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Interview zum Album Lore of Nén

Redakteur: Ralf Steinberg

 

Fantasyguide: Hallo Elane, stellt euch doch einmal unseren Lesern vor. Wie habt ihr euch kennen gelernt und warum macht ihr Musik zusammen? Welche musikalischen und literarischen Interessen habt ihr und wer seid ihr eigentlich?

 

Skaldir: Wer wir sind? 5 Musiker, die schon sehr lange Zeit mit Musik beschäftigt sind. Mit Elane fingen Joran und ich im September 2001 mit dem Demo „Der Nachtwald“ an.

Bands die mich beeindrucken: Unicorn (eigentlich so ziemlich alles von Dan Swanö), Arena, Bathory, Katatonia, Moonsorrow...

 

Joran: Ich mag Tori Amos, Arcana, Dead can Dance, Carved in Stone, Anathema uvm. Es gibt einige Gemeinsamkeiten in unseren Geschmäckern, daher machen wir die Musik um uns zu verwirklichen.

 

Nico: Meine musikalischen Interessen sind sehr weit gefächert. Meinen Musikgeschmack definiere ich nicht duch ein bestimmtes Genre. Ich höre Dead Can Dance genauso gerne wie Danzig, Goldfrapps „Felt Mountain“ ebenso gern wie Janus, Tiamat, Compay Segundo, Anathema, Deine Lakaien, Dream Theater oder James-Bond-Soundtracks. Um nur mal ein paar zu nennen. Meine literarischen Interessen gelten aus Zeitmangel nur ein paar wenigen Autoren. Jonathan Carroll z.B., Alessandro Baricco oder Kai Meyer. Das sind die Autoren, die ich lese. Alle anderen aktuellen Romane höre ich lieber.


Joran

Fantasyguide: Joran, Du schreibst in Deinem Studiotagebuch über Deine Erwartungen an das Album: "Ich möchte alles ganz genau auf den Punkt bringen. Alles soll so sein wie es sein soll. Es soll und sehr ausdrucksstark und vor allem wunderschön werden!" Wo ist euch das gelungen und gibt es eventuell Dinge, die ihr in weiteren Projekten verbessern wollt?

 

Joran: Ich glaube ich habe das mit meinen Liedern auf dem Album erfüllt. Aber der Weg ist immer das Ziel und zuende ist er noch lange nicht. Es gibt immer Dinge die man noch ausprobieren möchte.

 

Fantasyguide: Wart ihr eigentlich auch einmal alle zusammen im Studio?

 

Skaldir: Nein, waren wir nicht. Die Geiger waren separat da um ihre Parts aufzunehmen.


Skaldir

Fantasyguide: Aufnahmen in einem Konzertsaal, verschiedenste Instrumente, unterschiedliche Stimmlagen... Skaldir, Du studierst Tontechnik. Wie wichtig ist die Technik überhaupt auf eurem Album?

 

Skaldir: Man kann es vergleichen mit einer Fernsehsendung: Alles ist voll von Technik, aber man sieht keine Kamera und kein Kabel. Den Eindruck, die Technik nicht wahrzunehmen, möchte ich auch auf unsere Alben übertragen. Es soll klingen, als ob wir natürlich zusammen spielen, an einem schönen Ort, und hoffe es ist mir gelungen.

 

Fantasyguide: Beeinflusst es Deine Arbeit als Techniker, dass Du auch selbst komponierst und textest?

 

Skaldir: Interessante Frage. Es war in der Tat so, dass ich größere Probleme hatte, meine eigenen Songs zu mischen als die der anderen, und habe noch bis kurz vor Abgabeschluss die Mischungen optimiert. Doch zum Zeitpunkt der Komposition denke ich zum Glück noch nicht an die Technik, die es im Nachhinein benötigt, und es geht mittlerweile alles sehr natürlich vorwärts.


Nico

Fantasyguide: Nico schrieb, dass das Album voller Abwechslung stecke. "Folksongs sind dabei, orchestrale Lieder, rhythmische und sphärische, verträumte, geheimnisvolle und auch melancholische." Wodurch ist eure musikalische Ausprägung bestimmt worden? Mit Blind Guardian etwa gibt es ja auch Rockmusik mit elbischen Reminiszenzen.

 

Nico: Bereits im Kindesalter, wenn Du erstmals Musik als solche wahrnimmst, beeinflusst sie Dich. Ich merke immer wieder, welcher Song meiner Kindheit evtl. unterbewusst Pate gestanden haben könnte, wenn ich mir ältere Lieder von mir selbst anhöre, zu denen ich in der Zwischenzeit einen zeitlichen Abstand gewonnen habe. Das bedeutet nicht, dass diese Songs genauso klingen, vielmehr haben sie eine vergleichbare Energie oder Atmosphäre oder so etwas. Das würde wohl auch niemand anderes außer mir so empfinden. Aber, ja, ich denke, jede Musik, die ich in den verschiedensten Altersphasen und Lebenslagen intensiv gehört habe und mochte bzw. immer noch mag, beeinflusst mich doch immer wieder beim Komponieren meiner eigenen Stücke.

 

Fantasyguide: Was ist überhaupt für euch "Elbisch" und was fasziniert euch daran so?

 

Nico: Ich habe den Text von Nen ar Tasar (You see) gehört, als er bereits eingesungen war. Und ich war sehr begeistert davon, wie diese Sprache gesungen klingt. Das kann man sich nur schwer vorstellen. Es ist überhaupt gar nichts Kitschiges daran, wie Skeptiker vielleicht vermuten könnten. Die Sprache klingt reif, erwachsen. Sehr klangvoll und mystisch fremdartig.

 

Joran: Elbisch? Eine faszinierende Fremdsprache die der Musik noch mehr an Zauber bringt. Sie passt sehr gut zu diesem Duett und unterstreicht den Kontrast der beiden Charaktere, also der Weide und dem Wasser.


Katrin

Fantasyguide: Melancholie, Sehnsucht oder Einsamkeit sind keine seltenen Themen in der Musik. Was schützt euch vor Beliebigkeit?

 

Joran: Ich denke nichts ist beliebig, was aus einem wahren Gefühl entsteht. Außerdem haben wir unseren unverwechselbaren Sound.

 

Nico: Das Anstreben von Einzigartigkeit.

 

Fantasyguide: Bis auf Licht sind alle Songtexte auf Englisch. Allerdings hatte ich nicht das Gefühl, dass die Lyrics besonders komplex oder schwierig zu verstehen sind. Warum habt ihr euch für Englisch entschieden?

 

Nico: Es ist eine gute Gesangssprache. Nicht zu blumig wie die französische, nicht zu kantig wie die deutsche oder spanische Aussprache. Zudem bin ich für meinen Teil weitestgehend mit englischen Lyrics groß geworden. Und was man kennt, das mag man. Was man mag, das wählt man für seine eigene Musik aus.

 

Fantasyguide: Es gibt ein Buch von Waltraud Levin und Miriam Margraf Die Zaubermenagerie in dem es um Elben in Deutschland geht. Meint ihr, dass man elbisches Leben in einem Land wie unserem, führen kann?

 

Nico: Wer weiß, wie wenig phantastisch es ist, die obligatorischen „Steuern zu machen“, der würde vermutlich sofort abblocken und „Nein“ antworten. Ich glaube aber, dass man in Deutschland durchaus die Möglichkeit hat, aus seinem Leben das zu machen, was man gern möchte. Es gibt enorm wenige Grenzen für diejenigen, die sich selbst versorgen können. Sobald Du also selbst für Dich sorgen kannst, kannst Du fast alles tun und lassen, was Du willst. Gewissermaßen eingeschränkt wirst Du nur dann, wenn Du etwas von der Allgemeinheit in Anspruch nehmen möchtest. Und das finde ich auch bis zu einem gewissen Grad vollkommen legitim, da es wünschenswerter Weise nur über einen befristeten Zeitraum so ist. Damit man das Ziel der eigenen Wunsch-Existenz jedoch erreichen kann, muss man sich vermutlich erst einmal einschränken lassen, sich gesellschaftlichen Regeln unterwerfen, bis man irgendwann den Status erreicht hat, dass man sich auf eigene Beine stellen kann und unabhängig ist. Und bestimmt kann man dann auch ein nahezu elbisches Leben führen, wie auch immer das dann im Einzelnen ausschaut. Allerdings wirst Du sehr häufig mal wieder in das Weltliche zurückkehren müssen, um beispielsweise den Dauerauftrag bei Deiner Bank zu ändern, weil sich der Mietpreis mal wieder erhöht hat. Ha ha! Aber gibt es wirklich auch nur einen Staat auf der ganzen Welt, in dem man vollkommen frei leben und handeln kann und unabhängig ist, vollkommen ohne Einschränkungen? Ich denke nein. Und ein nicht-staatliches Leben zu führen, führt immer gleich zu Existenzängsten. Dann macht man sich grundlegende Gedanken ums Überleben, und nicht um die Art und Weise des Lebens.

 

Fantasyguide: In euren Texten geht es um Suchen, meist sehnsuchtsvoll, dass einen forttreibt, so wie es Tolkiens Elben aus Mittelerde vertrieb. Was erwartet uns aber dort? Gibt es ein Ende, ein Ankommen?

 

Joran: Jedes meiner Lieder ist von Hoffnung geprägt. Wenn man also an seinen Traum glaubt bzw. an seiner Sehnsucht festhält, werden sie sich eines Tages erfüllen.

 

Nico: Es ist schön, ein Ziel zu erreichen. Aber es wird danach immer wieder neue Ziele im Leben geben, so dass man eigentlich immer auf der Suche ist, stets etwas erreichen möchte. Wer sich keine Ziele setzt, verfällt sicherlich schnell in einen depressiven Alltagstrott.

 

Fantasyguide:Wie entstehen eure Texte? Kommen die Wörter mit der Musik, verarbeitet ihr Gedichte und Texte zu Melodien oder ist das eher Zufall?

 

Joran: Zuerst ist es die Stimmung die einen dazu bringt die passenden Harmonien dazu zu finden. Die Texte entstehen im gleichen Zug. Es ist mir wichtig, dass ich die Ideen sofort komplett aufnehme, sonst verwerfe ich sie später wieder....

 

Nico: Bei mir sind es meistens erst die Texte, dann kommt Musik. Dann werden die Texte der Musik angepasst, und dann ist der Song fertig. Es gibt aber auch Ausnahmen.

 

Skaldir: Die meisten Texte stammen zwar von Joran und Nico, aber bei mir kommt grundsätzlich die Musik vor dem Text, im besten Falle beides gleichzeitig.


Simon

Fantasyguide:Werdet ihr live auftreten und wenn ja wann und wo?

 

Nico: Wir treten regelmäßig Live auf. Alle aktuellen Konzertdaten gibt es bei unserer Bookingagentur.

 

Fantasyguide:Wie sehen eure nächsten (Musik)projekte aus?

 

Skaldir: Auch wenn Elane in meinem Leben momentan recht weit im Vorder-grund steht, werde ich in ein paar Wochen anfangen ein neues Album meiner anderen Band Hel aufzunehmen.

 

Joran: Ich beginne mir hier im Süden Deutschlands ein zweites Projekt auf zu-bauen. Wobei ich noch nicht weiß ob ich kompositorisch zwischen ihm und Elane trennen kann. Vielleicht muss ich das aber auch gar nicht. Ansonsten hätte ich schon Lust andere Dinge zu probieren, aber da macht die Zeit einen Strich durch meine Richtung. Mein zweites großes Projekt neben Elane ist alles was ich auf www.glenvore.com mache.

 

Nico: Musikalisch wird es mit Elane weitergehen. Das fordert einen großen Teil meiner Freizeit. Für andere Bands habe ich leider momentan keine Zeit, wenngleich ich schon Lust hätte, auch einmal andere Genres auszuprobieren. Um ein nicht-aktiv-musikalisches Projekt von mir zu nennen, möchte ich den Hörspiegel erwähnen: Wir rezensieren Hörbücher, Hörspiele und auch Musik. Skaldir ist übrigens auch in unserer Redaktion mit dabei! Schaut doch mal vorbei.

 

Fantasyguide:Vielen Dank für das Interview!

 

Skaldir: Wir danken Euch.

 

Eure Meinung:

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Erstellt: 15.10.2008, zuletzt aktualisiert: 29.03.2017 21:00