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Die Zeitmaschine von Herbert George Wells

Hörspiel

 

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Der Klassiker der Science Fiction-Literatur.

Neu und modern erzählt – und doch ganz dicht am Original.

Oliver Döring Adaption von Herbert G. Wells Science-Fiction-Klassiker Die Zeitmaschine ist ein Hörspiel-Erlebnis der besonderen Art. Nie wurde die packende Geschichte um einen Mann, der in eine ferne Zukunft reist und dort das Grauen erlebt, aufwendiger inszeniert. Mit herausragenden »Hollywood-Stimmen«, einem phantastischen Sounddesign und filmreifer Musik wird Wells visionäres Werk zum Kopfkino.

 

Rezension:

Mit einer schönen Hommage an die klassische Vorlage beginnt das Hörspiel. Doch die kurze Passage mit Ausschnitten aus dem Fernsehprogramm dient dazu, sowohl in die Zeit Ende der 70er einzusteigen als auch die bedrohliche Weltlage durch das Atomwettrüsten zu untermalen.

Jack Milton (Hans-Georg Panczak ist Physikprofessor und wird nach einer Vorlesung von seinem Freund Cabbs (Bernd Rumpf) angesprochen, weil er sich in den letzten Wochen rar gemacht hat. Außerdem droht von der Uni-Leitung Ärger, da es Jack mit der Abrechnung seiner Forschungskosten nicht so genau zu nehmen scheint.

Um Uni und Freund zu beschwichtigen, willigt er ein, seine Forschung zu präsentieren und so lädt er Cabbs zu sich nach Hause ein. Die Vorführung einer Zeitmaschine in Miniaturformat überzeugt den Freund jedoch nicht, zumal die Maschine nicht wieder auftaucht. Cabbs gewährt dem Zeitforscher eine letzte Frist. Als er nach deren Ablauf mit zwei weiteren Freunden bei Jack auftaucht, erscheint ihr Gastgeber in desolatem Zustand, doch er kann ihnen eine unglaubliche Geschichte erzählen …

 

Oliver Dörings Verlagerung der Geschichte in die 70er Jahre funktioniert erstaunlich gut. Die Bedrohung durch einen Atomkrieg untermauert die ethischen Überlegungen des Zeitreisenden. Zudem kann er durch Verwendung eines Kassettenrecorders weite Teile der Handlung als Bestandteil der Binnenerzählung nutzen und den Bericht von Jack mehr Dynamik und Abwechslung verleihen.

Überflüssig erscheint jedoch der Vorwurf der Veruntreuung durch die Unileitung, da dieser Part für die eigentliche Handlung nicht von Bedeutung ist.

Hans-Georg Panczak spielt Jack ganz genau so, wie man ihn kennt. Der energische Wissenschaftler, der aus Selbstüberschätzung Fehler begeht und dennoch bei allem den aufmerksamen Blick für Details und ihr Zusammenspiel nie verliert. Der Rest des Ensembles unterstützt ihn souverän ohne dass jemand weiter heraussticht. Luisa Wietzorek verleiht ihrer Weena die genau richtige Mischung aus naiver Unbekümmertheit und vagem Unwohlsein, mit der ihre Figur schon von Wells charakterisiert wurde. Auch Oliver Döring fügt ihr nichts weiter hinzu und bleibt während Jacks Aufenthalt in der Zeit der Eloys und Morlocks weitestgehend dicht an der Vorlage. Die Modernisierungen beziehen sich hier hauptsächlich auf Anpassungen des Vokabulars.

Der Erzählton hingegen wirkt für die 70er Jahre doch etwas zu antiquiert. Nach dem »Mindfuck« aus der eröffnenden Szene an der Uni, war da mehr zu erwarten gewesen.

Keinerlei Abstriche gibt es bei der soundtechnischen Umsetzung. Stimmung und Action sind erstklassig untermalt, man bleibt stets in der Szene und findet sich problemlos zurecht.

Passend sind auch die beiden Cover von .

Im Rahmen der kleinen H. G. Wells-Reihe sollen auch noch Das Imperium der Ameisen und Krieg der Welten erscheinen und damit tritt Folgenreich in Konkurrenz zu Titania, die jedoch mit ihren Gruselkabinett-Folgen von Krieg der Welten, Die Zeitmaschine und Der Unsichtbare nicht überzeugen konnten.

Das Coverdesign wird sich im Übrigen an einer einheitlichen Reihengestaltung orientieren, die allerdings zu jedem Titel ein eigenes Symbol im Titelrahmen erhält. Eine durchaus stimmige und überzeigende Idee.

 

Fazit:

Herbert G. Wells‘ »Zeitmaschine« in der Bearbeitung von Oliver Döring ist eine behutsam modernisierte Hörspielfassung, die in fast allen Punkten überzeugen kann. Ein gelungenes Hörspiel in zwei Teilen, die sich nicht hinter den Verfilmungen verstecken muss.

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Hörspiel:

Die Zeitmaschine

Original: The Time Machine, 1895

Autor: Herbert G. Wells

Buch, Schnitt und Regie: Oliver Döring

Produktion: IMAGA – Alex Stelkens und Oliver Döring

Produktionsleitung und Regieassistenz: Ila Panke

Tontechnik: Thomas Nokielski

Folgenreich (Universal Music), 29. September 2017

Cover: Sergey Nivens undMichaela Ollesch

 

Teil 1:

Umfang: 1 CD

Spieldauer: ca. 59 Minuten

 

ASIN: B074QD6XGZ

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Teil 2:

Umfang: 1 CD

Spieldauer: ca. 59 Minuten

 

ASIN: B074QCHQ61

 

Erhältlich bei: Amazon

SprecherInnen:

  • Filby: Claus Thull-Emden
  • Gregson: Matthias Lühn
  • Der Zeitreisende: Sascha von Zambelly
  • Mrs. Watchett: Marianne Mosa
  • Weena: Annina Braunmiller-Jest
  • Morlocks: Johannes Bade, Marcel Barion, Marc Gruppe und Kai Naumann

Weitere Infos:


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Erstellt: 12.10.2017, zuletzt aktualisiert: 01.12.2017 11:30