Daniela Hoffmann als Valiora u.s.w. u.s.f. – es ist eine Parade von elf aus der Serie bereits bekannten Sprechern, die z.T. jedoch nur kleine Röllchen haben. Sie alle machen ihre Sache gewohnt gut, wobei mir eine Szene mit von der Meden dieses Mal besonders gut gefiel: Anfangs ist er gut gelaunt, wen auch ein wenig überrascht, von Hunter zu hören, im Laufe des Gesprächs nimmt seine Irritation ob der harschen Töne, die er zu hören bekommt, allerdings zu – hat mir gut gefallen.

Aber es geht weiter: Selbst Nebenrollen wie Kleinstrollen sind z.T. hochkarätig besetzt – u.a. sind Bernd Rumpf und Martin Kessler als Besatzungsmitglieder, Diana Kürten und Anabelle Krieg als Hostessen zu hören, Eckard Dux und Dagmar Dreke sind sogar nur „Unbekannt“. Und letztlich habe ich David Nathan (wohl ein Schnipsel aus einem älteren Hörspiel) wiedererkannt und meine sogar Bernd Hoecker gehört zu haben, auch wenn beide nicht im Booklet genannt werden.

Alles in allem bietet die Sprecherriege durchgehend eine sehr gute Performanz.

 

Die Inszenierung folgt den üblichen Bahnen: Sie ist sehr modern und verschachtelt gestaltet. So gibt es keinen Erzähler, dafür aber viele Sprünge zwischen den verschiedenen Handlungsebenen (es gibt derer fünf: die Hauptebene um Hunters Reise mit Jeffs Jacht, die eigentlich eine Rückblende ist – das Secret Service-Team verfolgt die Ereignisse wieder via Melvilles Video-Aufzeichnungen; weiterhin gibt es eine Rückblende zu Cohen, der Melville das Band abnimmt, eine zu den Ereignissen auf der Teufelsinsel und eine weitere zum Schicksal Mackendals), die bisweilen nicht ganz leicht nachzuvollziehen sind. Der Klangteppich ist wiederum recht dicht gewebt, obwohl mir keine besondere Aufhäufung von Tonschichten aufgefallen ist: Geräusche, Musik und Sprechertext. Die Geräusche werden untermalen wie dramaturgisch verwendet, die Musik trägt wie immer wunderbar zur Atmosphäre bei – und wer bei der dödeligen Musik auf Jeffs "Spaßboot" nicht "Porno" denkt, dem fehlt ganz definitiv es an Pop-Wissen (kein Wortspiel intendiert).

Die Inszenierung ist nicht ganz so herausragend wie etwa bei Jagd nach Paris, gehört aber immer noch ganz zweifellos zum Besten, was der kommerzielle Hörspielmarkt zurzeit zu bieten hat.

 

Fazit:

Der Dämonenkiller kann nun Asmodis vernichten – dazu muss er allerdings nach Haiti und genau das will Dorians Todfeind verhindern und schickt den Moloch, bevor Hunter die Küste erreicht. Die sechzehnte Folge der Reihe braucht leider eine ganze Weile, um in Fahrt zu kommen, doch dann wird es richtig spannend; Sprecherriege und Inszenierung sind für die Reihe eher durchschnittlich, was für den kommerziellen Markt aber immer noch als hohes Lob gewertet werden darf.

 

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Hörspiel:

Der Moloch

Reihe: Dorian Hunter 16

Produzent: Dennis Ehrhardt

Regie: Marco Göllner

Label: Folgenreich

Erschienen: November 2011

Umfang: 1 CDs, ca. 75 min

ASIN: B005TOPQGK

Erhältlich bei: Amazon

 

Sprecher

Thomas Schmuckert

Andreas von der Meden

Oliver Kalkofe

Daniela Hoffmann

Stefan Krause

Klaus Dieter Klebsch

 

 

 

 

Weitere Infos:


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Erstellt: 08.12.2011, zuletzt aktualisiert: 15.07.2019 20:03