Artikel: Die Jugend ist ein endloses Abenteuer
 
ZurŘck zur Startseite


  Platzhalter

Die Jugend ist ein endloses Abenteuer

Zum 160. Geburtstag von Robert Louis Stevenson

 

Redakteur: Ralf Steinberg

 

Jede Zeit hat ihre eigene Literatur und jede Generation w├Ąchst mit anderen Helden auf. Wem es heute als selbstverst├Ąndlich gilt, dass Elfj├Ąhrige f├╝r Harry Potter oder sanfte Vampire schw├Ąrmen, wird vielleicht ├╝berrascht sein, dass man durchaus Robert Louis Stevenson als Vater des Gedankens bezeichnen kann.

Als er 1881 Die Schatzinsel als Fortsetzungsgeschichte in einer Jugendzeitschrift ver├Âffentlichte, bediente er nicht nur eine junge und durch die wenige Jahre zuvor durchgesetzte allgemeine Schulpflicht, wachsende Leserschaft, er schrieb auch entgegen der g├Ąngigen Mode.

Das viktorianische Zeitalter stand f├╝r Realismus ohne damit auch wirklich die Realit├Ąt abzubilden. Zwar beschrieb man in den Romanen der Zeit die Gegenwart im Detail, ├╝berging aber das menschliche Wesen, dass diese Details ber├╝hrte, ihnen Sinn und Bedeutung gab.

Stevenson wollte nicht Realist sein, er nannte sich Romancier. Und so st├╝rzte er seine Hauptfigur Jim Hawkins in ein gro├čes Abenteuer durch einen spontanen Einfall des Jungen. Von H├Âhepunkt zu H├Âhepunkt folgt der Junge seinen Instinkten, seinem Gef├╝hl, handelt spontan nach Lust und Laune.

Am Ende steht der jugendliche Held als der gro├če Gewinner dar, trotz aller ├ťberm├Ąchtigkeit der Erwachsenen oder der Umst├Ąnde.

Stevenson sprach davon, dass die Lekt├╝re seiner B├╝cher ├╝ber das Lesen hinaus bewegen sollen, dass sich das Erleben festsetzen und nachwirken soll.

Ohne Zweifel gelang ihm das.

Bei ihm waren Jugendliche einfach Kinder und konnten ihren Drang nach Abenteuer ausleben. Die Suche nach erregender Gefahr, das Bestehen durch Mut und die Belohnung von Neugierde er├Âffneten Auswege aus der strengen Erziehung.

Stevenson wusste, wovon er da schrieb. Schon fr├╝h zwang ihn ein Lungenleiden dazu, auf seine Gesundheit R├╝cksicht zu nehmen und das fordernde Abenteuer zu meiden. Aber er sp├╝rte, dass es wichtig war. Wenigstens in seinen B├╝chern ├╝berwand er die Schranken der eigenen Schw├Ąche und trat den Herausforderungen des Kampfes von Gut und B├Âse entgegen.

Seine ber├╝hmten Geschichten ├╝ber David Balfour (Entf├╝hrt, Catriona), Die Junker von Ballantrae und nat├╝rlich auch die kolossale Horrorgeschichte ├╝ber Dr. Jekyll und Mr. Hyde boten in erster Linie Unterhaltung und fesselten umso mehr ein stetiges Publikum bis heute.

Sicher hatte Stevenson viele literarische Grundlagen, etwa Edgar Allan Poes Goldk├Ąfer, das den besonderen Wert einer Schatzkarte manifestierte oder die Seeabenteuer eines Captain Marryat, aber die magische Faszination einer Seer├Ąubergestalt wie John Long Silver leuchtet dar├╝ber hinaus und l├Ąsst sich selbst bei Harry Potter wiederfinden. Vielleicht werden die Geschichten von Stevenson auch heute noch verfilmt, neu aufgelegt oder zitiert, denn die Jugend ist ein endloses Abenteuer und manchmal beginnt es einfach mit der Lust auf einen Apfel.

Nach oben

Platzhalter

Artikel:

Die Jugend ist ein endloses Abenteuer

 


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 14.11.2010, zuletzt aktualisiert: 20.06.2022 18:24