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Interview mit Michael H. Schenk

Dieses Interview mit Michael H. Schenk führte Christel Scheja im Juli 2008 per Email

Redakteurin: Christel Scheja

 

 

Auf zwölf Bände hat Michael H. Schenk seine Saga um „Die Pferdelords“ angelegt und so genug Zeit, um den Kontinent, die Völker und Kreaturen, die Mythen und Geschichte der einzelnen Rassen zu beschreiben, zu entwickeln und ähnlich wie sein großes Vorbild J.R.R. Tolkien eine epische Geschichte zu erzählen. Dabei bedient er sich bewusst vieler Elemente aus dem Fantasy-Klassiker, spinnt darum aber eine Geschichte, die von Band zu Band eigenständiger wird.

 

Das zentrale Volk der Saga sind die „Pferdelords“. Vor allem die Bewohner der Hochmark bewahren noch die alte und unverfälschte Kultur ihres Volkes, ohne jedoch dabei die Augen weiter vor dem zu verschließen, was rund um sie herum passiert. Vor allem nicht, seit die Orks in das Land eingedrungen sind und mit ihren Heeren bereits vor Burg Eternas gestanden haben. Seither setzen sich Fürst Garodem und seine Reiter für das Wohl der Völker ein und unterstützen diese, so gut sie können. Denn sie haben in den ersten Kämpfen eine Erfahrung gemacht: Nur gemeinsam sind die Völker des Lichts stark genug, um die Orkhorden und nicht zuletzt auch die grauen Wesen zu besiegen, die sich unter das Banner des geheimnisvollen „Dunklen Lords“ gestellt haben.

 

 

Fantasyguide: Bisher wissen die Leser nur wenig mehr als deinen Namen. Aber wer ist Michael H. Schenk wirklich? Möchtest du dich etwas ausführlicher vorstellen?

 

Michael H. Schenk : Ich bin eine klassische „Leseratte“ und habe schon als Kind den Kopf unter der Bettdecke gehabt und heimlich beim Licht einer Taschenlampe geschmökert, obwohl meine Mutter mir strikte Nachtruhe verordnet hatte. Die Leseleidenschaft hat mich immer begleitet, wobei ich nicht auf ein spezielles Genre fixiert bin. Dennoch haben sich die Bereiche der Fantasy, der Science Fiction und der Historie als meine Favoriten herauskristallisiert.

Ich habe das Handwerk des Augenoptikers erlernt, musste den Beruf aber wegen einer Allergie aufgeben. Da kam es mir gelegen, dass ich mich ehrenamtlich für das Rettungswesen engagiert habe. Ich nutzte die Gelegenheit Ausbilder und später Lehrkraft zu werden und habe viele Jahre Einsatz- und Führungskräfte des Katastrophenschutzes geschult. Heute bin ich älter, haben an Jahren und Gestalt gewonnen und bin als Angestellter im Informationsbereich einer Behörde tätig. Von dort aus informiere ich meine Mitmenschen über die Möglichkeiten privater Notfallvorsorge und das richtige Verhalten in Gefahrensituationen.

Privat bin ich geschieden und lebe in fester Beziehung. Ich habe eine erwachsene Tochter, die gerade ihren Doktor in Mathematik macht, ein Fach, welches mir noch immer leise Schauder über den Rücken jagt. Mit den Kindern meiner Lebensgefährtin sind wir eine richtige Großfamilie, nebst Enkeln und Hund.

 

Fantasyguide: Wie bist du auf die Idee gekommen, die Romane über die „Pferdelords“ zu schreiben. Hast du dich an den Verlag gewandt oder ist dieser an dich heran getreten?

 

Michael H. Schenk : Da historische Romane und Fantasy mich schon immer interessiert haben, kam mir schon vor über zehn Jahren die Idee, einmal eine Mischung aus beiden Genres zu wagen. Da ich früher selbst gerne geritten habe (und weniger gerne vom Pferd gefallen bin), stand für mich von vornherein fest, dass ich die Geschichte eines Reitervolkes erzählen wollte. Ich hatte grobe Skizzen von meinem Fantasievolk aber nie den entscheidenden Auslöser, sie in Manuskripte umzusetzen. Bis zu den Verfilmungen von „HdR“.

 

Fantasyguide: Oft werden die Romane um die Pferdelords mit den „Herrn der Ringe“ Filmen von Peter Jackson oder dem Werk von J. R. R. Tolkien verglichen? Inwieweit haben dich beide inspiriert? Gab es Verlagsvorgaben?

 

Michael H. Schenk : Tolkien selbst habe ich nie gelesen, es mir aber fest vorgenommen. Aber die Verfilmungen Jacksons waren für mich der „Trigger“, mein Lieblingsprojekt endlich in die Praxis umzusetzen. Bis zu den Verfilmungen hatte ich mir gesagt, dass sich niemand für Fantasy interessieren würde, die einem halbwegs realistischen Stil folgt. Jacksons „Make it real“ und die Begeisterung des Publikums machte mir Mut, eine Mischung aus Fantasy und (scheinbarer) Historie zu wagen. Ich entwickelte ein Konzept für eine Serie von zwölf Bänden, vollständig mit den Kapiteln und dem ganzen Backround. Kein Verlag ist heute so tollkühn, in ein 12-Bände-Projekt zu springen.

Zwei Verlage interessierten sich allerdings für die Idee und nach persönlichen Gesprächen mit MIRA gab ich diesem den Vortritt vor einem größeren Verlagshaus. Ich spürte bei MIRA, vertreten durch Frau Dr. Fischer, das persönliche Engagement für die „Pferdelords“. Da die Kombination Fantasy/History ungewöhnlich war, entschlossen wir uns, in Band 1 zunächst eine bewusste Nähe zu „Herr der Ringe“ zu wählen. Dies erwies sich durchaus als zweischneidige Klinge, da mancher Fantasyfreund dadurch abgeschreckt wurde. Erst mit Band 2 und den weiteren Folgen wurde deutlich, dass die „Pferdelords“ etwas vollkommen anderes sind.

 

Fantasyguide: Gibt es andere Quellen auf die du dich mehr stützt?

 

Michael H. Schenk : In jedem Fall auf meine Fantasie und meinen „Braintrust“ in Form eines Pappkartons. Mir kommen unterwegs immer wieder Ideen, die ich rasch notiere und dann in den Karton werfe. Bilder, Sequenzen oder kleine Details, die ich dann herausfische und zu einem Ganzen füge. Die zweite Quelle sind meine historischen Recherchen. Auf spielerische Weise flechte ich in die „Pferdelords“ auch Sequenzen aus der Entwicklungsgeschichte der Menschen ein. Es macht mir Spaß, die Serie so ein wenig „realitätsbezogener“ zu machen und den einen oder anderen vielleicht ein wenig an der geschichtlichen „Nase“ zu packen.

 

Fantasyguide: Sind eigene Erfahrungen aus deinem Leben in die Romane mit eingeflossen? Oder hast du dich auf sorgfältige Recherchen verlassen?

 

Michael H. Schenk : Jede Menge Recherche und auch viele persönliche Erfahrungen. Das Leiden von Unfallopfern oder deren Angehörigen hat mich ein gutes Teil geprägt und ich interessiere mich für die Problematik der psychosozialen Notfallbetreuung. Vereinfacht formuliert ist das Notfallseelsorge. Damit meine ich keine glaubensorientierte Betreuung, sondern die Anteilnahme am Schicksal anderer Menschen. Typisch für mich ist sicherlich die Angewohnheit, auf die Gefühlswelt meiner Akteure scheinbar nur oberflächlich einzugehen. Der Hintergrund liegt darin, dass ich finde, ein Leser kann selbst nachempfinden, was Liebeskummer oder Trauer und andere Gefühle bewirken. Ich finde nicht, dass ich das dann noch seitenlang breittreten muss.

Dieses psychologische Interesse führte mich allerdings auch zu einer Frage, die gerne vernachlässigt wird: Viele schreiben von unsterblichen Wesen und beklagen dann deren Einsamkeit. Aber wie verkraftet ein relativer Unsterblicher so lange Äonen, ohne verrückt zu werden? Es freut mich sehr, dass ich meinen Lesern daher ein paar interessante neue Aspekte zu den Elfen präsentieren konnte.

Die Recherchen gehen sehr ins Detail, selbst wenn ihre Ergebnisse in den Romanen nicht auftauchen. Für Band 5 (Die Pferdelords und die Korsaren von Um´briel) habe ich mich in historischen Schiffsbau, Navigation, Seegefechtstaktik und die überlieferten Berichte über die Lebensumstände in der Segelmarine vertieft. Also vom Einbaum über die große chinesische Forschungsflotte bis hin zu den Dreideckern aus Napoleons Zeiten. Das meiste braucht man eigentlich nicht aber es kann nie schaden, eine Wissensreserve zu haben.

 

Fantasyguide: Was möchtest du dem Leser mit den Geschichten über die „Pferdelords“ geben? Welche Schwerpunkte setzt du in der Erzählung deiner Geschichten?

 

Michael H. Schenk : Es gibt keine einfachen Lösungen und es gibt kein Schwarz-Weiß. Ich habe die Pferdelords zunächst bewusst in einer klaren Trennung nach Gut und Böse gehalten. Diese klare Grenze wird immer stärker verschwinden und relativiert. Im Gegensatz zu den meisten Autoren will ich nicht an der Oberfläche eines Konfliktes kratzen, sondern die Motive der einzelnen Akteure, ihrer Gruppen oder Völker detailliert herausarbeiten. So will ich auf unterhaltsame Weise deutlich machen, dass es keinen „natürlichen“ und „geborenen“ Feind gibt. Und das Gewalt keine wirkliche Lösung ist (Die Bürger von Troja und Karthago mögen mir diese Aussage verzeihen).

Die Schwerpunkte sind die Darstellung des Lebens der handelnden Völker, wozu ich sie mit all ihren spezifischen Eigenheiten, ihrem Umfeld und ihrer Geschichte entwickle und, natürlich, die Geschichte meines Pferdevolkes auf unterhaltsame und aktionsreiche Weise zu schildern.

Die Pferdelords sind eine Chronik, was ebenfalls eher ungewöhnlich ist. Über die Bände hinweg werden die Akteure älter und bekommen ihre Gebrechen. Erfindungen breiten sich aus und verändern die Gesellschaft. Allerdings werde ich mich davor hüten, zu „modern“ zu werden. Die Pferdelords werden auch im Finale mit Stoßlanze, Schwert und dem Bogen kämpfen.

 

Fantasyguide: Welche Figuren aus den Romanen sind deine Lieblinge, und welche Szenen gefallen dir im nachhinein am besten? Gibt es Personen, die noch an Bedeutung gewinnen werden?

 

Michael H. Schenk : Meine Lieblingsfigur ist Nedeam. Obwohl er die Hauptfigur ist, entwickelt er sich doch nicht zu einem wirklichen Helden. Man erlebt seine Entwicklung vom Knaben zum gestandenen „Krieger“, der sich oft nur mit Hilfe seiner Freunde oder des Zufalls als Sieger erweist. Die wirklichen Helden bei den Pferdelords sind die Nebenfiguren. Während sie den meisten Autoren nur als Stichwortgeber dienen, tragen sie bei mir einen guten Teil der Aktionen. So ist es ein einfacher Handwerker, Bauer, Jäger oder Fischer, der vielleicht entscheidend zur Handlung beiträgt. Ich finde das weit realer, als alles durch den Helden erleben zu lassen.

Der Humor bei den Pferdelords ist einfach und enthält nur gelegentlich feinsinnige Ironie. Aber ich denke, ich muss den Humor dem Charakter des Pferdevolkes anpassen. Nedeam würde niemals mit Seneca, Plato oder modernen Philosophen konfrontiert werden.

Neben Nedeam ziehen natürlich eine Reihe anderer Personen mit ihm durch die Pferdelord-Reihe. Die menschlichen oder menschenähnlichen Figuren sind den Lesern schnell ans Herz gewachsen. Dabei lässt man gelegentlich andere Protagonisten außer Acht. Besonderen Spaß macht es mir, die Charaktere des Rundohrs „Fangschlag“ und seines Feindes „Einohr“ zu entwickeln.

 

Fantasyguide: Und umgekehrt: Was und wer haben dir bisher am meisten Schwierigkeiten bereitet? Wird auch das Böse der Welt noch mehr Profil erhalten oder so schattenhaft bleiben?

 

Michael H. Schenk : Am schwierigsten ist es, Nedeams Gefühlswelt zu vermitteln. Verständlich zu machen, warum er erst im zarten Alten von 34 seine Llarana heiratet. Das Pferdevolk ist in solchen Dingen ein wenig „hinter dem Berg“ und ich finde es interessant, seine ein wenig puritanische Gesellschaft dem Reich Alnoa gegenüber zu stellen, in dem man frivole Schriften zu schätzen weiß.

Das Böse wird zunehmend an Konturen gewinnen. Jeder Roman arbeitet auf das Finale in Band 12 hin und ist ein wichtiger Baustein, dieses auch nachvollziehbar zu machen. Schon die Bände 6 und 7 zeigen auf, welche furchtbare Bedrohung der ominöse „Schwarze Lord“ schon in der Vergangenheit war und welche Gefahr im Osten lauern mag.

 

Fantasyguide: An welche irdischen oder erfundenen Kulturen lehnst du sich bei der Entwicklung deiner Völker an?

 

Michael H. Schenk : Im Schwerpunkt sicherlich Griechen, Kelten und Römer, wobei ich die Steppenreiter der Mongolen nicht unterschlagen darf. Dabei habe ich mich weniger von ihrer Kultur inspirieren lassen, als vielmehr von ihrem Einfluss auf die Geschichte. Warum wurden sie zu kriegerischen Eroberern und warum zerfielen ihre Reiche? Welchen Einfluss hatte ihr Wirken auf andere Völker? Diese Wechselwirkung zwischen verschiedenen Völkern und Kulturen greife ich in den Pferdelords auf. Hm, das liest sich jetzt, als würde ich Geschichtsbücher schreiben… Wie erwähnt, die Pferdelords sind eine Mischung aus Fantasy und scheinbarer Geschichte. Vor allem aber, sollen sie unterhalten und ich glaube, das gelingt mir auch.

 

Fantasyguide: Willst du den Lesern einige Ausblicke auf die zukünftige Handlung geben und damit den Mund wässrig machen?

 

Michael H. Schenk : Ich werde den Lesern noch eine Reihe neuer Völker vorstellen. Vor allem freue ich mich auf die Leserreaktionen, wenn ich die nichtmenschlichen Akteure in ihren Stärken und Schwächen vorstelle. Da wird es noch manche ungewöhnliche Überraschung geben. Man wird in das Land des „Schwarzen Lords“ und seiner Orks vorstoßen, fürchterliche Prügel beziehen und neue Freunde finden. Man wird gegen Verräter in den eigenen Reihen bestehen müssen. Doch letztlich, letztlich wird das Gute wohl siegen. Ist doch immer so, oder?

 

Fantasyguide: Gibt es weitere Veröffentlichungen von dir, die nichts mit den Romanen für den Mira-Verlag zu tun haben? Inwieweit konntest du damit bereits Erfolge verzeichnen?

 

Michael H. Schenk : Ich habe einen historischen Roman veröffentlicht. „Velasquita“ schildert das Schicksal einer jungen Frau, zur Zeit des von Napoleon besetzten Spaniens. Es ist die Entstehungsgeschichte der modernen Guerilla. Sprachlich und Mental an die damalige Zeit angepasst, sehr drastisch und doch mit versöhnlichen Klängen, die Gut und Böse relativieren. Das Kapitel war für mich interessant, da zu jener Zeit die „deutsche Legion des (englischen) Königs“ unter Wellington diente. Ich habe damals sehr akribisch recherchiert und hatte viel Spaß an der Geschichte. Steckt viel Ironie zwischen den Seiten, doch nicht jeder findet sie.

 

Fantasyguide: Welche Projekte hast du bereits bei Verlagen eingereicht, in Arbeit oder willst du in nächster Zeit in Angriff nehmen?

 

Michael H. Schenk : Derzeit habe ich die „Zwerge der Meere“ und „Velara und das Reich der sieben Inseln“ bei Verlagen eingereicht. Es gibt viele Zwergenromane und mich hat es gereizt, einen zu schreiben, bei dem das kleine Volk nicht in der Erde sondern unter Wasser „buddelt“. Ich weiß nicht, ob er je veröffentlicht wird, doch die Leser der „Pferdelords“ würden feststellen, dass er eine Parallelhandlung zu diesen bietet.

„Velara…“ ist die Geschichte einer jungen Atan, ihres Vaters und der kleinen Crew eines winzigen Handelsschiffes. Sie müssen sich zwischen den Fronten eines Krieges durch Schmuggel und ihren Humor „über Wasser“ halten. Bei diesem Roman habe ich einen sehr viel lockereren Schreibstil und eine andere Sprache als bei den Pferdelords. Er soll auf nicht zu ernste Weise unterhalten, ist aber dennoch Aktionsreich und spannend. Bei ihm will ich auch verstärkt die neue Fantasygeneration ansprechen.

 

Fantasyguide: Hast du einen literarischen Traum? Oder ein Projekt, das dir mehr als alles andere am Herzen liegt?

 

Michael H. Schenk : Asimov und Anderson. SciFi-Autoren, die mir ein Vorbild sind. Die „Pferdelords“ und einige andere geplante Romane sollen einmal Bestandteil einer umfassenden Chronologie werden, welche die ferne Vergangenheit und die ferne Zukunft umfasst. Die Verbindung würde dabei durch zwei Namen hergestellt. Den einer unsterblichen Frau und den eines Schiffes. Einige Glieder dieser Kette existieren bereits als Manuskript aber ob sie jemals vervollständigt und veröffentlicht werden kann, muss die Zukunft zeigen.

 

Fantasyguide: Wie beurteilst du die derzeitige Situation der deutschen Fantasy, sowohl im Erwachsenen als auch im Jugendbuch-Bereich? Und was wünschst du dieser für die Zukunft?

 

Michael H. Schenk : Sicherlich haben „Der Herr der Ringe“ und „Harry Potter“ zu einer höheren Akzeptanz der Fantasy geführt. Ich denke auch nicht, dass dies nur ein kurzfristiger Aufwärtstrend des gedruckten Wortes ist. Allerdings werden sich manche Trends, wie Elben, Zwerge, Orks und dergleichen sehr bald totlaufen. In der neu gewonnenen Fantasiegemeinde ist man inzwischen auch sicherlich für ganz andere Völker offen. Ein riesiges Potenzial ist sicherlich die Jugend, die speziell durch Harry Potter sensibilisiert und zum Buch geführt wurde.

Man behauptet, ein Bild sage mehr als 1.000 Worte und doch kann uns gerade das geschriebene Wort ein ganzes Universum eröffnen. Egal ob Hogwarths oder fremde Universen, sie alle sind umgeben von farbigen Umschlägen und die Worte ihrer Autoren sind die Flügel unserer Fantasien und Sehnsüchte. Gleichgültig ob man der klassischen, der ernsten oder leichten Literatur zugeneigt ist, das gedruckte Wort kann auf uns eine Faszination ausüben, die kein Film je erreichen wird.

Ein uns begeisternder Film überwältigt uns mit einer Flut atemberaubender Bilder und zieht uns mit sich. Wir sehen, hören und erleben die handelnden Personen. Alles ist uns vorgegeben und wir sind in die Rolle des passiven Zuschauers gedrängt, der sich zurücklehnt und genießt. Der Film unterhält uns und zugleich nimmt er uns die Fähigkeit der eigenen Interpretation.

Nehmen wir ein simples Beispiel. Die Person eines Helden oder einer Heldin.

Stellen Sie sich für einen Moment Ihren Helden oder ihre Heldin vor. Ich bin mir sicher, unsere Vorstellungen werden in vielen Details voneinander abweichen. Unsere verschiedenen Helden werden sehr individuelle Züge haben. Ihr Aussehen, ihre Kleidung, ihre Sprache, Gesten, Mimik und ihre Handlungen. Sie erwecken Ihren individuellen Helden durch ihre eigene Vorstellungskraft zum Leben. Das ist Kreativität, das ist… Fantasie. Und es ist weit mehr.

Es ist die Freiheit unserer Gedanken und unserer Vorstellungskraft.

Die Betrachtung eines Filmes nimmt uns diese Vorstellungskraft. Schon ein Hörbuch schränkt die Möglichkeiten unserer geistigen Freiheit ein. Die Stimme des Erzählers, seine Sprechweise und Betonung, seine eigene Interpretation der Figur raubt uns, wenn auch unabsichtlich, ein wenig von unserer individuellen Vorstellungsfreiheit.

Nun könnte man sagen, bei einem Buch geschieht dies ebenso. Der Autor beschreibt ja seine Charaktere und lässt die Handlung vor unserem geistigen Auge entstehen. Dennoch lässt uns das gedruckte Wort einen Freiraum, den wir sonst kaum finden. Denn auch wenn der Autor eine Handlung oder Geste beschreibt, wird sie vor unseren inneren Augen variieren.

Zwischen den Umschlagseiten finden wir jene Worte, die unsere Gedanken beflügeln und unsere Seelen aus dem Alltag in das Reich der Fantasie entführen.

Erwähnte ich bereits, dass ich eine Leseratte bin?

 

Fantasyguide: Hast du eine eigene Webseite? Und wenn ja, welche Informationen können die Leser dort zusätzlich finden?

 

Michael H. Schenk : Unter www.pferdelords.de findet man meine Homepage oder besser die des Pferdevolkes. Dort gebe ich einige Informationen zu den einzelnen Völkern und habe Zeichnungen von mir eingestellt, welche eine Reihe von Orten oder Ausrüstungsgegenständen zeigen. Ich gestehe, manchmal hat die Begeisterung das Talent überwogen. Die Homepage hinkt immer ein wenig hinter dem neuesten Band her. Da die Schriftstellerei ein Hobby ist und nebenher läuft, gehen die neuen Manuskripte einfach vor Aktualisierung der Homepage.

 

Fantasyguide: Vielen Dank für das freundliche Gespräch. Ich wünsche dir für die Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg!

 

Michael H. Schenk : Ich habe zu danken, wünsche meinen Leserinnen und Lesern weiter viel Spaß mit den Pferdelords und drücke „FantasyGuide“ die Daumen für den DPP.

 

 

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Erstellt: 24.07.2008, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 13:31