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Interview mit Sebastian Breidbach

Sebastian Breidbach


Die Clone Wars Hörspiele basieren auf der TV-Serie, heldenhafte und atemberaubende Abenteuer im Kampf gegen die dunkle Seite der Macht. Der O-Ton der Serie wurde um weitere Sprechertexte ergänzt, die die fehlenden Bilder ersetzen sollen. Die Hörspielskripte stammen aus der Feder von Dennis Ehrhardt, Sounddesign und Schnitt sind von ear2brain productions.

 

Wir sprachen mit Sebastian Breidbach von ear2brain productions.

 



 

Fantasyguide: Herr Breidbach, Sie arbeiten bei ear2brain productions, ein seltsamer Name – was steckt hinter der Firma und was genau ist Ihr Job?

 

Sebastian Breidbach: ear2brain productions übernimmt Audioproduktionen aller Art. Spezialisiert sind wir auf Wortproduktionen und Sounddesign. Momentan liegt unser Schwerpunkt auf der Produktion und Vertonung von Hörspielen. Ich bin Tontechniker und Inhaber von ear2brain productions.

 

 

Fantasyguide: Ist es Glück oder Zufall für ein Projekt wie die Hörspieladaption von The Clone Wars verpflichtet zu werden? Wie kam es dazu?

 

Sebastian Breidbach: WortArt/Folgenreich hat uns beauftragt. Mit WortArt arbeiten wir bereits seit einigen Jahren zusammen und haben zum Beispiel das Sounddesign für die Serien John Sinclair und Don Harris-Psychocop übernommen.

 

 

Fantasyguide: Sind Sie überhaupt Star-Wars-Fan? Stört das eher, oder ist es unerlässlich? Gerade The Clone Wars geht ja eher eigene Wege innerhalb von Star Wars.

 

Sebastian Breidbach: Ich bin ein Fan der ursprünglichen Trilogie. Die Klonkriege gehören aber natürlich auch zum Star-Wars-Universum. Ich hätte mir durchaus auch eine erwachsenere Umsetzung dieses Kapitels vorstellen können. Lucasfilm hat aber entschieden, sich an ein jüngeres Publikum zu wenden. Ich halte das für legitim, um die Marke nicht anstauben zu lassen.

 

 

Fantasyguide: Welche Entscheidungsrahmen gab es von Lucasfilm bzw. von Universal Music? Die wichtigste Frage in diesem Zusammenhang – warum wurden die Trilogien nicht zu einem einzigen Hörspiel zusammengefasst?

 

Sebastian Breidbach: Nun, die Vorgaben waren relativ eindeutig: Es sollten O-Ton-Hörspiele werden, Uli Krohm sollte der Erzähler sein, und pro CD sollten es zwei Episoden à 20 Minuten sein. Für die Hörspiele haben wir z.T. die Szenenabläufe der Episoden geändert, um eine bessere Verständlichkeit der Handlung zu erreichen. Dies wurde, wie auch die ergänzenden Erzählertexte, mit Lucasfilm und Folgenreich (Universal Music) abgestimmt. Ebenso wurden die fertigen Hörspiele Lucasfilm vorab vorgelegt. Sie waren sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

 

 

Fantasyguide: Wie groß waren die Schwierigkeiten, die Actionsequenzen der Fernsehreihe für ein Hörspiel so umzusetzen, dass man der Handlung noch folgen kann? Gerade in Episode 3 hatte ich da massive Probleme.

 

Sebastian Breidbach: Eine Herausforderung war es, die schnellen Schnitte der Actionsequenzen der TV-Serie auch ohne Bild noch nachvollziehbar zu halten. Da in diesen Sequenzen wenig gesprochen wird, hatten wir die Wahl, den Hörer allein mit der Soundkulisse zu lassen, oder aber mithilfe des Erzählers zu beschreiben, was passiert. Wir haben uns für die zweite Möglichkeit entschieden. Das muss natürlich relativ knapp, im Stil eines Fußballkommentars im Radio passieren, da sonst jedes Gefecht auf die Länge einer epischen Schlacht ausgewalzt werden müsste. Es ist also immer ein Kompromiss.

 

 

Fantasyguide: Von einigen Hörern wird der zum Teil massive Einsatz von Uli Krohm als Erzähler bemängelt – kann man daran überhaupt etwas ändern?

 

Sebastian Breidbach: In Bezug auf die Actionsequenzen habe ich unseren Ansatz bereits erläutert. Was den weiteren Einsatz des Erzählers angeht, so haben wir versucht, uns auf die Beschreibungen von Örtlichkeiten und Handlungen zu beschränken, die aus dem Szenendialog nicht hervorgehen. Zudem haben wir bei den Erzählerparts den Wünschen von Lucasfilm und Folgenreich entsprochen, die vor allem die jüngeren Zielgruppen berücksichtigen wollten, die eher beschreibende Erzählereinsätze bevorzugen.

 

 

Fantasyguide: Welche handwerklichen Standards kann man verfolgen bei so einer Major-Produktion, und was geht gar nicht? Als Künstler und auch als Handwerker hat man ja oft an sich selbst Ansprüche bezüglich der Qualität. Gewinnorientierung steht dem aber meist gegenüber, und man muss Kompromisse schließen. Gab es da welche?)

 

Sebastian Breidbach: Die Produktion beim O-Ton unterscheidet sich natürlich gegenüber der Produktion eines regulären Hörspiels. Das Ausgangsmaterial sind fertig gemischte Tonspuren, in die man beispielsweise im Hinblick auf den Klang nur noch sehr begrenzt eingreifen kann.

Den eigenen Ansprüchen sind also gewisse Grenzen durch das angelieferte Material gesetzt. Unsere Erfahrungen mit Major-Produktionen sind ansonsten so, dass dort eigentlich die höchsten Standards gefordert sind, was sich mit dem Anspruch von ear2brain productions deckt.

 

 

Fantasyguide: Wie groß ist der Anteil an zusätzlichen Geräuschen und Sounds in den Hörspielen, was muss oder kann da überhaupt noch getan werden und welchen zeitlichen Umfang haben die Produktionen? Eigentlich ist ja der ganze O-Ton schon da.

 

Sebastian Breidbach: Wie schon erwähnt, unterscheidet sich eine O-Ton- von einer regulären Hörspielproduktion. Man arbeitet quasi mit fertigem Material, das nun ohne Bild auskommen soll und in das ein Erzähler eingefügt werden muss. Nun ist es natürlich nicht so, dass der Erzähler einfach in die dialogfreien Passagen des O-Tons spricht, und fertig ist das Hörspiel. Hauptgestaltungselement war für uns daher der Schnitt. Da uns keine separaten Star-Wars-Geräusche vorlagen, haben wir die Episoden in kleine Schnipsel zerlegt und so teilweise einzelne Geräusche extrahiert, die wir anschließend z.B. passgenau unter den Erzähler legen konnten. Ähnlich sind wir auch bei dem Musikschnitt verfahren.

Und natürlich mussten die Texte für Uli Krohm erstmal geschrieben werden. Dies hat Autor Dennis Ehrhardt übernommen, ebenso wie das Zusammenführen der Handlungsstränge, die für eine bessere Verständlichkeit der Hörspiele sorgen. Die rein technische Arbeit umfasst pro Episode etwa zwei bis drei Tage.

 

 

Fantasyguide: Gab es neue Aufnahmen mit den deutschen Synchronsprechern?

 

Sebastian Breidbach: Nein, die deutsche Dialogspur wurde angeliefert. Aufnahmen wurden nur mit Uli Krohm gemacht.

 

 

Fantasyguide: Das Verlagshörspiel hat im letzten Jahr etliche Rückschläge hinnehmen müssen, könnte The Clone Wars helfen, kleinere Hörspielproduktionen durch Mischkalkulationen am Leben zu halten? Man kann dann gegen Clone Wars ja wenig sagen, wenn dadurch etwa Abseits der Wege fortgesetzt wird.

 

Sebastian Breidbach: Das wäre in diesem Fall eher eine Frage an das Label Folgenreich.

 

 

Fantasyguide: Gibt es überhaupt Wege, die Hörer wieder mehr für Hörspiele zu begeistern, Hörbücher verkaufen sich doch auch wie geschnittenes Brot?

 

Sebastian Breidbach: Ob sich Hörbücher wirklich so gut verkaufen, wage ich zu bezweifeln. Mit einem Bestseller als Buchvorlage sicher, jedoch wird sich die Masse der Hörbuchveröffentlichungen auch nur in geringeren Stückzahlen verkaufen. Der Kinderhörspielmarkt ist wohl nach wie vor ein erfolgreicher, für das Jugend- und Erwachsenenhörspiel kann und sollte sicherlich noch einiges von den Labels und Verlagen getan werden, um neue Zielgruppen zu erschließen bzw. bestehende Käuferschichten auch auf andere Veröffentlichungen aufmerksam zu machen.

 

 

Fantasyguide: Ist The Clone Wars Ihre Hauptbeschäftigung oder gibt es noch weitere Projekte? Wie sieht die Zukunft aus?

 

Sebastian Breidbach: Wir arbeiten neben The Clone Wars natürlich auch an anderen Hörspielserien. Neben John Sinclair/Sinclair Classics und Don Harris-Psychocop, vertonen wir auch die Kinderreihe Was Ist Was Junior. Aktuell stellen wir die ersten drei Folgen der neuen Fantasyserie Die Elfen für Dennis Ehrhardts Zaubermond Verlag fertig, die im Herbst ebenfalls bei Folgenreich/Universal-Music erscheinen wird. Für 2012 gibt es bereits Pläne für Kinder- und Erwachsenenhörspielserien, die allerdings noch nicht spruchreif sind.

 

 

Fantasyguide: Vielen Dank für das Interview!

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Erstellt: 16.08.2011, zuletzt aktualisiert: 03.09.2015 19:58