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Hexenmacht von Kai Meyer

Reihe: Die Krone der Sterne Band 2

 

Rezension von Cronn

 

Kai Meyer gilt zurecht als einer der erfolgreichsten deutschen Phantastikautoren der Gegenwart. Mit schöner Regelmäßigkeit erscheinen seine Werke in den Bestsellerlisten. Die von ihm erdachten Reihen werden als Trilogien durchgetaktet und sind zumeist ein Beispiel für die gelungene Paarung von überbordender Phantasie und der konstruierten Handwerkskunst des Schreibens.

Mit Die Krone der Sterne hat er sich aufgemacht, um im Bereich der Science-Fiction für ihn Neuland zu betreten. Dabei ist der Erstband durchaus nicht als Hard-SF von ihm bezeichnet worden, sondern als eine Art Space-Opera mit Fantasy-Elementen.

Mit Hexenmacht liegt der zweite Band der Reihe vor, die im Fischer-Tor Label erscheint. Und wie gelungen das Buch geworden ist, soll die nachfolgende Rezension aufzeigen. Doch zunächst ein blick auf den Inhalt:

 

Verlagsinfo:

In jenen Tagen strahlten die Sterne heller. Könige herrschten über Sonnen, Adelshäuser regierten wie Götter im All. Wo Leidenschaften entbrannten, wurden gewaltige Schlachten geschlagen. Zivilisationen vergingen, Welten zerbrachen, Gestirne zerstoben zu Sternenstaub.

Am Ende des bekannten Universums, auf der Hexenwelt Empedeum, sucht der Orden der Gottkaiserin nach einem Zugang zum Pilgerkorridor, einer uralten Sternenstraße, von der keiner ahnt, wohin sie führt – oder was sich auf ihr nähert. In ihrer Verblendung rufen die Hexen ihren Götzen an, das Schwarze Loch Kamastraka, und ahnen nicht, welches Unheil sie damit heraufbeschwören.

Derweil sind Iniza und Glanis dem Orden entkommen und leben mit ihrer neugeborenen Tochter unter Piraten auf dem Planeten Noa. Doch auch dort sind sie alles andere als sicher: Verrat und Entführung, Hinterhalte und Meuchelmorde führen auf die Spur eines Komplotts, das einen galaktischen Krieg entfachen soll.

Um das Leben des Kindes zu retten, nimmt Iniza mit ihren Gefährten den Kampf auf – auch wenn das den Untergang ganzer Welten bedeutet.

 

Kritik:

»Hexenmacht« ist der zweite Teil der vermutlich als Trilogie angelegten Reihe und das merkt man dem Buch auch an. Zweite Romane haben das Problem der Zwischenstellung. Dies bedeutet, dass der Anfang der Handlung und das Ende nicht vorhanden sind, sie im kreatürlichen Vergleich also kopf- und schwanzlos sind. Zumindest die Kopflosigkeit kann man Kai Meyer nicht vorwerfen. Mit einer Vorrede und auch dank der superben Illustrationen von Jens Maria Weber ist der Leser schnell (wieder) im Bilde und kann sich gut in die Szenerie hineinversetzen.

 

Kai Meyers Schreibstil ist bildgewaltig und stilsicher. Gerade die Actionszenen können überzeugen. Hier sieht man vor seinem geistigen Auge als Leser die Raumschiffe vorbeizischen, umgeben von Laserfeuer. Auch die Charaktere sind interessant gezeichnet. Ihre Probleme und Veränderungen erzeugen häufig Mitgefühl, besonders wenn es um den Säugling und seine Beziehung zur Amme geht. Die Muttergefühle von Iniza kommen aber wenig zur Geltung. Glanis wirkt als Charakter ziemlich flach, während Kranit deutliche Han-Solo-Züge trägt und gemeinsam mit der zwiespältigen Shara Bitterstern somit Sympathiepunkte auf seine Seite ziehen kann.

 

Allerdings wirkt die Romanhandlung deutlich gestreckt. Manche Passagen erscheinen redundant, andere deutlich als Lückenfüller. Und ohne zuviel verraten zu wollen: Der Kampf mit einem der Bösewichte ist dagegen zu wenig relevant beschrieben. Es geschieht – und ist vorbei. Eine Verschiebung der Gewichtung und eine Innenschau der Charaktere während des Kampfes hätte dem Ganzen mehr Tiefe verliehen.

 

Fazit:

»Hexenmacht« ist eine befriedigend gelungene Fortsetzung des Erstlingsbandes und kann somit für Fans der »Krone der Sterne« und Krieg der Sterne-Filme empfohlen werden. Allerdings müssen Abstriche gemacht werden, was die prinzipielle Konzeption des Romans angeht. Auch die Menge von ca. 477 Seiten Text ist mindestens 100 zuviel. Unter dem Strich bleibt dennoch festzuhalten, dass bei aller Kritik Kai Meyers Roman gut unterhalten kann.

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Buch:

Hexenmacht

Reihe: Die Krone der Sterne Band 2

Autor: Kai Meyer

Taschenbuch, 477 Seiten

Cover und Illustrationen: Jens Maria Weber

FISCHER Tor, 22. Februar 2018

 

ISBN-10: 3596701740

ISBN-13: 978-3596701742

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B076Q1RZH9

 

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Erstellt: 21.07.2018, zuletzt aktualisiert: 21.07.2018 10:59