Spezial: Ric's Fantasy Art – Fantasykunst von Ric Sattler
 
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Ric's Fantasy Art – Fantasykunst von Ric Sattler

Redakteur: Christoph Weidler

 

Seit einigen Jahren ist durch das verstärkte Interesse an dem Genre Fantasy auch die Szene der deutschen Fantasykünstler im Aufbruch. Wo Anfangs für Buchcover, Illustrationen in Rollenspielwerken und Bilder der Markt der amerikanischen und englischen Künstler dominierte, finden sich heute auch immer mehr deutsche Künstler mit ihren fantastischen Werken wieder und machen sich durch ihre sehr guten Werke verdienterweise einen Namen.

So sind mittlerweile Künstler wie z.B. Björn Lensig (www.lensig.de), Marko Djurdjevic (www.djurdjevic.de), Tobias Brenner (www.tobiasbrenner.de), Thomas (Hank Wolf) Steininger (www.hankwolf.de), Sylvia Polster (www.drachenbande.de) und Ric Sattler (www.ricsattler.de) aus den unterschiedlichen künstlerischen Bereichen des Genre Fantasy nicht mehr wegzudenken und bereichern die deutsche Szene mit ihren beeindruckenden Arbeiten.

Einen der genannten Künstler möchten wir euch hier vorstellen: Ric Sattler

 

Ric Sattler legt als Künstler den Schwerpunkt seiner Werke auf Menschen und deren Erlebnisse in Fantasywelten. Die Bandbreite seiner Werke reicht von Fantasy über ScienceFiction bis geheimnisvoll oder romantisch verträumt und einem Hauch von Erotik.

 

Wir waren neugierig auf den Menschen hinter dem Künstler Ric Sattler und wie seine Bilder entstehen.

 

 

FantasyGuide: Ric, was fasziniert dich an Fantasy so, dass du dem Thema in deinen Bildern einen großen Platz gewidmet hast?

 

Ric Sattler: Ich habe schon als Jugendlicher SF und Fantasy Literatur richtiggehend verschlungen und außerdem gerne gezeichnet. Da bot es sich an, Aspekte dieser Fantasywelten in eigenen Bildern aufleben zu lassen. Da ich in meinem "realen" Beruf aber (zu) viel mit Technik zu tun habe, beschränke ich mich in meinen Bildern auf die Bereiche Fantasy und Modern Fantasy. Außerdem finde ich es reizvoll, Dinge zu malen, die es so in der realen Welt nicht gibt.

 

FantasyGuide: In jedem Bild ist auch ein Stück des Künstlers. Welches Stück von dir ist in deinen Bildern und was empfindest du, wenn du dir deine fertigen Werke anschaust?

 

Ric Sattler: Manchmal fließen Dinge, die mich oder Freunde beschäftigen, in meine Bilder ein. Ein Beispiel ist das Bild "Vertrau mir" („Trust me“), das entstanden ist, nachdem ich eine sehr problematische Vertragsverhandlung mit einer Großbank durchstehen musste. Das Bild drückt ziemlich genau das Gefühl aus, das man bei solchen Verhandlungen hat. Auf der Oberfläche geht alles recht freundlich zu, aber darunter sind die Waffen schon gezückt. Solche Ereignisse versuche ich dann in eine Fantasywelt zu übertragen. An diesem Bild finde ich es übrigens interessant (und erschreckend), wie viele Leute sich in das Thema hineinversetzen können.

 

Neben Teilen von mir fließt aber auch so manches vom Wesen des jeweiligen Models mit in das Bild ein, da ich oft mit Models zusammenarbeite, mich also naturgemäß während der Fotoshootings und dem Malen des Bildes sehr intensiv mit dem Model beschäftige.

 

Wenn ich mir die fertigen Bilder ansehe, denke ich oft an das, was mich dazu gebracht hat, das entsprechende Bild zu malen. Auf technischer Ebene sehe ich allerdings auch oft Fehler, die ich bei der Ausführung gemacht habe.

 

FantasyGuide: Gibt es ein Bild vor deinem inneren Auge, welches du unbedingt noch in deinem Leben malen möchtest und wenn welches?

 

Ric Sattler: Wenn es da nur ein einziges solches Bild gäbe, wäre es ja ganz einfach und auch irgendwie langweilig: ich würde es malen und mich anschließend einem anderen Thema als der Fantasy-Malerei zuwenden. Aber glücklicherweise sind da sehr viele (manchmal zu viele) Bildideen, die mir durch den Kopf gehen und zu denen meistens schon Skizzen oder zumindest eine Geschichte existieren. Aber die Frage nach dem einen, speziellen Bild, das mir vorschwebt, kann ich dennoch teilweise beantworten: Es müsste ein Bild sein, das den Betrachter anzieht, weil es einfach gut aussieht und auf den ersten Blick eine einfache Geschichte erzählt. Wenn der Betrachter sich anschließend die Details des Bildes oder dessen Titel ansieht, sollte diese Geschichte aber in einem anderen Licht erscheinen und den Betrachter zum Nachdenken bringen. Wenn das Bild den Betrachter also länger als nur ein paar Augenblicke fesselt, dann habe ich mein Ziel erreicht.

 

FantasyGuide: Ric, auf deiner Seite schreibst du: Malen bedeutet für dich Entspannung. Ist es wirklich "nur" Entspannung, oder auch eine Zuflucht und ein "Sein mit der Kreation"?

 

Ric Sattler: Wenn ich mich in mein "Atelier", das aus einem vollgestopften Dachzimmer besteht, zurückziehe, ist das sicher eine Zuflucht. Wenn ich dann Musik höre, meine Skizzen durchsehe oder an einer neuen Skizze arbeite, dann blende ich damit sicherlich auch die Realität aus. Dabei kann ich mich wunderbar entspannen. Beim eigentlichen Malen der Bilder lasse ich allerdings meistens meine Gedanken schweifen, durchdenke aktuelle Probleme, aber eben ohne den Zeitdruck, dem man normalerweise unterworfen ist. Aber bei jedem Bild gibt es Phasen, bei denen ich komplett in dem Bild aufgehe, nichts mehr von meiner Umgebung mitbekomme und anschließend auch nicht sagen könnte, was in dieser Zeit in meinem Kopf vorgegangen ist. Ich könnte mir vorstellen dass du das unter "Sein mit der Kreation" verstehen könntest.

 

FantasyGuide: Was fasziniert dich an den Werken deiner Vorbilder Larry Elmore, Clyde Caldwell, Luis Royo, Keith Parkinson, Tim Hildebrandt und Boris Vallejo?

 

Ric Sattler: Das ist schwer zu beantworten, da mich je nach Maler unterschiedliche Dinge faszinieren. Luis Royo's Maltechnik finde ich einfach sehr beeindruckend, während mir seine Bildinhalte teilweise nicht so richtig gefallen. Ähnlich sieht es bei Boris Vallejo aus. Halbnackte Schwertkämpferinnen machen für mich irgendwie nur begrenzten Sinn. Die anderen Maler gehören eher zu den Illustratoren, die wir von Rollenspiel-Regelwerken, Spielkarten und Buchillustrationen der 70er bis 90er Jahre kennen. Daher haben sie mich natürlich mit geprägt. Larry Elmore kenne ich als einzigen dieser Maler persönlich und muss sagen, dass mich hier auch der Mensch extrem beeindruckt hat.

 

FantasyGuide: Mich persönlich begeistert dein Bild "The Witch" sehr. Es hat eine unheimlich anziehende und dabei geheimnisvolle Ausstrahlung. Wie kam es zu diesem Bild?

 

Ric Sattler: Ich hatte mit einem Model Fotoaufnahmen gemacht und sie dabei mit einem Umhang und düsterer Beleuchtung experimentieren lassen. Als ich dann später eine Vampirin malen wollte, kamen mir diese Fotos wieder in den Sinn und es entstand das Bild "Witch". Die Vampirin sollte dabei neben dem Umhang modernere Kleidung tragen und ich dachte mir, dass ein dunkles Wesen wie ein Vampir vielleicht Gefallen an Lack und Leder haben könnte. Später habe ich einige Fehler in der Pose korrigiert und daraus ist das Bild "Modern Witch" entstanden, weniger eine Vampirin, sondern eher eine moderne Hexe.

 

FantasyGuide: Könnte es dich auch reizen, düstere unheimliche Bilder zu malen, oder magst du lieber reine "freundliche" Fantasy?

 

Ric Sattler: Anfangs habe ich nur nette, freundliche Fantasybilder gemalt. Mittlerweile sehen einige der Bilder immer noch ganz nett aus, aber sie entwickeln langsam einen Hang zu der dunkleren Seite der Fantasy. Und wenn du wüsstest, wie die aktuellen Skizzen aussehen, würdest du diese Frage nicht stellen müssen: Ja, dunkle und düstere Fantasywelten reizen mich und es wird im nächsten Jahr weitere Bilder aus diesem Bereich geben.

 

FantasyGuide: Du konzentrierst dich bei deinen Bilder vordergründig sehr auf die Darstellung der Personen. Landschaftliche, fantasievolle Weiten wie z.B. bei Bildern von Alan Lee oder John Howe sind weniger zu finden. War noch nicht das passende Motiv da oder ist es dir einfach wichtiger, das Hauptaugenmerk auf die Person im Bild zu lenken?

 

Ric Sattler: Ich muss zugeben, dass ich ursprünglich fast nur Portraits gemalt habe und obwohl die Landschaftsmotive der genannten Künstler mir sehr gut gefallen, mich eher die kleinen und großen Geschichten interessieren, die hinter einer Person stehen können. Landschaften üben da nur einen geringen Reiz auf mich aus und dienen "nur" als Kulisse. Eine Landschaft wird durch den jahreszeitlichen Wechsel, die Witterung und Naturkatastrophen verändert. Bei Menschen treten die meisten Veränderungen und damit Erkenntnisse nach Erlebnissen mit anderen Personen auf. Dies trifft z.B. auch auf das Bild „Zwischenstopp“ zu, das den Moment des Innehaltens darstellt, eben den Moment vor einem Ereignis, das eine Person verändern wird, oder kurz danach. Den Moment, in dem man überlegt, ob man etwas Bestimmtes tun will, oder es besser bleiben lässt. Oder auch den Moment, wenn man sich fragt, ob das, was gerade passiert ist, denn wirklich gut war. Es sind Erlebnisse, die Freunde und Bekannte gemacht haben, die ich aber auch selbst gemacht habe. Diese Erlebnisse oder ihre Wirkung in einem Bild darzustellen, ist fast unmöglich und ich tue mich auch sehr schwer damit. Aber versuchen kann ich es ja und wenn es mir gelingt, können sich auch relativ viele Menschen mit dem Bild identifizieren. Oft versuche ich aber auch, einfach nur etwas Interessantes darzustellen, wie z.B. in "Modern Witch"

 

FantasyGuide: Wie siehst du persönlich die Szene der deutschen Fantasykünstler und deren Unterstützung?

 

Ric Sattler: Wenn man mir vor ein paar Jahren die Frage gestellt hätte, ob es deutsche Fantasykünstler gibt, hätte ich diese an einer Hand abzählen können. Natürlich gab es damals auch schon viele Fantasymaler hierzulande, aber nur wenige waren bekannt oder sogar international erfolgreich. Das Internet, Fanzines wie Sono (danke an dieser Stelle) und Webringe geben vielen Fantasykünstlern die Möglichkeit, ihre Werke zu zeigen und durch Diskussionen oder Kritik an ihren Bildern zu lernen. Auf Conventions sind Fantasykünstler mittlerweile gerne gesehene Gäste, wie man an Ausstellungen wie auf dem FeenCon (http://www.feencon.de) oder dem BuchmesseCon (http://www.buchmessecon.de) sehen konnte. Auch werden immer mehr deutsche Verlage auf dieses Potential aufmerksam, so dass z.B. auf der "Spiel" in Essen etliche Fantasy- und SF-Künstler bei den Verlagen zu sehen sind.

 

FantasyGuide: Ric, dein größter Wunsch für die Zukunft?

 

Ric Sattler: Das ist einfach: Viel mehr Zeit zum Malen und für die Leute, denen meine Bilder gefallen.

Bilder von Ric Sattler:

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240227090043412d0323
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Erstellt: 20.05.2005, zuletzt aktualisiert: 16.10.2023 21:13, 331