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David Grashoff

Dieses Interview führte Oliver Kotowski am 11. Juni 2008

 

David Grashoff bereichert die Phantastik-Szene seit den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit eigenen Texten. Jetzt hat er eine Kurzgeschichtensammlung zum Thema Phantastik in der Großstadt herausgegeben und steht Rede und Antwort zu unseren Fragen.

 

 

Interview:

FantasyGuide: Hallo David! Fangen wir typisch an: Was muss der Leser über dich wissen?

 

David Grashoff: Ich bin Löwe, verheiratet, Vater, Katzenliebhaber, Stadiongänger, Rollenspieler, Leser und Geschichtenerzähler.

 

 

FantasyGuide: Du bist ja schon seit einiger Zeit im Rahmen der Phantastik tätig – wie kam es dazu?

 

David Grashoff: Ich interessiere mich seit jeher für die Phantastik und habe schon als Kind phantastischer Jugendbücher verschlungen. Ernsthaft mit der Schreiberei habe ich aber erst vor gut fünf Jahren angefangen, als Rezensent für diverse Phantastik-Websites (X-Zine, Fantasyguide, Roter Dorn ...), dann kamen Artikel für Fanzines (Sono, Envoyer, Phase X ...) und erste Arbeiten im Rollenspielbereich. Inzwischen betreue ich mit dem Projekt Kopfkino ein sehr umtriebiges und einfallsreiches Team an kreativen Köpfen, das originelle Produkte im Bereich der Phantastik entwickelt. Unter anderem auch die Kurzgeschichten-Anthologie DISTURBANIA.

 

FantasyGuide: Wie stehst du zur Stadt, wie zum Leben darin?

 

David Grashoff: Ich habe ein geteiltes Verhältnis zur Stadt. Einerseits liebe ich sie für ihre Lebendigkeit und für ihre Vielfalt. Auf der anderen Seite macht sie mir manchmal ein wenig Angst

 

 

FantasyGuide: Was verstehst du unter "Urban Fantasy"? Wie unterscheiden sich Urban Fantasy und moderner Horror von einander?

 

David Grashoff: Ähnlich wie in der Musik, ist es immer ein schmaler Grat ein Buch oder eine Geschichte einem bestimmten Genre zuzuordnen. Die Grenze zwischen Urban Fantasy und Horror ist fließend. "In einer kleinen Stadt" von Steven King ist ganz klar eine Urban Fantasy Geschichte, die allerdings auch starke Horroreinflüsse hat. Eine Einteilung in starre Schubladen ist daher nicht immer einfach. Bei der Urban Fantasy liegt der Fokus eher auf die Begegnung der Moderne mit fantastischen Elementen liegt, wobei diese nicht zwingend dazu benutzt werden, um den Leser in Angst und Schrecken zu versetzen, wie im Horror-Genre.

Das ist allerdings nur meine Ansicht, wer eine genaue Definition sucht, sollte sich an einen Literaturwissenschaftler wenden. (Lacht)

 

 

FantasyGuide: Was sind die Stärken der Urban Fantasy?

 

David Grashoff: Ihre Vielseitigkeit. Wer in Urban Fantasy nur Geschichten sieht, in deren Mittelpunkt die Stadt steht, liegt falsch. Es geht um den Konflikt der entsteht, wenn in unsere Welt etwas eindringt, dass nicht dorthin gehört, etwas, dass es eigentlich nicht geben dürfte. Jeder der sich ein wenig mit Phantastik beschäftigt, hat sich bestimmt schon mal überlegt, wie es wäre, wenn es wirklich Vampire, Halbgötter, Elfen oder andere mythologische Gestalten geben würde ... und das in der unmittelbaren Nachbarschaft. Das ist in meinen Augen Urban Fantasy: ein phantastisches Gedankenspiel a la "Was wäre wenn ... ".

 

 

FantasyGuide: In welche literarische Tradition verortest du "Disturbania"?

 

David Grashoff: Och, ich halte nicht soviel von Traditionen. (Lacht)

DISTURBANIA ist einfach nur eine unterhaltsame Kurzgeschichten-Sammlung.

Eigentlich keine gute Mischung, wenn man bedenkt, dass in unseren Landen Kurzgeschichten eher stiefmütterlich behandelt werden und Unterhaltungsliteratur (dazu noch phantastische Unterhaltungsliteratur) verpönt ist. Das ist halt deutsches Anspruchsdenken.

Glücklicherweise ändert sich zumindest der zweite Punkt, denn dank Autoren wie André Wiesler, Christoph Hardebusch und Makus Heitz ist die deutsche phantastische Literatur im Aufwind.

 

 

FantasyGuide: Gab es irgendwelche Richtlinien für die Geschichten, inhaltlich wie formal?

 

David Grashoff: Die Geschichten sollten natürlich zum Thema passen – auch wenn es mir wichtig war, dass jeder Autor seine Sicht dieses Themas auf seine Weise beleuchtet -, und eine gewisse Länge nicht überschreiten.

 

 

FantasyGuide: Wie bist du an die Autoren gekommen? In den Kurzbiographien der Autoren fielen immer wieder die Stichworte "Ratten!" und "Envoyer" – spielten die dabei eine Rolle?

 

David Grashoff: Drei der Autoren sind meine Mitstreiter beim Projekt Kopfkino Den Großteil allerdings habe ich einfach angeschrieben und gefragt, ob sie daran interessiert wären sich an dem Projekt zu beteiligen. Dabei kam mir sicherlich ein Stückweit zu Gute, dass ich vorher im Rollenspielbereich gezeigt hatte, dass ich Projekte die ich in die Hand nehme auch durchziehe und das meist recht erfolgreich.

 

 

FantasyGuide: Du bist mit "Disturbania" meines Wissens zum ersten Mal als Herausgeber tätig. Wie bist du dazu gekommen? Welche Schwierigkeiten waren damit verbunden?

 

David Grashoff: Als junger Autor ist es schwierig überhaupt veröffentlicht zu werden. Bei den meisten Kleinverlagen und deren Ausschreibungen habe ich oft das Gefühl, dass die Anthologien nur veröffentlicht werden, um an die Autoren und ihre Verwandtschaft verkauft zu werden. Das wollte ich ändern. Ich wollte jungen Autoren die Möglichkeit geben in einer Anthologie etwas zu veröffentlichen, die – durch die bekannten Autoren darin – auch tatsächlich gelesen wird.

 

Von Schwierigkeiten bin glücklicherweise verschont geblieben. Die Zusammenarbeit mit dem Verlag und den Autoren war sehr freundschaftlich und fruchtbar. Das einzige, dass ich ein wenig unterschätz habe, ist wie viel Arbeitsaufwand in so einer Anthologie steckt.

 

 

FantasyGuide: Was können wir als nächstes von dir erwarten?

 

David Grashoff: Im Moment bin ich vorrangig mit Rollenspiel Projekten beschäftigt (RATTEN!, Funky Colts ... ), plane aber auch schon eine Anthologie für 2009. Darüber will ich aber noch nichts verraten, außer dass die Autorenliste genauso beeindrucken sein wird, wie bei DISTURBANIA.

 

 

FantasyGuide: Und zum Abschluss: Welche Frage hätte gestellt werden sollen, wurde es aber nicht (und wie lautet die Antwort darauf)?

 

David Grashoff: Wo kann man DISTURBANIA bestellen? (Lacht)

Man kann es mit der ISBN Nummer bei dem Buchhändler seiner Vertrauens bestellen, über www.amazon.de, oder direkt über den Verlag - www.atlantis-verlag.de

 

 

FantasyGuide: Vielen Dank für das Interview!

 

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Erstellt: 13.06.2008, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 13:31