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Zurück nach Mittelerde – Eine lang erwartete Reise (Teil 3)

Ein Reisebericht nach Neuseeland … Aotearoa … Mittelerde

von Holger M. Pohl

 

6. bis 7. November 2019

Waitomo, Waikato und noch mehr Hobbits, aber auch Zwerge

 

Der 6. November war ein Reisetag. Es ging ja nur bis zum Waitomo Caves Hotel an den Waitomo Glowworm Caves. Etwas mehr als hundert Kilometer Fahrt. Wir ließen uns daher Zeit und machten etliche kleine und eine längere Pause. Letztere am Otorohanga Kiwi House and Native Bird Park. Ein kleiner Tierpark, in dem man die Gelegenheit hat Kiwis zu sehen.

 

Wobei dieses sehen ein wenig übertrieben ist. Der Kiwi, ein flugunfähiger Vogel und Neuseelands Nationaltier, ist nachtaktiv. Tagsüber schläft er in Erdhöhlen, in der Nacht ist er dann auf Nahrungssuche unterwegs. Ihn in der freien Natur zu beobachten würde dann heißen, nachts durch den Wald zu schleichen. Aber zum einen ist das nicht ganz so einfach und wahrscheinlich würde man vor lauter Nacht gar nichts sehen. Zum anderen ist der Vogel sehr selten geworden und in die Schutzgebiete kommt man nicht so ohne weiteres rein.

 

Der Kiwi ist nämlich vom Aussterben bedroht. Dem Menschen sei Dank. Nein, nicht weil er auf dessen Speiseliste steht oder sonst etwas hat, wofür Menschen gerne mal Tiere jagen. Aber mit dem Menschen kamen Hunde, Katzen, Possums plus diverse andere Räuber … und die haben dem flugunfähigen Vogel reichlich zugesetzt. Vorher, also vor den Menschen, hatte er keine natürlichen Feinde. Ungehindert und ungefährdet konnte er desnachts durch die Wälder streifen. Heute ist er in freier Natur kaum noch zu finden und es gibt spezielle Schutzgebiete, teilweise auf vorgelagerten Inseln, die von seinen unnatürlichen Feinden rigoros befreit wurden.

 

Wir verbrachten dort etwa zwei Stunden und bei einem Rundgang durch das ganz nett angelegte Gelände besuchten wir auch das Kiwi-Nachthaus. Nachdem wir uns die herrschende Dunkelheit gewöhnt hatten, gelang es uns tatsächlich einen Blick auf einen Kiwi zu werfen. Viel zu erkennen ist allerdings nicht. Etwas, was durch die Gegend huscht und wie ein Vogel aussieht. Menschliche Augen sind nun mal nicht für die Nacht gemacht.

 

Unser Weg führte uns weiter zum Waitomo Caves Hotel, ein im viktorianischen Stil erbautes Gebäude ganz in der Nähe der Caves. Es ist in die Jahre gekommen und würde sicher die eine oder andere Restaurierung vertragen, dennoch waren wir nicht enttäuscht. Es war sauber, ordentlich und das Restaurant liefert leckeres Essen. Was will man mehr?

 

Obwohl in Steinwurfnähe, wollten wir die Glowworm Caves jedoch nicht besuchen. Das hatten wir bereits 2016 getan. Ist ganz interessant und sehenswert, wenn die Glühwürmchen (aber nicht zu verwechseln mit unseren Glühwürmchen) leuchtend an der Decke hängen und unsichtbare Klebefäden auf unvorsichtige Insekten warten. Geführte Touren vermitteln einen guten Eindruck dieser unterirdischen Welt. Doch wie gesagt, dieses Mal keine Option. Wir wollten nur übernachten, denn am nächsten Tag ging es weiter nach Piopio … und in gewissem Sinne wieder Mittelerde …

 

Nach dem gemütlichen Frühstück brachen wir auf in Richtung Piopio. Wir ließen uns Zeit, denn unsere gebuchte Tour sollte erst gegen 12.30 Uhr beginnen und vom Hotel bis Piopio sind es keine hundert Kilometer. Also gondeln durch Neuseelands herrliche Landschaft bei wunderschönem Wetter.

 

Piopio ist ein kleiner, unscheinbarer Ort in der Waikato-Region auf der Nordinsel. Er hat gerade einmal etwa 500 Einwohner und nichts zu bieten, was einen Besuch groß lohnen würde. Aber in der Nähe gibt es eine Farm, die Suzie und Warwick Denize gehört. Und Peter Jackson schien es nun einmal mit Farmen gehabt zu haben. Auf dem Gelände dieser Farm entstanden etliche Szenen zu Der Hobbit – Eine unerwartete Reise. Doch anders als auf der Alexander-Farm – wir erinnern uns: Hobbingen – ist bei den Denizes so gut wie nichts mehr zu entdecken. Außer man nimmt an der Tour teil und erfährt allerlei Interessantes und lauscht den Anekdoten. Das Ganze nennt sich Hairy Feet Waitomo Scenic Film Location Tour.

 

Die Denizes haben ein ganz einträgliches Geschäft daraus gemacht und es finden pro Tag zwei Touren statt. Der Weg führt über Graswiesen, vorbei an Felsformationen, die einem vertraut vorkommen, hinein in einen Wald, der wie ein Wald Mittelerdes wirkt.

 

Welche Szenen wurden nun auf der Denize-Farm gedreht?

  • Gandalf, die Zwerge und Bilbo erreichen das zerstörte Bauernhaus, nachdem sie das Auenland verlassen haben.
  • Gandalf verlässt die Gemeinschaft und die Zwerge und der Hobbit richten sich für die Nacht ein
  • Bilbo soll Kili und Fili die Suppe bringen. Die beiden Zwerge haben festgestellt, dass Ponys fehlen.
  • Zwerge und Hobbit stoßen auf die Trolle und es kommt zur bekannten »Wir sind alle verwurmt!«-Szene.
  • Gandalf kehrt zurück, bringt Licht in das Chaos und die Trolle erstarren zu Stein.
  • Sie finden die Troll-Höhle mit dem Gold und den Schwertern. Bilbo kommt so zu Stich. (Ich auch!)
  • Der etwas wirre Radagast tritt in Erscheinung und informiert Gandalf über die Vorgänge in Düsterwald und Dol Goldur.

 

Alles in allem, mit Schilderungen der Guides – Suzie und Warwick persönlich –, Pausen für jede Menge Bilder und den obligatorischen »Ich bin Gandalf«- oder »Ich bin Bilbo«-Aufnahmen ein Spaß von etwa zwei Stunden. Und das bei wirklich herrlichem Wetter! Wir hatten unsere Freude daran und können es nur empfehlen!

 

Nach der Tour machten wir uns dann auf den Weg zum nächsten Ziel unserer Reise, der Hafenstadt New Plymouth an der Westküste. Über Awakino, Ahiti und Waitara ging es entlang der Küste nach Südwesten. Das Wetter war uns immer noch gut gesonnen und so konnten wir einen ersten, noch sehr fernen Blick auf einen Berg erhaschen, der in seiner Gestalt der Schicksalsberg aus der Ring-Trilogie oder der Einsame Berg aus der Hobbit-Trilogie sein könnte, es aber nicht ist: den Taranaki oder, wie James Cook ihn genannt hat, den Mount Egmont. Der Taranaki ist ein ruhender, kein erloschener Vulkan in einer fast perfekten Kegelform.

 

Unterwegs hätten wir uns gerne die Three sisters and the elephant rock angesehen. Doch leider machte uns die Flut einen Strich durch die Rechnung. Die Felsformationen sind zu Fuß nur bei Ebbe zu erreichen. Leider war aber eben gerade Flutzeit, sodass wir den bereits gefundenen Parkplatz wieder verlassen musste. Aber nun gut, es kann nicht alles nach Wunsch verlaufen. Und unser Highlight für diesen Tag hatten wir ja schon. Wir waren wieder einmal in Mittelerde gewesen.

 

So erreichten wir am späten Nachmittag das Amber Court Motel, recht zentral gelegen und einigermaßen passabel. Unser Zimmer hätte ein bessres sein können, aber wir wollen nicht zu sehr jammern. Wir hatten auch schon schlechter gewohnt und waren ja nicht in Neuseeland um im Luxus zu schwelgen.

 

Zum Teil 4 des Berichtes

Eure Meinung:

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Bilder aus Neuseeland und Mittelerde

Eindrücke einer neuen Reise

Unterwegs zum Erebor ... oder so. Aber keine Adler in Sicht.
Auch das ist kein Adler ... aber ein Greifvogel, wie unschwer zu erkennen.
Und noch ein Vogel.
Ganz offensichtlich kein Vogel. Ist es Smaug, der Prächtige?
Das Waitomo Caves Hotel.
Auf einer unerwarteten Reise ...
Holgalf, der Nochnichtganzgraue
Bilbo bekommt sein Schwert sich ... und ich auch!
Man beachte das Vogelhäuschen im Hintergrund. Ist auch im Film zu sehen.
Der zerstörte Bauenhof, an dem Bilbo und die Zwerge ihr Nachtlager hatten.
Hier trafen Bilbo und die Zwerge auf die Trolle.
Angriff der Warge.
Nein, nicht der einsame Berg ... doch eine Ähnlichkeit ist vorhanden: Taranaki in der Ferne

Die ganze Reise


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Erstellt: 11.01.2020, zuletzt aktualisiert: 08.02.2020 14:31