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Interview mit Alfred Wallon

Alfred Wallon

Autor von Thorin, der Nordlandwolf

 

Redakteur: Michael Schmidt

 

Mit Romanenserien wie "Thorin, der Nordlandwolf", "Rio Concho" und "Murphy" begeistert Alfred Wallon die Leser der unterschiedlichsten Genren.

Ob Western, Fantasy, Horror oder Liebesroman, Alfred Wallon ist überall Zuhause und zeigt mit dieser Vielfältigkeit den Lesern sein breites Spektrum als Autor und weiß die Leser zu fesseln.

 

Alfred Wallon liebt als Autor die Abwechslung und Herausforderung, daher setzt er sich nicht auf ein Genre fest sondern lebt in der möglichen Vielfältigkeit die einem Autoren gegeben ist.

In einem Interview verneinte Alfred Wallon auf die Frage "Ob er sich vorstellen könnte Hauptberuflich Autor zu sein":

 

"Denn dann MÜSSTE ich schreiben, so KANN ich. Jeder hauptberufliche Autor muß Masse produzieren, wenn er davon leben will. Ob das der Qualität wirklich so gut tut?..."

[Zitat: Alfred Wallon]

 

Qualität vor Quantität, eine Einstellung die besonders die Fans seiner Werke so an ihm schätzen. Dadurch ist jedes neues Werk mit einem Stück Indivitualität und Persönlichkeit des Autoren verbunden, welches sich in der Qualität der Romane zeigt. Die Liebe zum Schreiben, des Schreiben willens zeigt sich in seinen Werken, welche von den Lesern gedankt wird.

 

Hier nun ein paar Antworten von Alfred Wallon auf unsere Fragen:

 

Michael Schmidt: Sehr geehrter Herr Wallon, Sie schreiben Romane zu den Genren Fantasy, Horror und Western. Ist es die Abwechslung welche Sie herausfordernd finden und lieben oder möchten Sie sich einfach nicht mit einem Genre festlegen?

 

Alfred Wallon: Ich mag die Abwechslung – das stimmt schon. Es macht einfach Spaß, sich nach einem Thema auf ein neues einzustellen und vor allen Dingen hierzu auch neue Ideen zu entwickeln. Umso abwechslungsreicher ist es für mich als Autor, nach Beendigung eines Roman auf ein völlig anderes Thema einzugehen.

 

 

Michael Schmidt: In welchem Genre fühlen Sie sich persönlich am meisten Zuhause, und warum?

 

Alfred Wallon: Ich bin jahrelang im Western-Genre zuhause gewesen und entdecke nach gut vier Jahren Abstinenz wieder ein großes Interesse daran. Weil dies ein Bereich ist, mit dem ich aufgewachsen bin und wo ich sehr viel gelesen habe.

 

 

Michael Schmidt: Sie schreiben schon seit vielen Jahren erfolgreich Romane. Wie war ihr Weg zu dem Autoren Alfred Wallon?

 

Alfred Wallon: Sicher kein einfacher Weg. Ich habe schon immer schreiben wollen. Mit 14 Jahren schrieb ich meine ersten Western-Kurzgeschichten und brachte es hier immerhin auf ca. 30 Erzählungen á 30 Seiten. Einfach nur so aus Spaß für mich selbst. Erst 1980 plante ich ernsthaft, einen historischen Western zu veröffentlichen. Ich schrieb diesen Roman nach meinen Vorstellungen und musste dann lernen, dass meine Wünsche und die der Verlage nicht immer gleich sind. Trotzdem hatte ich Glück – der Kelter Verlag in Hamburg kaufte mein erstes Manuskript 1981 ein und veröffentlichte es. Danach folgten vier weitere Western. Von da an war es einfacher – ich hatte schon etwas veröffentlicht und konnte damit hausieren gehen. Es folgten Trucker- und Abenteuer-Romane und ebenfalls Western beim Marken-Verlag, dann kamen Kommissar X-Krimis bei Pabel und etliche Liebes- und Heimatromane bei Kelter. Es kam einfach eins zum anderen...

 

 

Michael Schmidt: Wie würden sie ihren Schreibstil charakterisieren? Wo legen sie beim Schreiben ihren Schwerpunkt?

 

Alfred Wallon: Ich lege Wert auf Details und atmosphärische Stimmung. Ich bin kein Freund von purer Action und nichtssagenden Sätzen. Ich möchte, dass der Leser den gleichen Film vor Augen hat wie ich ihn beim Schreiben sehe. Und das geht eben nur, wenn ich die Sache so gut wie möglich beschreibe.

 

 

Michael Schmidt: Welche Motivation haben sie beim Schreiben, überwiegt der Anspruch oder die Unterhaltung, ist es eine Gratwanderung?

 

Alfred Wallon: Ich möchte etwas schreiben, wozu ich selbst stehe. Bei meinen historischen Western war es der Anspruch, den klassischen Erzählstil zu wählen – und das heißt sorgfältiges, manchmal wochenlanges Recherchieren der historischen Fakten. Und glaubhafte Charaktere zu schildern. Dass dies nichts für die breite Masse ist, das weiß ich. Aber ich habe auch nie behauptet, dass ich ein Mainstream-Autor bin. Lieber Qualität als Quantität, sage ich mir.

 

 

Michael Schmidt: Bei dem Namen Alfred Wallon fällt mir spontan „Rio Concho„ und „Thorin, der Nordlandwolf„ ein. Was war der Auslöser und die Idee, welche hinter diesen Romanen steckt?

 

Alfred Wallon: RIO CONCHO war die konsequente Umsetzung meiner Idee, eine Western-Saga nach historischen Begebenheiten zu schreiben. Ich fand keinen Abnehmer bei den “normalen” Verlagen, es gab nur Sex-und Action-Western. Und bevor ich mich auf solch einen Mist einlasse, mache ich lieber etwas Eigenständiges. Das war damals meine Devise. So startete ich RIO CONCHO – die Serie brachte es auf insgesamt 28 Bände und musste 1998 leider eingestellt werden. Aber zu Beginn des kommenden Jahres erscheint die Serie wieder neu im mg-Verlag – die Nachfrage dafür ist zu meiner großen Freude wirklich sehr positiv.

Mit THORIN war es ähnlich. 1984 erschienen vier Hefte in der Bastei-Serie FANTASY. Einen fünften hatte ich noch geschrieben, aber dann wurde die Reihe leider eingestellt. Der Roman lag ca. 10 Jahre in der Schublade, aber die ganzen Jahre über wünschten sich einige treue Fans eine Fortsetzung der Serie. Was dann auch geschehen ist. Die Serie erschien genau wie RIO CONCHO in meinem eigenen Verlag mit insgesamt 12 Bänden.

 

 

Michael Schmidt: Momentan überwiegt im Fantasy-Bereich die Tolkien-Adaptionen, hat da ein Held wie „Thorin„ überhaupt eine Chance auf dem Markt?

 

Alfred Wallon: Mich interessiert herzlich wenig, was im Fantasy-Bereich überwiegt oder eventuell schon vorhanden ist. Ich schreibe nach meinen Vorstellungen, und die Reaktion der Leser bestätigt mich in meinem Vorhaben, genau so weiterzumachen.

 

 

Michael Schmidt: Einige unserer Leser kennen sicherlich die Serie „Caine„. Wie war es den ersten Band zu schreiben, ist es im Team zu arbeiten leichter oder schwerer?

 

Alfred Wallon: Den ersten Band einer neuen Serie zu schreiben, ist immer etwas Besonderes und eine Herausforderung, die ich – wenn man den verschiedenen Rezensionen glauben darf – ganz gut hinbekommen habe.

 

 

Michael Schmidt: Was wird Caine uns in Zukunft bringen?

 

Alfred Wallon: Das fragen Sie am besten den Basilisk-Verlag selbst. Ich habe keine Ahnung, was hier in Zukunft geplant ist bzw. erscheinen wird.

 

 

Michael Schmidt: Sie hatten ihre Serie “Rio Concho” in Eigenverantwortung verlegt. Was ist daraus geworden? Sind sie immer noch als Selbstverleger tätig? Lässt sich das mit dem Autorendasein vereinbaren?

 

Alfred Wallon: Ich habe das Selbstverlegen 1998 beendet. Es rechnete sich für mich nicht mehr – und es bedeutete dazu noch einen enormen Zeitaufwand, alles zu liefern, Rechnungen zu schreiben usw. Es ist ein bequemerer Weg, in einem anderen Verlag zu veröffentlichen – ohne das Kostenrisiko tragen zu müssen.

 

 

Michael Schmidt: Welche Projekte haben sie in Zukunft geplant?

 

Alfred Wallon: Viele – um es auf den Nenner zu bringen. Zur Zeit schreibe ich neue THORIN-Heftromane zusammen mit meiner Kollegin Alessandra Mancinelli, die in der SIRIUS-Reihe des Mohlberg-Verlages erscheinen. Parallel werden die “alten” THORIN-Hefte hier ebenfalls neu aufgelegt – und zwar als Paperback.

RIO CONCHO erlebt eine Wiedergeburt zu Beginn des kommenden Jahren beim mg-Verlag. Dort erscheint auch die Endzeit-Serie CORRIGAN, die ich zusammen mit meinem Kollegen Marten Munsonius konzipiert habe. Band 1 + 2 werden in Kürze kommen, weitere Bände sind für das kommende Jahr geplant. Dies betrifft auch die Horror-Serie MURPHY, wo ich mit Marten zusammen einen Mini-Zyklus von vier Bänden geplant habe.

Weiterhin arbeite ich an der Dschungel-Serie TALON, die im vph-Verlag im kommenden Frühjahr erscheint.

Viel Arbeit also...

 

 

Michael Schmidt: Wie kann man sich das Autorenleben vorstellen? Haben sie regen Kontakt zu den Kollegen, oder beschränkt sich das auf die Zusammenarbeit bei einer Serie?

 

Alfred Wallon: Das Autorenleben ist der Tagesablauf eines ganz gewöhnlichen Menschen. Im Gegensatz zu etlichen anderen Kollegen lebe ich nämlich nicht vom Schreiben. Es war und bleibt auch weiterhin ausschließlich ein Freizeitjob – auch wenn er mittlerweile schon gewaltige Ausmaße angenommen hat. Ich könnte mir aber niemals vorstellen, vom Schreiben leben zu müssen. Denn dann MÜSSTE ich schreiben – darunter leidet irgendwann die Qualität.

Was den Kontakt zu anderen Kollegen betrifft, so ist dies nicht oder nur sehr vereinzelt der Fall. Man sieht und trifft sich ab und zu mal auf Cons oder der Buchmesse – aber das war es auch schon.

 

 

Michael Schmidt: Herr Wallon, was ist ihr größter Wunsch?

 

Alfred Wallon: Diese Frage ist so allgemein, dass mir eine spontane Antwort schwerfällt. Privat habe ich andere Wünsche wie beruflich oder was das Schreiben angeht. Innere Zufriedenheit und Ausgeglichenheit sind sicher wichtig – aber Gesundheit umso mehr. In dieser hektischen Zeit wird das oft vergessen...

 

 

Michael Schmidt: Herr Wallon, wir danken Ihnen für das informative Interview.

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Eure Meinung:

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Erstellt: 21.05.2005, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 13:31