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Interview: Achim Havemann von dem Magazin phantastisch!

Redakteur: Michael Schmidt

 

phantastisch! ist ein Magazin im DIN A4 Format, das im Verlag Achim Havemann erscheint. Gestartet als Beilage zu SOL, erscheinen mittlerweile 4 Ausgaben pro Jahr. Geboten wird ein Mix aus Artikeln, Interviews und Kurzgeschichten. Seit der Ausgabe 16 erscheint eine regelmäßige Kolumne von Andreas Eschbach.

Wir stellten Achim Havemann ein paar Fragen zu phantastisch! und der Zukunft des Magazins.

 

FantasyGuide: Hallo »phantastisch!«. Wer steckt hinter »phantastisch!«? Stellen Sie sich doch mal den Lesern des Fantasyguide kurz vor.

 

Achim Havemann: Achim Havemann, Mitte Vierzig, lebt seit 26 Jahren mit den gleichen Leuten in einer Wohngemeinschaft auf dem Lande.

 

FantasyGuide: »phantastisch!« War ehemals eine Beilage von »SOL«. Wie lautet die Geschichte des Magazins »phantastisch!«. Wie kam es zu der Idee? Und wie hat es sich seitdem entwickelt?

 

Achim Havemann: Ich wollte seinerzeit gerne ein Rezensionsfanzine, wie ehedem Reisswolf machen und Klaus Bollhöfener wollte ein richtig »schönes« Magazin. Irgendwann und irgendwie haben wir die Ideen zusammen geworfen und »phantastisch!« war da.

 

FantasyGuide: Den meisten deutschen Phantastik- Magazinen war kein langes Leben beschieden. Im Oktober erschien die Ausgabe 16. Sind Sie mit Ihrem Erfolg zufrieden? Und haben Sie damit Vorreiterfunktion?

 

Achim Havemann: Zufrieden bin leider überhaupt nicht, denn »phantastisch!« liegt finanziell immer noch auf der Intensivstation. Will heißen, dass ich seit 15 Ausgaben regelmäßig zum Quartalsanfang Geld reinstecke. Da das SO nicht geplant war kann ich schwerlich zufrieden sein. Was die (Weiter-) entwicklung von »phantastisch!« in diesen knapp vier Jahren angeht, so bin ich schon angenehm überrascht. Was fehlt ist leider immer noch die zahlende Kundschaft oder ein »Hauptsponsor« …

 

FantasyGuide: Es gibt drei Phantastik/SF-Preise, dort werden regelmäßig Beiträge aus NOVA oder Alien Contact nominiert. Wo bleiben die Nominierungen für »phantastisch!«? Und wäre eine Kategorie für »Artikel« als Ergänzung zur »Kurzgeschichte« nicht wünschenswert?

 

Achim Havemann: Das haben wir uns auch schon gefragt, vielleicht kennen wir die falschen Leute ? Eine Kategorie für Artikel fände ich gut, da auch bei Artikeln »literarische« Arbeit geleistet wird.

 

FantasyGuide: Sie decken ein breites Spektrum ab. SF, Fantasy, Horror, Wissenschaft, Comics. Ist das eher ein Vor- oder ein Nachteil?

 

Achim Havemann: Das ist ein Vor- UND ein Nachteil. Aber ich habe mich immer dagegen gewehrt, nur ein ganz eng begrenztes Klientel zu bedienen. Da gibt es ja eine ganze Reihe von Publikationen, die genau dieses tun (z.B. die »SOL« für PR-Fans)

 

FantasyGuide: Der Verlag Achim Havemann publiziert neben »phantastisch!« noch den Taschenbuch-Katalog 2001 und das Perry Rhodan Jahrbuch 2002. Stellt Sie uns doch mal kurz die beiden Bücher vor.

 

Achim Havemann: Der »Taschenbuch-Katalog« ist eine Bibliographie, in der nahezu alle im deutschsprachigen Raum erschienenen SF, Fantasy und Horror Tb mit Angaben wie Verlag und Reihe / Reihenbandnummer / Autor / Titel gelistet sind. Dazu ist der antiquarische Preis genannt. Der »PR Jahrbuch 2002« ist das dritte seiner Art in Verlag Achim Havemann und enthält alles rund um Perry Rhodan aus dem Jahr 2001.

 

FantasyGuide: Sind noch weitere Publikationen geplant?

 

Achim Havemann: Beide Bücher, »SF Tb Katalog 2001« und »PR Jahrbuch 2002« haben sich relativ schlecht verkauft und waren zudem von den Produktionskosten deutlich teurer als ihre Vorgänger. Und das bedeutet erstmal das Aus für weitere Bücher bei Achim Havemann.

 

FantasyGuide: Welche Zielsetzung verfolgen Sie mit »phantastisch!«? Haben Sie einen bestimmten Anspruch?

 

Achim Havemann: Wir möchten die LeserInnen informativ unterhalten. Wenn uns das gelingt, gut.

 

FantasyGuide: Wie sieht es mit dem Mitarbeiterstamm aus. Haben Sie feste Mitarbeiter oder gibt es für Interessenten die Möglichkeit, sich für eine Mitarbeit zu bewerben?

 

Achim Havemann: Wir haben schon einen kleinen Kern von festen Mitarbeitern, hätten aber auch nichts gegen »neue Gesichter« , allerdings setzen wir einen gewissen Qualitätsmaßstab.

 

FantasyGuide: »phantastisch!« ist ja nur über Direktbestellung zu beziehen. Gibt es Überlegungen, »phantastisch!« an die Kioske zu bringen?

 

Achim Havemann: Das »Kioskproblem«. Fragen Sie mal die Macher von Sagittarius warum für die der Gang an den »Kiosk« letztendlich ihr Untergang war. Aber momentan gibt es tatsächlich Überlegungen, eine Vertriebskooperation mit anderen einzugehen und so auch an den Kiosk, in den Bahnhofsbuchhandel und sonstwo hin zu gelangen. Das ist aber ganz frisch und bedarf noch einiger Zeit zum überlegen.

 

FantasyGuide: Ihr Einfluss in der Szene ist nicht unwesentlich. Des Weiteren bringen Sie ja auch viele Rezensionen und Interviews auch weniger bekannter Autoren und Verlage. Wie gewichtig sehen Sie Ihre »Stimme«? Wie wichtig ist die Kleinverlagsszene für die deutsche Phantastik?

 

Achim Havemann: Die Kleinverlagsszene ist schon nicht unwichtig für die deutsche Phantastik, sollte aber auch nicht überschätzt werden. Da ist auch eine ganze Menge – ich will das mal vorsichtig formulieren – nicht so guter Stoff dabei. Sie hat allerdings in Zeiten, wo z.B. Heyne gerade seine fast »legendäre« SF&F Reihe sehenden Auges gegen die Wand fährt eine ziemlich große Chance, Marktanteile zu ergattern, aber das wird auch nur gelingen, wenn die Qualität stimmt.

 

FantasyGuide: Von welchen Autoren erwarten Sie in Zukunft Großes? Wer gewinnt den DSFP 2005 und 2010 in der Kategorie »Bester Roman«? Und wo bleibt der zweite Eschbach?

 

Achim Havemann: Einen zweiten Andreas Eschbach, der übrigens ab »phantastisch!« 16 eine Kolumne in »phantastisch!« hat, sehe ich derzeit nicht. Namen aus der deutschen Szene, die mir gefallen, bzw. denen ich einiges zutraue sind Eddy M. Angerhuber, Frank W. Haubold, Malte Schultz-Sembten, Michael Marrak (hier eher die kurzen Texte), Andreas Gruber und Stefanie Bense, deren Kurzgeschichte Kampfgefährten ich ganz stark fand.

 

FantasyGuide: Die Konkurrenz ist ja mittlerweile gewachsen. Es gibt »NOVA«, SONO, Omen, etc. Spüren Sie die Folgen positiver bzw. negativer Art?

 

Achim Havemann: Weder noch. »NOVA« befasst sich (fast) ausschließlich mit Kurzgeschichten, »SONO« kenne ich nicht (muss mir das jetzt peinlich sein?) und »Omen« richtet sich wiederum an ein ganz spezielles Klientel.

 

FantasyGuide: Allgemein wird die Phantastik stiefmütterlich behandelt. Wo sehen Sie Vor- bzw. Nachteile gegenüber »normaler« Literatur?

 

Achim Havemann: Ich denke, dass es schon hilfreich wäre, diese unsägliche Unterteilung in »normale« – und im Umkehrschluss – »unnormale« (??) Literatur aufzugeben.

 

FantasyGuide: Die Veröffentlichungssituation für Newcomer ist alles andere als rosig. Welchen Rat können Sie dem ungeduldigen Nachwuchs geben? Und welche Möglichkeiten bieten Sie unbekannteren Autoren?

 

Achim Havemann: Der ungeduldige Nachwuchs möge sich »phantastisch!« 16 kaufen und die Kolumne von Andreas Eschbach lesen … Wir bieten dem Nachwuchs an, uns Kurzgeschichten zu schicken. Ist ein gewisses Potential vorhanden dann werden diese von einem Profi lektoriert und wenn dann Alles passt steht einer Veröffentlichung nichts im Wege. Klingt gut, nicht? Um ehrlich zu sein, ganz so einfach ist das nicht, da wir gerade mit Kurzgeschichten regelrecht überschüttet werden. Heißt also, ins Heft schafft es tatsächlich nur ein Bruchteil.

 

FantasyGuide: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

 

Achim Havemann: Das »phantastisch!« auch in 2006 noch erscheinen wird....

 

FantasyGuide: Vielen Dank für das Interview.

 

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Eure Meinung:

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weitere Infos:

phantastisch!


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Erstellt: 18.04.2005, zuletzt aktualisiert: 16.10.2019 13:19