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An Author’s Mythion

Redakteur: Christian Endres

 

Ich komme mir gerade ein klein wenig wie unser guter Skeeve vor, wenn dieser sich wieder einmal einer schier unüberwindbaren Aufgabe gegenüber sieht und zunächst erst einmal nicht so genau weiß, wie er sie denn am geschicktesten angehen soll, um zu einer für alle Beteiligten zufriedenstellenden Lösung seines Problems zu kommen. Immerhin ist Robert Asprin nicht nur unangefochten einer meiner absoluten Lieblingsautoren oder mit Schuld daran, dass ich mich heute als leidenschaftlicher Buchsammler sehe und regelmäßig mit akuter Platznot und stundenlangem Abstauben herumschlagen darf, nein, er ist auch ein Fantasy-Autor, über den spätestens seit Einführung des Internets und der dortigen, allseits beliebten Diskussionsforen und Messageboards stets unzählige Gerüchte die Runde machten und sich hartnäckig zu halten verstanden. Es galt für diesen Artikel also nicht nur, eine möglichst vollständige Bibliographie zu erstellen oder meine Subjektivität wenigstens so weit herunterzuschrauben, dass auch das ein oder andere gerechtfertigt-kritische Wort die Lobgesänge unterbricht, sondern auch, die Spreu vom Weizen zu trennen und hier unterm Strich der Weisheit letzter Schluss zu präsentieren.

 

The Deamon And I

Robert Lynn Asprin ist möglicherweise einer der umstrittensten Autoren zeitgenössischer phantastischer Literatur. Es gibt genügend Leser – ich zähle mich zweifellos dazu –, die seine Werke lieben und allen neuen Bänden aus seiner Feder regelrecht entgegenfiebern, während es wiederum andere gibt, die ihn und seine Geschichten auf den Tod nicht ausstehen können und mit seinen Büchern rein gar nichts anzufangen wissen, sie regelrecht verschmähen und höchstens müde belächeln. Wahrscheinlich gibt es da, wie so oft im Leben, auch keinen Kompromiss: Entweder hasst man Asprins Bücher aus tiefstem Herzen, oder man vergöttert jedes einzelne davon, selbst wenn das ein oder andere Werk einmal nicht ganz alle Erwartungen erfüllen kann.

 

Doch was bleibt, wenn man alle Voreingenommenheit gegenüber diesem Schriftsteller über Bord wirft und sich einmal rein objektiv mit Asprins Werken und vor allem seiner Bedeutung für das Genre auseinandersetzt? Das folgende Special, das seit seiner ersten Veröffentlichung vor einem halben Jahr nochmals überarbeitet, aktualisiert und ergänz worden ist, soll dies endgültig klären ...

 

Robert Lynn Asprin ist seit dreißig Jahren im Geschäft und hat an die 60 Bücher geschrieben – ungefähr die Hälfte davon mit Co-Autoren oder als Herausgeber mit eher editorischen Aufgaben. Was sagt uns das über den Schriftsteller Robert Asprin – und schließlich den Menschen dahinter?

 

Eingangs habe ich kurz die Gerüchte angesprochen, die Asprins Person seit Ausbreitung des World Wide Webs trotzig und beharrlich umranken. Dies war vor allem im Zeitraum zwischen 1995 bis 2001 besonders schlimm, als man ziemlich wenig von Robert Asprin gehört hat und seine Fans sich notgedrungenermaßen die aberwitzigsten Erklärungen zusammenreimen mussten, um die Abstinenz des Meisters der humorvollen Fantasyliteratur zu erklären, womit man das Ganze sinngemäß fast schon als Verarbeitungsprozess oder Aufarbeitung eines Entzugs titulieren könnte. Vor allem die Verbreitung von gefährlichem Halbwissen und das muntere Ausstreuen von gewagten, niemals authorisierten Meldungen und Gerüchtsfetzen machten es für den Leser damals nicht gerade leicht, in den Tiefen des Netzes den Überblick zu behalten und seine eigene, persönlich korrekte Wahrheit in all dem Wirrwarr aus Halbwahrheiten und Spekulationen zu finden ...

 

Fakt war jedoch, dass Asprin zu dieser Zeit kaum neue Bücher veröffentlichte, und wenn doch einmal ein Buch mit seinem Namen auf dem Cover erschien, dann fast ausschließlich mit Co-Autoren. Doch von diesen Büchern ist auch heute noch nicht sicher, ob und wie viel er Asprin damals wirklich selbst geschrieben hat, da viele Leser völlig zurecht immer wieder bemängeln, dass diesen Büchern der für frühere Werke Asprins typische Charme abging – was wiederum entsprechende Schlussfolgerungen und neuerliche Spekulationen zuließ. Die Erklärungen für Asprins spärlichen Output zur damaligen Zeit nun reichten von einem mit einer Schreibblockade und massiven psychischen Problemen verbundenen Aufenthalt in einer Nervenanstalt bis hin zu gravierenden Schwierigkeiten mit der amerikanischen Steuerbehörde (IRS), aber auch eher simplen und für einen Schriftsteller zwar ärgerlichen, keinesfalls jedoch bedrohlichen Ursachen wie Verträgen mit einem Verlag, der überraschend Konkurs gegangen ist. Jedenfalls waren die Diskussionen auf den – zumeist englischsprachigen – Boards recht abenteuerlich, und so manch ein Spekulant hat sich mit seinen Aussagen und Mutmaßungen (die, wie sollte es anders sein, immer aus einer absolut sicheren Quelle gekommen waren) mächtig weit aus dem Fenster gelehnt. Das ganze Diskutieren im Internet steckte vor rund zehn Jahren für den Durchschnitts-Fantasyleser aber noch so sehr in den Kinderschuhen, dass man teilweise arg in Bedrängnis geriet, wenn es darum ging, einen frustrierten Eiferer von einem noch frustrierteren Wichtigtuer, und eine Ente letztlich von einer treffenden Wahrheit zu unterscheiden.

 

Nicht zuletzt dank Robert Asprins Vorworten und Einführungen zu »Myth-ion Improbable«Ein Dämon lässt die Kühe fliegen«) und »Something M.Y.T.H. Inc.« (»Den letzten beißen die Dämonen«) lässt sich heute zumindest teilweise rekonstruieren, wieso es damals so lange gedauert hat, bis Asprin wieder zu regelmäßigem Schreiben zurückgekehrt ist, um seine Fans mit neuen Abenteuern von Skeeve, Aahz und anderen seiner populären Helden, aber auch neuen Projekten zu erfreuen. In diesen Büchern berichtet er vorneweg nämlich von persönlichen Problemen in seinem Umfeld und Differenzen mit der Steuerbehörde, aber auch davon, dass es einige Zeit gedauert hat, bis er das Schreiben nicht mehr als Bürde und Zwang, sondern wieder als Gabe und Freude hat sehen und wieder zu regelmäßigem Schreiben hat zurückkehren können. Demnach waren die Vermutungen der Community im Web gar nicht mal so weit hergeholt – zumindest was die Sache mit der Steuerbehörde und der Schreibblockade anbelangt.

 

Schreibblockade? Viele Schriftsteller kennen dieses Gefühl geistiger Leere und damit einhergehender großer Niedergeschlagenheit: Der kleine Cursor blinkt frech auf dem weißen Bildschirm und will in hohem Tempo über die leere Seite geschickt werden, verharrt jedoch nervenaufreibend gleichmäßig pulsierend für Stunden an Ort und Stelle – was bleibt ist der Frust und der künstlerische Tiefpunkt, an dem erst recht nichts mehr geht. Robert Asprin hat sich, als es ihm wohl ähnlich ging, einfach anderen Dingen zugewandt, die ihm mehr Spaß gemacht haben, und sich fast völlig vom Schreiben zurückgezogen, die Konfrontation und Auseinandersetzung mit seiner Arbeit gemieden und immer wieder am Rande seines mentalen Sichtfeldes vor sich hergeschoben. Irgendwie ist er jedoch wieder auf den rechten Weg gekommen (oder besser: gebracht worden, wie die Widmung in einem der bereits ein Stück weiter oben genannten Titel erahnen lässt), und hat sich von Neuem Skeeve und den anderen angenommen, um sie wieder in haarsträubende Abenteuer zu schicken und gemeinsam mit ihnen zu den Freuden der Passion des Schreibens zurückzukehren.

 

Co-Autoren (die er teilweise schon vor dieser Schreibpause im Gepäck gehabt hatte) sind ein weiteres Indiz dafür, dass der Mensch hinter dem Schriftsteller möglicherweise schon immer mit solchen Schreibblockaden oder zumindest -schwierigkeiten zu kämpfen gehabt haben mag und diese durch einen Co-Autor zu kompensieren versuchte, da in einer solchen Autorengemeinschaft Verantwortung, Sorgen und Druck immer brüderlich geteilt werden und, um es einmal mit den Worten aus den redaktionellen Bemerkungen zum neuesten deutschen Band (»Ein Dämon schafft noch keine Ordnung«) zu sagen, vier Hände über die Tasten wetzen und dem festgelegten und im Kalender rot angemalten Abgabetermin des Manuskripts mutig und mit entsprechender Geschwindigkeit entgegenschreiben.

 

Heute sind Asprins Leser in der glücklichen Lage, jährlich wieder mehrere Bücher des Autors aus New Orleans erwerben zu können, da Asprin die schwierige Phase seines Lebens mit den Schreibblockaden scheinbar endgültig überwunden und hinter sich gelassen hat und unlängst in regelmäßigen Abständen von weniger als sechs Monaten wieder Bände aus seiner Feder auf den Markt gebracht werden – was ihn und seine Fans, die immer an ihn geglaubt haben, gleichermaßen für die zurückliegenden, eher mageren Jahre entschädigen dürfte. Hinzu kommt, dass die neusten Werke Asprins zu seiner beliebtesten Reihe um die Abenteuer des fragwürdigen Meisterzauberers Skeeve – zwar zum Teil wieder in Co-Produktion, aber diesmal von deutlich hochwertigerer Qualität – wieder deutlich mehr Spaß machen und Biss und Finesse haben als die ersten zwei oder drei Bücher dieser Serie, die er unmittelbar nach seiner Rückkehr ins aktive Dasein eines Schriftstellers zu Stande und wohl zum Aufwärmen und Wiedereinstieg in die Serie gebracht hat. Man merkt Asprins neuesten Büchern einfach an, dass der angesessene Rost weggeblasen wurde und Asprin wieder mit Eifer und Elan an der Sache ist, weshalb »Myth-Alliances (»Ein Dämon schafft noch keine Ordnung«) in Hinsicht auf die Dämonen- bzw. Myth-Serie zurecht als Beginn von Asprins Renaissance, ja vielleicht sogar zweiter Blüte gesehen werden darf.

 

Dämonisches Lesevergnügen

Robert Asprins Einfluss auf das Genre der phantastischen Literatur ist nicht zu bestreiten, muss aber, damit er auch verstanden werden kann, in die richtige Schublade gepackt und aus dem rechten Blickwinkel betrachtet werden. Asprins Science Fiction Bücher »Cold Cash War« (»Der Weltkriegkonzern«) oder »The Bug Wars« (»Die Käferkriege«), um einmal die beiden bekanntesten zu nennen, beinhalten interessante Geschichten mit ansprechenden Ansätzen und Ideen, haben jedoch bei Weitem nicht den Stellenwert einer »Foundation«-Trilogie oder eines »1984« und zählen nicht gerade zu den großen, unvergesslichen Klassikern der Science Fiction-Literatur. Sie sind gute, interessant und solide geschriebene Bücher, werden aber nie als die Evergreens des Genres gelten. Im Bereich Fantasy hingegen sieht es da schon ganz anders aus: Robert Asprin und Piers Anthony haben den Weg geebnet, damit Terry Pratchett und andere ihn auch heute noch mit dauerhaften Erfolg beschreiten können – und das bereits in einer Zeit, da Space Operas und klassische Sword & Sorcery Abenteuer beliebter waren denn je und die Verleger phantastischer Literatur eigentlich ausschließlich solche Bücher veröffentlichen wollten ...

 

Asprins »Myth«-Series hatte sich damals eine Art ruchlosen Pioniergeist auf die Fahne geschrieben. Die frechen Abenteuer um Skeeve und seine Freunde, die gleich von Beginn an allerhand Klischees der klassischen Fantasy durch den Kakao gezogen haben und auch mit der ein oder anderen Slapstick-Einlage aufwarten konnten, beeindruckten damals Kritiker wie Leser und schafften sogar den Sprung auf die amerikanischen Bestseller-Listen, nachdem sich eine riesige Fangemeinde um sie geschart hatte.

 

Unglücklicherweise bewerkstelligte Asprin es nicht durchgehend, die Qualität der Reihe auf dem hohen Niveau der ersten Bände zu halten. Betrachtet man die Reihe, deren Bände immer auf den vorangegangenen aufbauen – und daher erst in der richtigen Reihenfolge gelesen werden sollten, damit sich der richtige Genuss einstellt –, einmal im Gesamten, ist das nicht weiter tragisch und fällt nicht weiter ins Gewicht, da Stellen schreiberischer Genialität und satirischer Höchstleistungen andere weniger gute Passagen oder Handlungsstränge mühelos auszugleichen in der Lage sind; doch für einen einzelnen Band mit knapp 200 Seiten ist es nicht gerade vorteilhaft, wenn 40 Seiten davon – also ein Fünftel des Buches – gewisse Längen aufweisen, zumal man auch erwähnen muss, dass die Serie, je länger sie lief, immer unangenehmer für Neueinsteiger wurde. Doch zurück zu der teils schwankenden Qualität der einzelnen Bände. Asprin schaffte es in der Vergangenheit immer wieder, einen nicht gar so gelungenen Band mit dem Folgeband wieder doppelt und dreifach wett zu machen und zu alter Stärke zurückzufinden und zumindest seine Altleser wieder zu beschwichtigen, die dieses Phänomen irgendwann gewohnt waren. Doch wieso einer Serie die Treue halten, deren Qualität im extremsten Fall einer Achterbahnfahrt glich? Dies liegt zum einen natürlich an den liebenswerten Eigenheiten von Asprins furchtbar schrulligen und alles andere als perversen, pardon, perfekten Figuren, zum anderen aber auch schlicht und ergreifend an der handwerklichen Qualität seines Schreibstils – kurzum, der Art und Weise, wie Bob Asprin eine Geschichte stets zu erzählen wusste und auch heute noch zu erzählen weiß.

 

So gibt es für mich auch heute noch nichts Schöneres, als dem Postboten an einem Samstagnachmittag ein Päckchen aus der Hand zu reißen, dem guten Mann die Türe vor der Nase zuzuschlagen und ins Arbeitszimmer zu stürzen, wo ich mich nach hektischem Aufreißen des Kartons in die Lektüre des neuesten Myth-Romans vertiefen und schon nach kurzer Zeit darin verlieren kann. Die nächsten paar Stunden tue ich dann in der Regel nichts anderes, als dem tollpatschigen, mutmaßlichen Meisterzauberer Skeeve, seinem kratzbürstigen Mentor Aahz und der sexy Trolllady Tanda durch die aufregenden Dimensionen zu folgen und an ihrer Seite jedes noch so knifflige Problem zu meistern. Im Laufe der vielen Jahre, die es diese Serie nun schon gibt und in denen ich sie nun schon verfolge, ist es stets so, als würden alte Bekannte zum Plausch vorbeischauen, um bei einer gemütlichen Tasse Cappuccino nostalgisch der alten Zeit zu gedenken und neue Erfahrungen, Geschichten und Anekdoten aus der Zeit, da wir uns nicht gesehen haben, auszutauschen.

 

Ähnliche Auffälligkeiten weiß die Reihe rund um Captain Phule und seine Chaos-Kompanie aufzuzeigen, humorvolle Science Fiction, deren neueste Bände Asprin ebenfalls mit einem Co-Autor, Peter J. Heck, verfasst. Hauptmann Narrisch, Sushi und Schoko-Harry sind nur drei der Namen, die einem spontan einfallen und es immer wieder vermögen, dem Leser ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern, wenn man sich der irrwitzigen Abenteuer dieser Chaotentruppe aus dem Weltall erinnert. Leider erscheint die Serie in Deutschland seit 2001 nicht mehr, da sie sich seitens der Leserschaft seltsamerweise keiner großen Beliebtheit erfreute und nach dem dritten Band eingestellt werden musste – was Verlag und Lektor sehr bedauerten, jedoch unter gewissen wirtschaftlichen Aspekten nicht ändern konnten.

 

Abseits der humorvollen Zweige der Phantastik ist Asprins größte und bedeutenste Errungenschaft zweifellos das so genannten Shared World-Konzept der Geschichten aus der Diebeswelt – ein Konzept, das gleichermaßen einfach wie genial ist: Mehrere Autoren setzen sich zusammen und ersinnen eine Stadt mit klassischen Fantasyelementen (z. B. historisch anmutende Gesellschafts-Struktur, politische Machtspielchen, markante lokale Gegebenheiten und Gebäude, Geologie und Bräuche und natürlich wichtige Figuren mit einem hohen Wiedererkennungswert) und nutzen diese dann in verschiedensten Episoden bzw. Kurzgeschichten und greifen dabei immer wieder auf Figuren, Begebenheiten und einen von anderen Autoren begonnenen roten Faden zurück.

 

Asprin entwickelte dieses Konzept 1978 bei viel Wein und guter Stimmung in Anschluss an eine Convention in Boston. In den folgenden Jahren schaffte er es dann stets, ebenso hochkarätige wie namhafte Autoren mit guten Geschichten für die jeweiligen Bände zu gewinnen und anspruchsvolle Fantasy-Anthologien unter dem Banner Freistatts zusammenzustellen. Später half ihm seine (mittlerweile Ex-)Frau Lynn Abbey bei der Erledigung der editorischen Aufgaben als Herausgeber, doch hatte dies keinen Einfluss auf die hohe Qualität der Reihe, da beispielsweise auch Abbey´s Geschichten mit zu den Highlights der Serie gehören, ebenso wie die Asprins, der zu jedem Band immer eine atmosphärische Einleitung beisteuerte, sich sonst mit Geschichten aber eher zurück hielt und Autoren wie Andrew Ouffut, C. J. Cherry, David Drake, Janet Morris, Diane L. Paxson und anderen das kreative Feld des Schreibens überließ.

 

Nach zwölf durchwegs gelungenen Bänden wurde die Diebeswelt-Serie schließlich zu einem Ende gebracht. Sie genießt jedoch auch heute noch einen hohen Stellenwert und hat auch in Deutschland viele Anhänger, die sich gerne der schönen Lesestunden mit den strahlenden Helden und den durchtriebenen Schurken erinnern und von Zeit zu Zeit immer wieder gerne die alten, vergilbten Exemplare mit dem einmaligen Geruch in die Jahre gekommener Bücher aus dem Regal nehmen und zu schmökern beginnen, um gemeinsam mit Hanse, Tempus oder Eindaumen durch die schattigen Gassen Freistatts zu schleichen und die meist ziemlich zwielichtigen Bewohner auf ihren Streifzügen durch die Stadt der Diebe und Halunken zu begleiten.

 

Lynn Abbey arbeitet mittlerweile an einem Relaunch der Serie, mit neuen Figuren und neuen Autoren, aber altbewährtem Rezept. Von dieser neuen Reihe sind bereits vier Bände erschienen, wobei »Sanctuary« den eigentlichen Neuanfang markiert und die Brücke zwischen den alten und den neuen Bänden schlägt. Wie früher schon ist es auch bei dieser neuen Serie mit Geschichten aus der Diebeswelt wieder so, dass die Autoren nur auf Einladung hin eine Episode beisteuern können, und nicht etwa wie üblich via Einsendung eines Manuskripts oder eines Exposés. Robert Asprin hat bisher nichts mit dieser neuen Serie zu tun; es entzieht sich außerdem meiner Kenntnis, ob wir diese neue Serie eines Tages auch auf deutsch sehen werden, doch ist dies ob der Popularität der ersten Diebeswelt-Reihe sicherlich nicht ganz auszuschließen.

 

Humorvolle Fantasy, witzige Science Fiction und Zeitreiseromane, aber auch neuartige Serienkonzepte und in mehrerlei Hinsicht farbenfrohe Graphic Novels – Robert Asprins Einfallsreichtum ist nicht gerade klein, und seine Präsenz auf dem phantastischen Buchmarkt trotz diverser Schreibpausen erfreulich groß. Beeindruckend – oftmals aber auch verkannt – ist zudem auch sein Einfluss auf die Entwicklung des Genres der Fantasyliteratur. Ob man seine Geschichten nun mag oder nicht, eines muss man ihm zugestehen: Asprin hat viel dazu beigetragen, die phantastische Literatur in einer beeindruckenden Vielseitigkeit erstrahlen zu lassen und anderen Autoren gelungene Stilmittel, Konzepte oder ganze Serienideen als Inspiration zukommen zu lassen. Es freut und ehrt mich daher ungemein, dass es möglich gemacht wurde, Robert Asprin für ein Interview zu gewinnen, in dem ich ihn unter anderem auch auf seine Rolle für die Entwicklung der modernen phantastischen Literatur, wie wir sie heute kennen, ansprechen konnte...

 

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Erstellt: 15.10.2005, zuletzt aktualisiert: 14.06.2020 10:38