Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Verrückt nach Karten herausgegeben von Huw Lewis-Jones

Rezension von Frank W. Werneburg

 

Verlagsinfo:

Am Anfang war die Karte

Karten sind mitreißend, voller Wunder und Magie. Karten versprechen Abenteuer und Spannung wie eine gute Geschichte. Robert Louis Stevenson erfand eine Karte, um ein Kind zum Träumen zu bringen. Die Idee für Die Schatzinsel war geboren.

Schriftsteller lieben Karten. Dieser fantastische Atlas zeigt ihre Favoriten. Darunter sind nicht nur die gezeichneten Helden aus ihren Büchern, sondern auch die Pläne realer Städte, die sie inspiriert haben, und die raschen Skizzen am Rand der Seite. Mercators Weltprojektionen faszinieren J. K. Rowling oder Robert Macfarlane genauso wie Google Maps, das Liniennetz der U-Bahn und die Monster aus alten Seekarten.

 

Rezension:

Welcher Fantasy-Fan kennt das nicht? Man schlägt sein neuestes Buch auf und wird von einer Karte begrüßt, die einem erste Eindrücke der noch unbekannten Welt vermittelt. Natürlich findet sich nicht in jedem Fantasy-Werk eine Landkarte. Bei manchen Büchern muss sich der Leser seine eigene Karte im Kopf kreieren. Und natürlich sind es nicht ausschließlich im Fantasy-Genre angesiedelte Geschichten, die mit einer Karte bereichert werden. Auch in Abenteuerbüchern helfen Karten zuweilen, dem Leser ein besseres Bild des Handlungsortes zu vermitteln. Neu ist das Phänomen auch nicht. Schon Arthur Conan Doyle bereicherte einzelne seiner Sherlock-Holmes-Geschichten mit einer Kartenskizze. Selbst in einem Krimi kann eine Karte also hilfreich sein.

 

Aber wie entstehen diese Karten? Wer gestaltet sie? Woher kommt die Inspiration? Der Historiker und Autor Huw Lewis-Jones geht diesen Fragen nach. In diesem schwergewichtigen und prachtvoll gedruckten ›Atlas‹ literarischer Karten lässt er zahlreiche Autoren und Illustratoren zu Wort kommen. Sie alle erzählen, welche historischen Vorbilder sie inspiriert haben, wie die Karten zu bestimmten Büchern entstanden und was Landkarten für eine persönliche Bedeutung für sie haben. So erzählt beispielsweise Daniel Reeve, wie er dazu kam, sämtliche Karten für die Der Herr der Ringe-Filme zu gestalten. Miraphora Mina weiß von den speziellen Problemen zu berichten, die berühmte »Marauders Map« für die Harry Potter-Filme anzufertigen.

 

Der Leser kann in diesem Buch unter anderem auch erfahren, dass es Robert Louis Stevensons Schatzkarte schon gab, bevor er mit dem Schreiben seines berühmten Werkes Die Schatzinsel überhaupt begonnen hatte. Auch historische ›echte‹ Landkarten werden gezeigt, wobei deren Erschaffer oft mehr Fantasie zu Papier oder Pergament brachten als so mancher Fantasy-Autor. Teilweise werden auch Handskizzen der Autoren, die diese selbst beim Schreiben verwendeten, gezeigt, in anderen Fällen die Kartenskizzen des Autors der im jeweiligen Buch abgedruckten Karte des Illustrators gegenübergestellt.

 

Jedem Fantasy-Fan, der sich schon oft an den beigefügten Karten erfreut hat, kann dieses Buch empfohlen werden. Auf Fans anderer mit Karten illustrierter Genre oder von entsprechenden Reisebeschreibungen trifft dies natürlich ebenfalls zu. Wenn der Herausgeber im Nachwort erwähnt, dass es seines Wissens bisher keine Abhandlung über literarische Karten gab, kann ich ihm (meines Wissens) nur zustimmen.

 

Fazit:

Allen, die sich für die Karte im Buch genauso wie für die erzählte Geschichte begeistern können, kann dieses Buch sehr empfohlen werden!

Zum Seitenanfang

Eure Meinung:

botMessage_toctoc_comments_9210
Platzhalter

Buch:

Verrückt nach Karten

Original: The Writer’s Map, 2018

Herausgeber: Huw Lewis-Jones

Übersetzung: Hanne Henninger

Gebundene Ausgabe, 256 Seiten

167 Illustrationen

wbg Theiss, 28. Juni 2019

 

ISBN-10: 3806239312

ISBN-13: 978-3806239317

 

Erhältlich bei: Amazon

Inhalt:

  • Eine plausible Möglichkeit – Philip Pullman
  • Die kleinen Dinge – Huw Lewis-Jones
  • In erfundenen Ländern – Huw Lewis-Jones und Brian Sibley
  • Erste Schritte – Cressida Cowell
  • Ohne Netz – Robert Macfarlane
  • Die Wanderer – Frances Hardinge
  • Der Wiederaufbau von Asgard – Joanne Harris
  • Erfundene Karten – David Mitchell
  • Raus aus der Dunkelheit – Kiran Millwood Hargrave
  • Am Rande der Wildnis – Piers Torday
  • In meinem Kopf real – Helen Moss
  • Hinter der blauen Tür – Abi Elphenstone
  • Unheil angerichtet – Miraphora Mina
  • Unerforschtes Gebiet – Daniel Reeve
  • Konturen entwerfen – Reif Larsen
  • Eine wilde Mischung – Russ Nicholson
  • Der Zyklus der Geschichten – Isabell Greenberg
  • Kein Pfadfinder – Roland Chambers
  • Symbole und Zeichen – Coralie Bickford-Smith
  • Gemeinsame Einfälle – Peter Firmin
  • Fantasy-Welten – Lev Grossman
  • Von der Hand einer Frau – Sandi Toksvig
  • Die Landschaft des Körpers – Brian Selznick
  • Das Unbekannte erforschen – Huw Lewis-Jones
  • Nicht vergessen! – Chris Riddell

Weitere Infos:


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 19.07.2019, zuletzt aktualisiert: 19.07.2019 16:56