Die Odyssee in Nordend und die Eiskronenzitadelle (Autor: René Hirt; Polgàra 7)
 
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Polgàra - Die Geschichte eines Todesritters Teil 7

Autor: René Hirt

 

Die Odyssee in Nordend und die Eiskronenzitadelle

 

Es war geschafft! Der Leichenkönig ist vernichtet! Polgàra sank nieder und vergrub das Gesicht in ihre Hände. Endlich war der Widersacher, der für ihre Leidensodyssee verantwortlich war, niedergestreckt. Dennoch fühlte sie sich nicht besser und ihre lang ersehnte Rache erlöste nicht ihre Seele. Sie war immer noch ein Todesritter, weder richtig tot noch wahrlich lebendig. Sie fühlte sich leer und erschöpft. Ihre Muskeln brannten vor Schmerz durch den langen Kampf gegen Arthas und nur langsam beruhigte sich ihr Atem. Sie sann über ihre Odyssee in Nordend nach und wie dies alles geschehen konnte.

Die tote Draenei schloss ihre Augen und nochmals erschienen ihr die Bilder wie alles begann. Sie erinnerte sich, wie sie plötzlich, wie aus dem Nichts, in der Azurmythosinsel stand und sie erkannte jetzt ihre Bestimmung. Sie erinnerte sich, wie sie zum ersten Mal die Türme von Sturmwind sah und ihre erste Begegnung mit dem König Varian Wrynn. Sie erinnerte sich, wie sie gegen die Pestländer zog als noch lebende Draenei und dort ihr Leben aushauchte. Leider musste sie sich erinnern, wie sie als Todesritter umerzogen wurde und wie an der Kapelle des Hoffnungsvollen Lichts der Bann des Leichenkönigs gebrochen wurde. Sie erinnerte sich, an die Verbannung von Sturmwind und an die langen Jahre der Irrungen in der Scherbenwelt und wie sie ihren neuen Drachen-Gefährten Onyxen kennen lernte. Sie erinnerte sich, wie die Bürger Sturmwinds den Todesrittern vergaben und sie wieder in die Gemeinschaft einschlossen. Sie erinnerte sich, an die Rede von Varian Wrynn, wie er den Leuten für diesen langen Schlachtzug gegen Nordend Mut machte.

Es kam ihr vor wie gestern, als das Schiff durch die Eisschollen fuhr und sie schließlich am Hafen von Valgarde anlegten. Der Hafen war lange umkämpft, denn der Leichenkönig wusste auch große und mächtige Völker zu knechten. Vrykul nannte sich das Volk im Osten von Nordend, das die Burg Utgarde beherrschte. Diese Burg und den mächtigen Turm einzunehmen erwies sich als große Herausforderung. Selbst die Diener mit ihren geknechteten Proto-Drachen waren doppelt so groß wie ein Bürger Azeroth’s und selbst ein König konnte das Dreifache an Höhe eines Menschen erreichen. Nur die stärksten und mutigsten Krieger erlangte den Sieg in der Burg.

Gebiet um Gebiet musste sich der Ostteil der Armee erkämpfen. Sie kämpften gegen Monster, gegen Vrykul-Völker und selbst Eisenzwerge, die aus Ulduar ausgesandt wurden, mussten zerschlagen werden, was nicht eine ganz einfache Aufgabe war, Eisen gegen Eisen, denn die Zwerge erlitten keinen Harm gegen die Schnittwunden von Schwertern. Die Armee war auch gezwungen einen Teil durch die Grizzlyhügeln zu marschieren. Die alte Feste Drak Tharon mit ihren Untoten ließen viele mutige Soldaten vor Angst erschaudern. Weiter ging es gegen Westen in die Drachenöde, wo die Armee deutlich schneller marschieren konnte und sich dann schließlich mit den Invasoren aus dem Westen zusammenschloss.

Der Westliche Teil der Armee von Azeroth hatte es auch nicht leichter und erlitt hohe Verluste. Nicht nur warmblütige Monster sondern auch Insekten, so gross wie Häuser und Burgen stellten sich ihnen entgegen. Nicht nur gegen Vrykule mussten sie kämpfen sondern auch gegen ihre alten Geister, die ihre Gegner nur mittels bloßer Berührung einfroren. Weiter gegen Osten kamen sie in die Bastionen der Neruber, die von Spinnen und Dienern der Geisel kontrolliert wurden. Für die Insekten stellen die Menschen schlichtweg einfach nur Futter dar. Ahn Kahet und Azjol-Nerub, diese Namen sind selbst heute noch ein Begriff des Grauens in den Geschichtsbüchern.

Der Zusammenschluss der Armee stellte eine enorme Erleichterung für die Soldaten dar. Als sie dann die mächtige Stadt Dalaran in der Ferne erblickten hob sich der Mut der Invasoren. In der schwebenden Stadt angekommen erblickten sie dann wie immens und mächtig die Eiskronenzitadelle war, von wo aus der Leichenkönig sein Reich regierte. Endlich nach langen und mühseligen Strapazen Dalaran erreicht, verloren viele den Mut. Wie sollten sie diese Bastion stürmen wenn selbst diese von Knochenwesen beschützt wurden, die teilweise zehnmal so groß wie ein Mensch waren? Sie waren gezwungen, die Macht des Leichenkönigs zu schwächen und Belagerungsmaschinen zu erobern.

Daher entschloss sich der Kriegsrat im ersten Schritt Naxxramas, die Bastion der treuen Todesritter von Arthas, zu stürmen um die Macht des Geißeltreibers zu brechen. In Naxxramas erhielt Polgàra auch den ersten Teil ihrer Rache, sie stand dem Baron Aurius Totenschwur entgegen, der sie auf die brutalste Weise geknechtet, gefoltert und geschändet hatte. Bei dem Gedanken blinzelte Polgàra leicht mit den Augen und öffnete sie ein wenig. Sie schaute leer auf die blutüberströmte Eisfläche, wo die Leiche Arthas lag, und ging die Gedanken nach, wie sie den Kopf von dem Rumpf des Barons Totenschwur trennte.

Das Leben, wie auch eine Münze, hat ihre Vorderseite und ihre Rückseite, wo Licht ist, ist auch Schatten. Die Leere und die Kälte der Rache ließ Polgàra in den Wahnsinn treiben. Sie hatte den Blick für ihren Horizont verloren. Nur schwach konnte sie sich an den Feldzug in Ulduar erinnern, wo sie die Belagerungsmaschinen gegen die Eiskronenzitadelle plünderten. Ihrem Wahnsinn liess sie in den Arenen des Argentum Turniers freien Lauf, wo sie sinnlos und aus lauter Freude für das primitive Volke wehrlose und gefangene Monster abschlachtete.

Nur ihr fleischlicher Vater, ein Taure, ja ein Tauren-Paladin, der Ehegatte der Häuptlingstochter, war fähig, Polgàra aus dem Wahnsinn zu treiben. Sie schloss sich ihrem Vater an und trat der Horde bei. Allerdings musste sie zuerst das Ritual der Körperwandlung über sich ergehen lassen. Die orkischen Hexenmeister mit ihrer dunklen Magie in den düsteren Tiefen von Orgrimmar vollzogen das Ritual und Polgàra erhielt den Körper einer vor zehntausend Jahren verstorbenen edlen Zandalari-Priesterin, die bereit war, die Seele Polgàras in ihrem Körper aufzunehmen. Jetzt war Polgàra wieder bereit gegen ihren Erzrivalen vorzugehen.

Allerdings stürmten sie nicht von Beginn an gegen die Eiskronen-Zitadelle. Es bestand ein Gerücht, in dem es geheime Gänge in der Festung gab. Über die Seelenschmiede hindurch, durch die Gruben von Saron und der Hallen der Reflexion sollte man in die geheimen Gemächer des Leichenkönigs gelangen. Ohne zu zögern schloss sich Polgàra der Meuchelgruppe an. Zu groß war die Versuchung, durch die Meuchelei den Krieg zu beenden, Rache zu nehmen und weitere Opfer zu verhindern. Es war ein Fehlschlag und Polgàra verlor dabei fast das Leben.

Die Armee war gezwungen den harten Weg zu nehmen. Alleine das große und mächtige Tor der Eiskronenzitadelle zu stürmen dauerte Tage und Wochen. Viele Opfer wurden erbracht und die verwundeten Soldaten wurden rasch nach Dalaran gebracht und versorgt. Die Macht des Leichenkönigs war durch Naxxramas klar gebrochen worden und die Gebiete in Nordend gehörten nun Azeroth an. Jedoch gab sich Arthas noch lange nicht geschlagen.

Erst als die Streitkräfte in die Zitadelle einbrechen konnte, wurde ihnen Bewusst, was für tückische und gefährliche Kreaturen der Leichenkönig durch seine Magie erschaffen hatte. Ein böswilliges Monster nach dem anderen musste vernichtet werden. Waren es immense Monströsitäten oder verrückte Professoren, gefallene Elfen oder aus purer Frost-Magie bestehende, fleischlose Drachen. Sie alle mussten in langen, zähen und vor allem auch todbringenden Kämpfen besiegt werden. Alleine die von Sindragosa‘s Frostgräbern erschlossenen und erstickten Streiter sind kaum zu zählen.

Das letzte Monster war vernichtet und die Macht des Leichenkönigs wurde dadurch so geschwächt, dass er das Portal zu seinem kalten und eisigen Thron nicht mehr halten konnte. Auf dem Throne sitzend wartete Arthas bereits auf die letzten verbliebenen Reste der Armee, darunter auch Polgàra. Sie hatten es bis hierher geschafft und warteten bis Arthas zum Fusse des Throns auf die eisige Plattform herabstieg. Obwohl Arthas deutlich geschwächt war, war er mächtig genug, um ihren Kriegsherrn Hochlord Fordring selbst in ein Frostgrab zu stecken. Dies war der Befehl zum Angriff gegen den Schänder, der die Welt so lange ins Dunkel getrieben hatte.

Der Kampf erforderte viele Opfer. Der Lichkönig ließ Ghule und torkelnde Schrecken wie aus dem Nichts entstehen, er ließ dabei Seuchen und Schattenfallen wirken, die den Soldaten entweder langsam und qualvoll sterben oder soweit versprengen ließ, sodass sie von der eisigen Plattform hinweggeschleudert wurden. Er liess Ringe der eisigen Plattformen verschwinden oder entstehen und Geister aus den eigenen Reihen der Soldaten hervorschälen. Diese Geister brüllten so mächtig, dass kein anderer Zauber mehr gewirkt werden konnte.

Arthas rief sogar Valküren hervor, die vom Himmel herabstürzen und ahnungslose Mitstreiter mit in die Lüfte nahmen. Mit ihren Opfern schwebten sie gegen den Rand der Plattform und ließen diese erbarmungslos in die schier unendliche Tiefe fallen. Viele der Valküren-Opfer wollte die Soldaten retten, wurden jedoch daran gehindert, da unter ihren Füßen dunkle Seuchen sich verbreitet hatten.

Arthas verlor jedoch je länger der Kampf dauert immer mehr die Macht, um gegen die Überflut des Feldzuges zu bestehen. Eines seiner letzten Mittel war, die ganze Armee in Frostgramm, sein mächtiges Schwert, zu ziehen und die diese dort zu zermalmen. Zerstörerische magische Kugel waren im Scherte Frostgramm vorhanden, die einen Soldaten bei bloßer Berührung vernichteten. Viele überlebten diese Phase des Kampfes, da sie geschickt den Kugeln ausweichen konnte, andere hatten nicht das Geschick oder das Glück. Die letzten Verbliebenen des Kampfes konnte nach der Tortur in Frostgramm wieder Auge in Auge gegen den Leichenkönig antreten. Dieser Lump und Feigling konnte wiederum Kraft aufbieten, um weitere fliegende Geister und Seuchen zu beschwören.

Nun war es soweit! Arthas war nicht mehr in der Lage, weitere Zauber zu wirken und war jetzt gezwungen sich Polgàra zu stellen. Es wurden viele Geschichten erzählt und viele Rollen und Bücher geschrieben über diesen finalen Zweikampf. Zwei Wahnsinnige schlugen ihre Schwerter gegeneinander, der eine Wahnsinnig durch die langen Jahre der Irrungen und Bosheit, die andere Wahnsinnig durch ihre Leidensodyssee und Qualen. Frostgramm war aber immer noch zu mächtig und Polgàra verlor den langen Kampf. Arthas war in der Lage einen Schwur zu wirken, der dem ganzen Schlachtzug den Lebensfunken nahm. Diese Ablenkung verschaffte aber Hochlord Fordring die notwendige Zeit sich aus dem Frostgrab zu befreien und Frostgramm mit seinem eigenen machtvollen Schwert, Lichtbringer, zu zerstören.

Die Macht Arthas war gebrochen. Der Hochlord gab dem Schlachtzug den Lebensfunken wieder zurück und Polgàra konnte nun endgültig mit ihrem ehemaligen Meister abrechnen.

Polgàra öffnete wieder ihre Augen und atmete tief durch. Es war Zeit nach Hause zu gehen.

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240528071754f4458a4e
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Erstellt: 30.09.2012, zuletzt aktualisiert: 19.02.2016 15:39, 12769