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Interview: Uwe Anton

Redakteur: Ralf Steinberg


Uwe Anton
Uwe Anton



Es ist Jahrzehnte her, jedoch kann manche Lektüre erst im Nachhinein erkennen lassen, dass ein Roman für eine ganze Epoche steht. Aus dieser Vermutung heraus befragten wir Uwe Anton zu seinem ersten Roman Zeit der Stasis, den er mit Thomas Ziegler einer kreischenden Fan-Basis vor die Füße warf:







 

Fantasyguide: Hallo Uwe, Du bist vielen Lesern als Perry Rhodan-Autor bekannt, jedoch möchte ich heute in Deine wilden Jahre zurückblicken …

 

Uwe Anton: So wild waren sie nun auch wieder nicht.

 

 

Fantasyguide: Ich habe gerade Zeit der Stasis gelesen, eine Gemeinschaftsarbeit von Dir und Rainer Zubeil. Kannst Du Dich noch an jene Jahre erinnern?

 

Uwe Anton: Nur undeutlich. Das ist jetzt fast 35 Jahre her, weit mehr als mein halbes Leben.

 

 

Fantasyguide: Ich vermute als Hintergrund des Romans den Zwischenfall in einem Kernkraftwerk auf der Three Mile Island. Weißt Du näheres darüber zu berichten, wie der Roman entstand?

 

Uwe Anton: Da muss ich leider widersprechen. »Zeit der Stasis« erschien 1979, der Kernschmelzunfall in Block 2 ereignete sich am 28. März 1979. Ich weiß noch, dass der fertige Roman ziemlich lang bei Heyne lag, bevor er veröffentlicht wurde. Wir haben ihn also auf jeden Fall vor diesem Zwischenfall geschrieben. Es trifft wohl eher zu, dass die Wirklichkeit die Fiktion da sehr schnell eingeholt oder sogar überholt hat. Und wie er entstanden ist? Wir beide hatten schon einige Heftromane veröffentlicht und wollten den nächsten Schritt wagen: einen »richtigen« Roman für einen großen Publikumsverlag wie Heyne. Wir wollten reich und berühmt werden. Leider ist nichts daraus geworden.

 

 

Fantasyguide: Wart ihr beide damals heroische Aktivisten, trieb euch eher jugendliches Weltverbesserertum um, oder galt es vielmehr, Mädels zu beeindrucken?

 

Uwe Anton: Die Mädels natürlich. (Lacht.) Nein, nichts davon. Oder von jedem ein wenig. Ich kann da nur für mich sprechen. Rainer war damals schon verheiratet und hatte eine kleine Tochter, ich war auch schon mit meiner ersten Frau zusammen. Ein Weltverbesserer war ich wohl nur in der Science Fiction-Szene. Und unser heroisches Aktivistendasein beschränkte sich auf Gespräche, in denen wir beschlossen, die Welt zu verändern. In die Tat umgesetzt habe zumindest ich sie nie.

 

 

Fantasyguide: »Zeit der Stasis« beschreibt das Entstehen eines diktatorischen Regimes aus der Demokratie heraus und seinen Sturz durch Gewalt. Trotzdem ist es ein Kampf für die Demokratie. Stellte das euer Weltbild dar oder gab es externe Eingriffe in die Handlung? Verlagsvorgaben, Ratschläge von Eltern oder Freunden, bestimmte Dinge zu thematisieren?

 

Uwe Anton: Das Bekenntnis zur Demokratie entsprach damals meinem Weltbild und entspricht ihm noch immer. Natürlich muss man in einem Roman gewisse dramaturgische Gesetze befolgen, sonst wird's langweilig. Externe Eingriffe in die Handlung gab es keine, weder vom Verlag noch von irgendeiner anderen Seite. Wir haben den Roman geschrieben und dann Heyne angeboten, und Heyne hat ihn akzeptiert. Meine Eltern hatten mit Science Fiction nichts am Hut, die haben garantiert nicht hereingeredet. Und für die meisten Freunde war ich ein bunter Paradiesvogel. Im Freundeskreis haben wir solche Gespräche nicht vertieft.

 

 

Fantasyguide: Mir fiel auch die etwas eingeschoben wirkende Verwendung von Psi-Kräften und Mutanten auf. Im Nachhinein kommt bei mir zumindest der Verdacht auf, das wäre der Mode (hallo Gucky!) oder Coolness geschuldet. Quatsch oder Wahrheit?

 

Uwe Anton: Daran kann ich mich nun wirklich nicht mehr erinnern. Natürlich kannten wir Gucky, und ich fand ihn auch ziemlich cool. Aber sowohl Rainer als auch ich standen damals auf Philip K. Dick, und der hat ja auch einige tragische Mutanten beschrieben. Möglich ist aber auch, dass wir uns gefragt haben, wie man einigermaßen realistisch gegen solch eine übermächtige Diktatur ankämpfen kann. Bücher oder Filme, in denen ein einzelner Held gleich das ganze System zum Sturz bringt, fand ich schon damals an den Haaren herbeigezogen. Ausnahmen bestätigen die Regel, aber in den meisten Fällen ist das einfach nur unglaubwürdig. Das wollten wir anders handhaben. Und Mutanten waren damals eben cool.

 

 

Fantasyguide: In dem Roman habt ihr, sehr aktuell übrigens, eine staatliche Kontrolle von persönlichen Daten beschrieben, die zwar technisch heute wenig beeindruckend klingt, in ihrem Umfang aber umso erschreckender wirkt, wenn man bedenkt, dass damals die Bösen dafür verantwortlich waren. Wie siehst Du diese Extrapolation der Zukunft heute?

 

Uwe Anton: Dann haben wir ja was richtig gemacht. Computer waren damals noch Science Fiction, zimmergroß, wurden mit Lochkarten bedient und von der NASA eingesetzt, wenn überhaupt. Die gesamte Science Fiction hat die tatsächliche Entwicklung in dieser Hinsicht nicht vorhergesehen, was ja auch nicht ihre Aufgabe ist. Meiner Auffassung zufolge sollte die SF die Gegenwart in das Gewand der Zukunft kleiden, ihr einen Spiegel vorhalten, meinetwegen auch einen Zerrspiegel, der hilft, aktuelle Tendenzen besser zu erkennen. So gesehen haben wir diese Tendenzen also richtig eingeschätzt. Ich halte die Extrapolation also durchaus für gelungen, auch wenn der eingeschlagene Weg dann in Wirklichkeit anders verlief. Wir sind jedoch quasi am gleichen Ziel angelangt.

Im Übrigen halte ich die heutige Datenwelt für eine der größten Bedrohungen überhaupt. Wir werden manipuliert, ohne es zu bemerken. Die Datenskandale, von denen einer den anderen jagt, sind nur die Spitze des Eisbergs. Ob wir nun von der NSA weltweit überwacht werden oder unsere Krankheitsgeschichten verkauft werden … auch da sehe ich gewisse Tendenzen. Ich fände es nur ganz lustig, wenn drei Tage vor der Bundestagswahl herauskäme, dass unsere derzeitige Regierung gewusst und gefördert oder zumindest gebilligt hat, dass wir von den USA bespitzelt werden. Das wäre doch fast Stoff für einen SF-Roman.

 

 

Fantasyguide: Fehlen derartige politische Romane in der Gegenwart? Sollten deutsche SF-Autoren mehr auf die aktuelle Lage eingehen und sich auch politisches Gehör verschaffen?

 

Uwe Anton: Auf den ersten Blick würde ich sagen: ja, auf jeden Fall. 1984 war 1984 vorbei, die schöne neue Welt haben wir, jetzt brauchen wir den Krieg der Sterne. Die gesamte Science Fiction ist unpolitischer geworden, und wir versinken geradezu in einem Sumpf von »unpolitischer« Fantasy. Aber die Welt hat sich in den letzten 35 Jahren natürlich gewaltig verändert, und wenn man genau hinsieht, findet man natürlich schon einiges an politischer SF, und sei es Ein König für Deutschland.

Im Rückblick muss ich allerdings feststellen, dass die politische SF, wie sie in den siebziger Jahren gepflegt wurde, ein Sturm im Wasserglas war. Die damalige Fandom-Linke wurde einfach assimiliert. So funktioniert das nun mal.

 

 

Fantasyguide: Ein Debüt mit Anfang 20 bei Heyne – wie kam es zu dieser Veröffentlichung und was machte es mit eurem Selbstwertgefühl?

 

Uwe Anton: Wie gesagt, wir haben den Roman geschrieben und Heyne angeboten, und Wolfgang Jeschke, stets ein Förderer junger deutscher Nachwuchskräfte, hat zugeschlagen und ihn angekauft. Und unserem Selbstwertgefühl war das natürlich ungemein förderlich. Andere Kollegen haben jahrelang versucht, bei Heyne unterzukommen, und wir haben das praktisch im Vorbeigehen geschafft. Das haben einige Kollegen mir bis heute nicht verziehen. Schade nur in der Rückschau, dass wir nicht mehr daraus gemacht haben.

 

 

Fantasyguide: Als DDR-geborener ist mir die SF-Szene in der BRD jener Jahre immer noch fremd. Wie aktiv warst Du und wie würdest Du diese Zeit unter dem Aspekt der Science Fiction in Deutschland beschreiben?

 

Uwe Anton: Ich würde die SF-Szene damals vereinfacht in »rechts« und »links« einteilen. Die Linken versuchten zu provozieren, zu agitieren, natürlich auch die Welt zu verbessern, und die Rechten wollten sich nicht damit befassen. Sie wollten in Ruhe ihre Science Fiction lesen und ansonsten ihre langjährigen Freundschaften und Hobbies pflegen, was ich damals nicht so richtig verstand. Die SF war für mich wichtiger als der Schrebergarten. Es war die Zeit der Baader-Meinhof-Anschläge, und der Staat reagierte mit übersteigertem Druck. Ein paar Mitarbeiter der linken Fachzeitschrift Science Fiction Times sind mit Maschinengewehren von der Polizei gestoppt worden, weil sie sich auf dem Weg zur Frankfurter Buchmesse verfahren hatten und mehrmals an einem Polizeipräsidium vorbeifuhren. Als sie dann noch lange Haare hatten … Das ist doch Staatsterror, habe ich da gedacht.

Wenn man solch einen Vorfall richtig aufbereitet zu lesen bekommt, ist man als Schüler natürlich sehr betroffen. Damals stand die Freiheit auf dem Spiel, die Demokratie war in Gefahr. Ulrich Roski hat das mit seiner »putativen Notwehr« ganz gut ausgedrückt.

 

(Wer das nicht kennt, hier ein Link zu einem youtube-Video: Ulrich Roski - Der kleine Mann im Ohr (Live) – Anmerkung des Red.)

 

Aber die »Linken« in der SF-Szene hatten nun mal mehr Ahnung von Science Fiction und auch bessere Connections. Wie gesagt, sie wurden von der Verlagsszene einfach assimiliert. In den achtziger Jahren wurde ein großer Teil der Science Fiction von ehemaligen Mitarbeitern der SFT gestaltet.

 

 

Fantasyguide: Fandom-Linke? Wer war denn das und was ist passiert? Assimilation klingt so nach verkauften Werten und dem Sieg der falschen Leute …

 

Uwe Anton: In den achtziger Jahren wurde ein großer Teil der Science Fiction von Mitarbeitern der SFT gestaltet, die das linke Spektrum der SF-Szene bildeten. Knaur, Moewig, Ullstein, das sind einige der Reihen, die sie betreuten. Vom Sieg der falschen Leute würde ich da nicht sprechen, vor allem der leider schon verstorbene H.J. Alpers war wirklich eine Kapazität auf seinem Gebiet. Was die Politologie betrifft, gab es ja verschiedene Theorien über Unterwanderung. Die kann aber auch in Vereinnehmung umschlagen.

 

 

Fantasyguide: Was sollte man unbedingt gelesen haben, um ein Gefühl für jene Zeit zu bekommen, nicht unbedingt nur SF, welche Musik, welche Filme kennzeichnen für Dich diese Jahre? Was bleibt von damals, was wirkt nach?

 

Uwe Anton: Da bittest du mich jetzt, das gesamte Lebensgefühl dieser Generation zusammenzufassen, und das ist eine unmögliche Aufgabe. Es war eine Zeit der Revolution, des Auflehnens gegen alte Werte und überkommene Verhaltensmuster. Die 68er-Bewegung hielt ja noch Jahre an, und ihre Folgen beeinflussten noch die gesamten 70er Jahre. Ich war zu jung, um das alles vor allem bei den Anfängen bewusst mitzubekommen. Revoltiert und aufgelehnt habe ich mich auch, aber ich bin, sehr zum Ärgernis gewisser Kreise, nie mit dem Strom geschwommen.

Wenn andere Hannes Wader hörten, hörte ich Udo Jürgens. Es war die Zeit der großen historischen Fragen: Beatles oder Rolling Stones? (Für mich die Beatles, ohne jeder Frage. Jahre später, nach dem Niedergang der Kultur, lautete diese historische Frage dann: Dallas oder Denver Clan? Auch da gibt es nur eine Antwort: Falcon Crest.)

David Bowie hat mich begeistert, aber auch Amanda Lear. Bowie ist heute noch ein Begriff, Lear nicht mehr. DAS Buch jener Zeit war Heinleins Fremder in einer fremden Welt, aber ich fand es unlesbar und habe Philip K. Dick gelesen, der einen gewaltigen Einfluss auf mich ausübte und heute noch auf mich ausübt. Aber Dick war kein Kind der sechziger oder siebziger, sondern der fünfziger Jahre.

Jeder fand damals 2001 – Odyssee im Weltraum toll, bei der heutigen Jugend ist der Film DER Langweiler überhaupt. Ich finde ihn noch immer klasse. Ich habe jetzt eine Woche über diese Frage nachgedacht und muss sagen: Vielleicht habe ich mich schon damals viel zu sehr für Science Fiction interessiert, um von der wirklichen Welt sehr viel mitzubekommen. Ich fand Star Trek immer interessanter als Lokalpolitik. Das ist heute natürlich ganz anders, aber ich bin auch nicht mehr der Mensch, der ich damals war, vor 35 Jahren.

 

 

Fantasyguide: Wenn Du so die alte Schwarte betrachtest, regt sich da Stolz oder ist Dir Dein Frühwerk peinlich?

 

Uwe Anton: Ich bin eindeutig stolz auf »Zeit der Stasis«. Peinlich ist der Roman mir garantiert nicht. Man muss ihn natürlich im zeitlichen Kontext sehen, bedenken, was war damals machbar und denkbar. Ich glaube schon, dass der Roman ein »moderner Klassiker« ist.

 

 

Fantasyguide: Sollte so ein Roman ins Museum, wie Klaus N. Frick in seinem Blog über einen anderen uralten Roman schrieb oder lieber in die unterste Schublade? Ist es Dir vielleicht gar nicht Recht, dass man ihn wieder ins Licht der Öffentlichkeit zerrt?

 

Uwe Anton: Weder ins Museum noch in die unterste Schublade. Er ist ein Stück Zeitgeschichte. Und so uralt ist er ja gar nicht, schließlich lebt einer der beiden Verfasser ja noch. Er ist ganz einfach ein Teil Rainers und meiner Entwicklungsgeschichte. Mit deiner Rezension hast du ihn ja nicht unbedingt wieder »ins Licht der Öffentlichkeit gezerrt«. Ob ich ihn jetzt ohne eine gründliche Überarbeitung noch einmal veröffentlicht sehen wollte, ist eine andere Frage, aber die stellt sich für alle meine Texte aus dieser Zeit.

 

 

Fantasyguide: Rainer Zubeil aka Thomas Ziegler wurde mir zunächst als Star Wars-Übersetzer bekannt, später dann las ich mit Erstaunen Perry-Hefte aus dem Chronofossilien-Zyklus. Ich fand seinen Stil phantastisch. Wie war Rainer Zubeil als Mensch, was für eine Beziehung verband euch?

 

Uwe Anton: Ich wohnte damals in Remscheid, er in Wuppertal – das waren 20 Minuten mit dem Zug. Wir lernten uns wegen unseres gemeinsamen Interesses an der SF kennen, haben uns gegenseitig besucht, haben beide geschrieben, und ich habe Rainer damals ins Fandom gebracht. So gesehen war ich also an seiner späteren Karriere »schuld«. Ich kannte Rainer also schon, bevor er berühmt wurde. Auf einem meiner »Mini-Cons« – 30 Leute aus der SF-Szene in meinem damaligen 30-Quadratmeter-Apartment – lernte er dann auch andere Leute aus der Szene kennen und erkannte, dass es Alternativen zu seinem Job bei der Wuppertaler Stadtverwaltung gab. Damals, ganz am Anfang, waren die Mädels übrigens noch ein heißes Thema. Er wurde damals im Standesamt eingesetzt. Wegen seiner langen Haare, die ihm wirklich bis zum Hintern reichte, hatte die Stadtverwaltung ihn aus dem Öffentlichkeitsverkehr genommen. Aber er wäre als Beamter sowieso nicht glücklich geworden.

Wir schrieben dann für einige Fanzines und veröffentlichten ziemlich schnell auch Heftromane, einige davon gemeinsam. Rainer war wirklich ein begnadeter Schriftsteller, allen anderen aus unserer gemeinsamen Bekanntschaft weit voraus. Nach »Zeit der Stasis« wurde er ziemlich schnell von den Terranauten rekrutiert. Dadurch wurde Willi Voltz auf ihn aufmerksam, der schon schwer krank war und ihn für »Perry Rhodan« heranzog und als Exposé-Autor-Nachfolger aufbauen wollte. Wir verloren uns aus den Augen. Gerüchteweise war er wochenlang nicht für den Pabel-Verlag greifbar, einfach untergetaucht, was für Pabel natürlich nicht akzeptabel war. Er wurde gefeuert. Wir schrieben dann einen zweiten Roman für Heyne, planten einen dritten, von dem vielleicht die Hälfte schon vorlag, und dann zog Rainer nach München, und wir verloren uns erneut aus den Augen. Dort machte er Karriere als Autor fürs Fernsehen und als Übersetzer. Die Star Wars-Übersetzungen, durch die du ihn kennengelernt hattest, kamen also erst zu diesem Zeitpunkt.

Du darfst nicht vergessen, damals gab es noch kein Internet. Man konnte nicht einfach so in Verbindung bleiben, musste Briefe schreiben, was wir beide natürlich nicht taten. Für die heutigen Leser: Ein Brief ist eine auf Papier festgehaltene Nachricht, die meist von einem Boten übermittelt wird und eine für den Empfänger gedachte persönliche Botschaft enthält.

Rainer war sicher kein einfacher Mensch im gängigen Sinne, und er hatte seine Probleme. Mehr möchte ich hier nicht dazu sagen. Erst, nachdem er nach Köln zog, hatten wir wieder mehr Kontakt.

 

 

Fantasyguide: Was sollte man unbedingt von euch beiden gelesen haben, was hältst Du jeweils für eure Sternstunden?

 

Uwe Anton: Natürlich Erdstadt, unseren zweiten Roman bei Heyne, der als Kind seiner Zeit noch besser ist als »Zeit der Stasis«.

Für jeden einzelnen gilt: Rainer ist kurz vor seinem Tod wieder bei Perry Rhodan eingestiegen, und ich habe seinen letzten Roman redigiert, Die letzten Tage Lemurias, der 2005 ebenfalls bei Heyne erschienen ist. Wenn man diesen Roman liest, bekommt man den Eindruck, er habe seinen viel zu frühen Tod vorausgeahnt, so oft hat er den Tod erwähnt. Wer sich für Thomas Ziegler interessiert, sollte diesen Roman lesen.

Was mich betrifft: Natürlich ist mein nächster PERRY RHODAN mein bester Roman überhaupt.

 

Fantasyguide: Vielen Dank für das Unterbrechen Deiner Arbeit, um an diese kleinen Zeitreise teilzunehmen, ad astra!

 

Uwe Anton: Vielen Dank für die Fragen. Sie waren sehr anspruchsvoll und haben mich ebenfalls auf eine kleine Zeitreise geführt. Es ist wirklich schon lange her …

 

Uwe Anton ohne Zigarette und ohne Getränke im Hintergrund, aber mit SF-Bild-Droge
Uwe Anton ohne Zigarette und ohne Getränke im Hintergrund, aber mit SF-Bild-Droge

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Holger
Dienstag, 17. September 2013 12:55 Uhr
Insbesondere gab es auch viele gute Herausgaben von P.K. Dick-Büchern, der ja in der linken Szene wirklich Kult war, und von dem man bis dato nur gekürzte, schlechte Übersetzungen auf deutsch lesen konnte. Allerdings hatte mich doch manchmal sehr gewundert, was da herausgegeben wurde, weil vieles zwar dem Markt entsprach aber so gar nicht dem politischen Spektrum der Ex(?)-Linken des SF-Fandoms.

Holger
Dienstag, 17. September 2013 12:51 Uhr
Man muss allerdings sehr zugeben, dasd die SF-Times damals neben dem Quarber Merkur die fachlich am besten geführte SF-Zeitschrift war, die von "Amateuren" im Fandom herausgegeben wurden. Die linke SF-Szene landete als bei Knaur, Bastei und Moewig/Pabel, wo sie viele schöne SF-Bücher in beeindruckender (literarischer und übersetzender) Qualität herausbrachte. Vorher gab es nämlich nur Goldmann und Fischer Orbit mit seeehr gekürzten und mies übersetzten Texten (Tony Westermayr). Dennoch: alle Wege führen nach Rom und so landeten die meisten linken Fans irgendwann bei Perry Rhodan, der dadurch allerdings auch sehr an Profil gewann und sein "faschistoides" Landser-Geschreibsel verlor, dem insbesondere Scheer und Gehrmann mitunter anhingen.

Holger
Montag, 16. September 2013 14:05 Uhr
Ich denke, dass der AST(Aktivgruppe Spekulative Thematik), aus dem das linke Fandom damals meist bestand, ins Establishment der Verlage ging und zwar viele schöne SF und überhaupt phantastische Reihen herausbrachte, dabei aber verbürgerlichte und seine linken Ansprüche verlor, die im Fandom damals noch vorhanden waren. Aber junge Menschen sind eben idealistisch, ältere realistisch.

Gerhard
Montag, 16. September 2013 11:10 Uhr
Ein lesenswertes Interview mit interessanten Fragen und Antworten.
Bringt den Menschen Uwe Anton näher und beleuchtet eine fast schon vergessene Zeit.
Sehr gut gelungen.

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Buch

Zeit der Stasis

Autoren: Thomas Ziegler und Uwe Anton

Taschenbuch, 191 Seiten

Heyne Verlag, 1979

Titelbild: Wojtek Siudmak

 

ISBN-10: 345330599X

ISBN-13: 978-3453305991

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 07.09.2013, zuletzt aktualisiert: 03.04.2019 09:25