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Das E-Book Event der Brennenden Buchstaben 2017

Bericht von Ralf Steinberg

 

Das diesjährige eBook-Event der Brennenden Buchstaben stand unter dem Motto Wir machen ganz viel Bücherlesen. Vom 05. Mai bis 04. Juni standen jeweils an den Wochenenden insgesamt 15 Veranstaltungen auf dem Plan. Fast alle konnten auch planmäßig stattfinden und immerhin zu sechs von ihnen eilte ich in die epischen Weiten des Second Life.

Monika Loerchner: Hexenherz – Eisiger Zorn

Monika Loerchner: Hexenherz – Eisiger Zorn
Monika Loerchner: Hexenherz – Eisiger Zorn

Für mich begann das 2017er eBook-Event der Brennenden Buchstaben am 7. Mai mit der Lesung von Monika Loerchner, die kurzfristig für Gabriele Behrend einsprang. Diese musste aus privaten Gründen leider kurzfristig absagen, die Lesung wird aber am 11. Juni nachgeholt.

 

Hexenherz – Eisiger Zorn ist der erste Roman von Monika und der Abend stellte erst ihre dritte Lesung vor Erwachsen dar. Entsprechend aufgeregt war sie und natürlich begeistert von der phantastischen Umgebung.

 

Das Bühnenbild stammte von Barlok Barbosa und so saßen die rund 20 Gäste gemütlich vor einer Hexenhütte in einem verwunschen Wald samt Spinnweben und seltsam aussehenden Bäumen.

 

Thorsten Küper, Monika Loercher und Regina Schleheck
Thorsten Küper, Monika Loercher und Regina Schleheck
Zylinder und Hexenhüte für alle!
Zylinder und Hexenhüte für alle!

Auf den Kaffeehaustischen lagen Hexenhüte und lauschige Zylinder, die man sich aufsetzen konnte.

 

Thorsten Küper ließ es sich nicht nehmen, als Mitleser zu fungieren.

 

Im Zentrum des Romananfangs steht eine Mittelalterwelt, in der die Inquisition etwas anders verlief. Jede Frau ist eine Hexe und darum sind uns heute lebensnotwendige Dinge wie etwa Strom, nicht entdeckt worden.

 

Hexenherz und Spinngewebe
Hexenherz und Spinngewebe

Jahrhunderte später gibt es ganz eigene Problemfelder. Die Umkehrung der Geschlechterverhältnisse sorgte für großen Erheiterung, wenn auch Diskriminierung stets böse ist. Aber das Schreiben habe ihr Spaß gemacht, erklärte die Autorin im Anschluss.

 

Der Roman erschien im acabus Verlag: Hexenherz. Eisiger Zorn.

 

Regina Schleheck: Der Kirmesmörder – Jürgen Bartsch

Regina Schleheck: Der Kirmesmörder – Jürgen Bartsch
Regina Schleheck: Der Kirmesmörder – Jürgen Bartsch

Die nachfolgende Lesung von Regina Schleheck fand im Theater der Brennenden Buchstaben statt.

 

Regina hatte extreme Schwierigkeiten mit der Technik und konnte leider nicht die coolen Auto Scooter als Sitz benutzen, sodass Bühnenbildnerin Miara Lubitsch kurzerhand zwei schicke Sessel auf die Bühne stellte.

 

Regina las aus ihrem True Crime Roman Der Kirmesmörder – Jürgen Bartsch. Der Roman stellt nicht ihre erste Arbeit dar, jedoch etwas Besonderes, da er ein wahres Verbrechen zum Thema hat.

Der Fall des Jürgen Bartsch, einem brutalen Kinderschänder, hat ihre Kindheit begleitet und ist für sie nachhaltiger als entsprechende Horrorgeschichten.

 

Das Bühnenbild von Miara Lubitsch
Das Bühnenbild von Miara Lubitsch

Zunächst hörten wir ein Kapitel aus Sicht eines Opfers, Karl. Um keine Persönlichkeitsrechte zu verletzten, hat Regina diese Geschichte aus den Akten extrapoliert. Sie hat mit Absicht keine Nachforschungen zu realen Jungen vorgenommen, sondern sich rein an den Fakten orientiert.

 

Regina liest
Regina liest

Ihr Buch nähert sich den Verbrechen aus vielen Perspektiven. So berichtet die zweite Szene von einer Zeitzeugin, Hildegard, die Bartsch nie selbst erlebte.

 

Regina gibt etwa vier Lesungen im Monat, pro Woche mindestens eine und ihre erste Second Life Lesung fand sie im Vergleich dazu etwas schwieriger.

 

In der nachfolgenden Diskussion zu diesem doch recht düsteren Buch erzählte Regina, dass Bartsch während der Kastration an zehnfach überhöhtem Narkosemittel starb und das nie recht aufgeklärt wurde.

 

Das Theater
Das Theater

Trotz des heftigen Themas vollzog sich das Schreiben recht schnell. Als Lehrerin konnte sie die Sommerferien nutzen und durch einen Schulwechsel bedingt, entstand der Roman in nur sechs Wochen.

 

»Der Kirmesmörder – Jürgen Bartsch« erschien im Gmeiner Verlag.

Frederic Brake: Eleonore

Frederic Brake: Eleonore
Frederic Brake: Eleonore

Leider konnte ich erst am 21. Mai erneut den Weg in die Weiten des Second Lifes wagen.

Frederic Brake stellte seine Urban Fantasy Story Eleonore vor.

 

Frederic zählt mittlerweile zum Inventar und die Brennenden Buchstaben sind ohne ihn kaum vorstellbar.

 

Das Bühnenbild erschuf erneut ein hervorragend aufgelegter Barlok Barbosa.

 

»Eleonore« ist Urban Romantasy, etwas untypisch für Frederic, und spielt in Chicago City, einem Hot Spot der Urban Fantasy.

 

Er bekam auch gleich Lob vom Conferencier Thorsten Küper, weil er einer der Autoren ist, die einmal angeteasert fröhlich anfangen, über Werk und Schaffen zu plaudern.

 

Frederic Brake und Thorsten Küper
Frederic Brake und Thorsten Küper

Zunächst werden wir in eine Kneipe entführt, die ganz passend Zitternde Elfe heißt. Es geht um eine traurige Liebesgeschichte. Eleonore starb vor zwei Jahren durch Schuld ihres Mannes, dem Erzähler, als ein Abwehrzauber gegen Azreal fehlschlug. Nur durch einen Zombiezauber konnte Eleonore in der Welt gehalten werden, doch nun zerfällt sie. Ein guter Nekromant wird gebraucht. Doch die sind verboten. Elkon, der Wirt der Zitternde Elfe könnte vielleicht helfen …

 

Während Küper den Wirt und später einen Zwerg spielt, darf Frederic den traurigen Gatten lesen.

 

Ein trockener Barloks Hafen – romantastisch!
Ein trockener Barloks Hafen – romantastisch!

Die zweite geschichte handelt von einem Journalistenalbtraum und spielt in Zwischenerde.

J., gelesen von Frederic, ist Reporter und soll einen Ork, Küper in einer Paraderolle, namens Rotzi interviewen.

Schräg und köstlich serviert, gab es Standig Ovations vom Publikum. Sitzplätze gab es diesmal auch gar nicht.

 

Im Anschluss plaudert Frederic weiter: Als erfahrenes SL-Urgestein erzählte er von seinen SL-Experimenten mit Kostümen und seiner Marotte, hier nie Schuhe zu tragen.

Andreas Zwengel: Der zweite Krieg der Welten

Andreas Zwengel: Der zweite Krieg der Welten
Andreas Zwengel: Der zweite Krieg der Welten

Direkt nach Frederic Brake las Andreas Zwengel aus seiner Serie Der zweite Krieg der Welten, die er unter dem Pseudonym Wilko Lennart schreibt.

 

Es stellte seine erste Lesung in SL dar.

 

Andreas mischt gern die Genres, schreibt auch für Blitz bei Rhen Dark, mag Pulp, auch Streampunk und arbeitet als Lehrer an einer Förderschule.

Er schreibt mindestens 10.000 Zeichen am Tag, so der Plan.

 

»Der zweite Krieg der Welten« ist eine Serie, die den Krieg der Welten von Herbert G. Wells fortschreibt.

 

Handlungsschauplatz der ersten Szene ist London in der Jetztzeit.

 

Sie kommen wieder
Sie kommen wieder

Erste mysteriöse Ereignisse ploppen auf. Der actionreiche Einstieg erzählt von tragische Ereignissen um eine Wissenschaftlerin.

Im Hintergrund agiert eine Organisation die seit 120 Jahren darauf wartet, dass die Marsianer zurückkehren. Inzwischen sind sie aber sehr geschrumpft. Es gibt in ihr viele Nerds in einer Art Mischung aus Big Bang Theory und den Expendables.

 

Die zweite Szene spielt in der Vergangenheit und handelt von der Gründung der Organisation.

 

Der Küper und Andreas un den Fängen der Marsianer
Der Küper und Andreas un den Fängen der Marsianer

Gerade ist Teil 5 als eBook erschienen, jeweils drei werden zu einem Taschenbuch zusammengefasst. Die ungewöhnliche Verlagswahl erklärte Andreas durch Kontakte seines »Rhen Dark«-Herausgebers.

 

In der dritten Szene springen wir wieder in die Gegenwart. Drei junge Autofahrer begegnen einem Tripod.

 

Mehr zu Serie gibt es auf der Homepage von Andreas.

 

Für das Bühnenbild griff Barlok wieder in die Vollen.

 

Ein gigantisches Panorama!
Ein gigantisches Panorama!

Tripods, Luftangriffe, brennende Panzer, zudem hingen Andreas und Küper in den Tentakeln von Tripods fest und lasen von dort aus ihre Szenenparts. Großartig!

 

Jennifer B. Wind

Jennifer B. Wind
Jennifer B. Wind

Das eBook-Event der Brennenden Buchstaben bietet eine große Bandbreite an Geschichten und Genres, die für alle etwas bietet und das Dabeisein wird stets zum Erlebnis.

 

So auch am 3. Juni, als Jennifer B. Wind im Brennenden Theater aus ihren Kurzgeschichten vorlas.

 

Jennifer verhalf mit ihrem Wiener Schmäh bereits vielen Lesungen in Second Life zu besonderer Aufmerksamkeit.

 

Begleitet wurde Jennifer von Petra K. Gungl und Thorsten Küper, die mit ihren Stimmen und Schauspiel den Geschichten eigene Noten aufdrückten.

 

Jennifer janz jemütlich im Lesesessel
Jennifer janz jemütlich im Lesesessel

Das Bühnenbild des Brennenden Theaters kreierte wieder einmal Miara Lubitsch.

 

In Die Stimmen hört ein schizophrener Mann seine Eltern, während wir in der Weihnachtsnovelle Last Christmas Bekanntschaft mit dem österreichischen Arbeitsmarktservice machen.

 

Die Novelle erschien in der Anthologie Von Zimtsternen und Zimtzicken im Gmeiner Verlag.

 

Zum Abschluss wurde aus dem Roman Als Gott schlief gelesen und tatsächlich war daraus bereits zum dritten Mal in Second Life zu hören, bald haben wir das Buch durch.

 

Petra K. Gungl, Jennifer B. Wind und Thorsten Küper im Kofferraum
Petra K. Gungl, Jennifer B. Wind und Thorsten Küper im Kofferraum

Leider reichte die Zeit nicht mehr für jene Geschichte, die Miara zu ihrer Bühnedeko inspirierte und in der es um drei Leichen in einem Kofferraum ging. Aber so eine Stunde Spaß geht schnell vorbei.

 

Das Publikum des Brennenden Theaters
Das Publikum des Brennenden Theaters

Glaszsphäre

Glaszsphäre
Glaszsphäre

Mit einem ganz besonderem Leckerbissen endete das 2017er eBook-Event der Brenenden Buchstaben: das Gemeinschaftsprojekt Glaszsphäre von Moewe Winkler, Michael K. Iwoleit und Thorsten Küper.

 

Die Kurzgeschichte In der Glaszsphäre von Thorsten Küper ist im letzten Dezember in der zeitschrift Spektrum der Wissenschaft erschienen.

Moewe, Michael und der Kueperpunk erschufen daraus eine musikalische Literaturinstallation für den Cyberspace.

 

Das Publikum saß zusammen mit den drei Kulturschaffenden in kultigen Kugeln unter einer blasigen Sphäre. Wortwürfel fielen auf uns herab, Blütenblätter und Lichterscheinungen überspülten uns und im Hintergrund artikulierte die Musik ein treibendes Ambiente.

 

MKI, Möwe und der Küperpunk
MKI, Möwe und der Küperpunk

Passend zur Story erschien uns das Bild einer glücklichen Familie. Nachdenklich stimmende Sätze prägten unsere Netzhäute und aus dem Cyberspace grüßten Nachrichtenschnipsel …

 

Blutende Sphäre
Blutende Sphäre

Es war ein überraschendes und überwältigendes Erlebnis. Sehr coole Musik, viele Animationen und eine klasse vorgelesene Geschichte.

Insgesamt grandios und eine mehr als würdige Abschlussveranstaltung, auch wenn noch nachzuholende Lesungen folgen werden!

 

Erweckend
Erweckend

Die gesamte Kunstinstallation wurde von der bezaubernden Natascha Randt mitgeschnitten und ist somit komplett für alle, die nicht live in Second Life dabei sein konnten, mitzuerleben und nachzuhören.

 

Die Glaszsphäre
Die Glaszsphäre

Vielen Dank allen Beteiligten für dieses wunderbare Event!

Gabriele Behrend: Nebelmelodie

Gabriele Behrend: Nebelmelodie
Gabriele Behrend: Nebelmelodie

Update 12.06.2017

Am Sonntag, den 11. Juni holte Gabriele Behrend ihre eigentlich für Mai geplante Lesung nach.

 

Sie las aus der Anthologie Nebelmelodie ihre Kurzgeschichte Das Kind des Steuermannes vor, das sehr detaillierte Bühnenbild stammte von Barlok Barbosa und als Mitleser fundierte erneut Thorsten Küper.

 

Als Empfehlung wurde die Verwendung eines Raumanzuges empfohlen, da die Lesung auf den Saturnmond Titan führen würde. Zum Glück las Gabi in einer gut belüfteten und klimatisierten Raumstation, sodass kein Avatar zu Schaden kam.

 

Gabi und ein Raumanzug namens Kueperpunk
Gabi und ein Raumanzug namens Kueperpunk

Nebelmelodie erschien bereits im letzten Jahr und hatte als Inspiration die Musik von PelleK (Per Fredrik Åsly) zum Thema, von dem ich vorher noch nie etwas gehört hatte. Der Kueperpunk auch nicht, wie er verriet und deshalb eine Einladung zum Mitschreiben ungenutzt ließ.

 

Tragisch an der Anthologie ist, dass Herausgeberin Tedine Sanss das Erscheinen nicht mehr erlebte.

 

Eine kleine, gemütliche Station
Eine kleine, gemütliche Station

Beim letztjährigen eBook-Event trauerten wir bereits um sie, als Frederic Brake seine Story Verrat ist ein Dolch aus Eis aus dieser Kurzgeschichtensammlung vorstellte.

 

Gabi wurde natürlich vorab zur noch ganz frischen Verkündung des KLP-Gewinnes für ihre Kurzgeschichte Suicide Rooms aus Exodus 34 befragt. Sie kniff sich den ganzen Tag, um das begreifen zu können.

Die Story hat sie schon zweimal mit Küper gelesen, einmal beim letzten Festival der Liebe hier in Second Live und beim BuCon 2016.

 

Der Titan bietet Trost und Tod
Der Titan bietet Trost und Tod

»Das Kind des Steuermannes« stellt ihren ersten Ausflug ins Weltall dar und ist eigentlich die Geschichte über eine Kleinfamilie, »nicht humorvoll, eher tragisch, aber schön!«, wie sie betonte.

 

Familienvater Malme flieht vor dem unabwendbaren Schicksal seines kranken Kindes ins All.

Eine hammerharte Geschichte um Verlust und Verdrängung – aus meiner Sicht deutlich besser, als ihre KLP-Story.

 

Gut besucht
Gut besucht

Malme ist quasi der Stiefvater von Gabi, wie sie anschließend aus dem Nähkästchen plauderte, die Kennenlerngeschichte der Eltern entspricht 1:1 der von ihrer Mutter und ihm.

 

Zum Abschluss warb sie noch für den U-Con, der nächstes Wochenende, vom 16. bis 18.06. in Dortmund stattfindet, und zu dessen Orga-Team sie gehört.

 

Barlok übertraf sich wieder selbst
Barlok übertraf sich wieder selbst

Auch wenn die Geschichte alle sehr traurig stimmte und nicht alle sie bis zum Ende anhören konnten, war es sehr berührend, dass Gabi ihre Lesung nachholen konnte. Denn auch um das bezaubernde Raumstationssetting von Barlok wäre es sehr schade gewesen.

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Erstellt: 08.06.2017, zuletzt aktualisiert: 17.11.2017 09:23