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Die Schwarze Königin von Christina Henry

Reihe: Die Chroniken von Alice Band 2

 

Rezension von Matthias Hofmann

 

Wir sind zurück im Wunderland. Nicht in dem des Briten Lewis Carroll, bekannt durch die Kinderbücher Alice im Wunderland (1865) und Alice hinter den Spiegeln (1871), sondern in dem der US-Amerikanerin Christina Henry. Band 2 der sogenannten Chroniken von Alice mit dem Titel Die Schwarze Königin setzt da ein, wo Band 1 (Finsternis im Wunderland) aufgehört hat.

 

Für alle, die kein so gutes Gedächtnis haben, ist dem Roman ein Prolog vorangestellt. Der aus Band 1 bekannte Grinser fasst dankenswerterweise die bisherige Handlung des ersten Teils grob zusammen. Und schon ist man mit den wichtigsten Informationen ausgerüstet und kann eintauchen in dieses weitere Stück märchenhafte Dark Fantasy.

 

Dem Irrenhaus und dem Horror der Stadt, in Gestalt von Widerlingen wie dem Walross und dem Kaninchen, entronnen, machen sich Alice und ihr Freund Hatcher, ein durchgeknallter Axtmörder, auf die Suche nach Hatchers Tochter Jenny. Eigentlich sollten die Wiesen außerhalb der Stadt grün sein, aber sie wandern durch totes Land, erreichen einen magischen Wald und müssen sich mit Riesen, Kobolden und bösartigen Königinnen auseinandersetzen.

 

Im Vergleich zum ersten Roman enthält die Handlung weniger Horror und ist auch nicht mehr so eindringlich. Wer die gleiche ungebremste Intensität erwartet, wird von diesem Mangel an Wildheit und Brutalität eher enttäuscht sein. Natürlich geht es weiterhin um Leben und Tod, aber eher wie bei einem Märchen für junge Erwachsene. Und das, obwohl Christina Henry auf ihrer Webseite erklärt, dass sie in der Regel nicht für »Young Adults« schreibt, sondern durchaus für Erwachsene.

 

Der Plot ist typisch für eine Story, bei der sich die Protagonisten auf die Suche nach etwas oder jemandem machen. Es gibt immerhin ein paar wohl proportioniert inszenierte Wendungen. So kommt Hatcher z. B. unterwegs abhanden (auf welche Weise wird natürlich nicht verraten), sodass Alice ihr Abenteuer weitgehend alleine bestreiten muss, aber sie gewinnt andere Mitstreiter und schlägt sich wacker.

 

»Die Schwarze Königin« ist nicht ganz so überzeugend wie der erste Band, aber dennoch ein gutes Stück dunkle Fantasy, das in großen Teilen gut unterhalten kann. Dass die Story im Mittelteil etwas hinkt, soll an dieser Stelle verziehen werden. Wie beim ersten Band findet sich am Ende kein richtiger Höhepunkt, was für Fans eines fetzigen Showdowns etwas frustrierend sein dürfte.

 

Aber es wird ja noch ein dritter Band folgen, welcher für Frühjahr 2021 angekündigt ist und der den Titel Dunkelheit im Spiegelland tragen soll. Danach widmet sich Christina Henry der dunklen Seite von Peter Pan: Albtraum im Nimmerland. Wir sind gespannt.

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Eure Meinung:

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Buch:

Die Schwarze Königin

Reihe: Die Chroniken von Alice Band 2

Original: Red Queen, 2016

Autorin: Christina Henry

gebundene Ausgabe, 336 Seiten

Penhaligon, 31. August 2020

Übersetzung: Sigrun Zühlke

Titelillustration: Melanie Korte

 

ISBN-10: 3764532351

ISBN-13: 978-3764532352

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B085TKMF1D

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

Weitere Infos:


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Erstellt: 18.10.2020, zuletzt aktualisiert: 18.10.2020 17:30