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Martin Kay

Redakteurin: Christel Scheja

 

FantasyGuide: Seit wann bist du beim Team von Rettungskreuzer Ikarus dabei und welche Aufgaben übernimmst du hinter den Kulissen seither zusätzlich?

 

Martin Kay: Ich bin im Jahr 2000 zum Team gestoßen und habe 2001 meinen ersten Roman in der Serie veröffentlicht. Hinter den Kulissen übernehme ich die Aufgabe, Dirks Haare frühzeitig ergrauen zu lassen, indem ich grundsätzlich Exposees nach meinem Gutdünken auslege und ihn damit nerve, endlich eine vernünftige Sternenkarte des Serienkosmos’ zu bekommen.

 

FantasyGuide: Wie hieß dein erster Roman? Mußtest du dich eng an die Vorgaben der anderen Autoren halten oder konntest du auch eigene Ideen mit einbringen?

 

Martin Kay: Der Titel lautete „Konvoi“ und erschien als sechser Band der Serie. Die fünf vorhergehenden Romane waren in sich soweit abgeschlossen, dass ich mich nicht direkt an Vorgaben meiner Kolleginnen und Kollegen halten musste. Natürlich war das Handlungsexposee ein Vorgaberahmen an den ich mich halten sollte. Da das Exposee von Dirk van den Boom in der Regel nur ein lockeres Gerüst darstellt, das aufzeigt wohin der Roman gehen soll, blieben mir als Autor immer alle Möglichkeiten offen, die Story selbst zu gestalten was Inhalt, Szenarien und Charaktere betrifft.

 

 

FantasyGuide: Welche Figuren der Serie stammen von dir? Welche konntest oder durftest du weiter entwickeln?

 

Martin Kay: Uuui ... ich habe immer wieder in jedem Roman Nebencharaktere und Randfiguren reingebracht. Manche von ihnen wurden auch von meinen Teamkollegen weiter benutzt, andere sind einfach in der Versenkung verschwunden und tauchten nicht mehr auf. Möchtet ihr wirklich, dass ich jetzt alle Namen aufzähle? Ich glaube die wichtigsten Figuren, die ich selbst eingebracht habe sind einmal Templeton Ash, der Pilot des Kreuzers Liebenfels, der später dann Steuermann an Bord des Schwesterschiffs Phönix wurde. Nova Meridia, die Doppelagentin der Galaktischen Amtskirche und des Multimperialen Nachrichtendienstes hat gerade erst in Ikarus 25 ihr Revival gehabt. Und eine große Ehre war es für mich, die Crew der Phönix komplett besetzten zu dürfen. Das Schwesterschiff der Ikarus erscheint hin und wieder auf der Bildfläche, jeder bedient sich seiner, wenn es gerade in die Story passt. Die Mannschaft besteht also aus wiederkehrenden Charakteren, die alle von mir in die Serie eingebracht wurden: Commander Dane Hellerman, Ekasatria, Lieutenant Passa Bell, Dr. Malmström.

Ein bereits zum dritten Mal von mir verwendeter Charakter ist Captain Nicole van der Lindern. Die Kommandantin hab ich ins Herz geschlossen, und aus einem mir unerfindlichen Grund stand wohl David Webers Honor Harrington für diese Figur Pate, obwohl ich bisher noch keinen Roman der Harrington-Reihe gelesen habe.

Weiter entwickeln, bzw. neu entwickeln durfte ich einen der Hauptprotagonisten in dem Roman „Phönix“. Nachdem die Grey An’ta in Ikarus 10 das Zeitliche segnete, handelte der 14. Roman von ihrer geklonten Rückkehr. Neuer Körper, neue Mission und ein ganz neues Wesen.

 

 

FantasyGuide: Planst du in folgenden Romanen bereits in der Serie aufgetauchte Figuren, Hintergründe Artefakte etc. wieder mit einzubringen, wenn es die Handlung erlaubt?

 

Martin Kay: Zunächst einmal habe ich mich mit Band 25 aus der Serie verabschiedet. Ob und wann ich wieder einen Ikarus-Roman schreiben werde, weiß ich noch nicht. Ich halte mich aber im Hintergrund als Reserve, bleibe weiterhin in internen Rundmails, um vom aktuellen Geschehen zu erfahren, stehe für Rückfragen, was meine Charaktere und Storyfäden betrifft, zur Verfügung und bin ohnehin mit Dirk van den Boom im täglichen Kontakt.

Falls ich wieder einen Roman zum Rettungskreuzer verfasse, wird vermutlich Nicole van der Lindern wieder mitspielen.

 

 

FantasyGuide: Was macht dir am meisten Spaß beim Verfassen der Romane, und womit hast du die größten Schwierigkeiten?

 

Martin Kay: Beim Schreiben macht es am meisten Spaß, den Dingen freien Lauf zu lassen. Ich schreibe, was mir gefällt, wie ich es selbst gerne lesen würde. Dank der lockeren Exposees ist das

bei Ikarus kein Problem. Dirk zwischendurch zu mailen, dass ich diesen und jenen Hauptprotagonisten über die Klinge springen ließ und mich sowieso nicht an das Expo halte, macht freilich auch tierischen Spaß.

Die größten Schwierigkeiten? Es gibt keine Sternenkarte ;-)

Nein, Spaß beiseite. Es gibt schon Schwierigkeiten, hauptsächlich mit Charakteren, mit denen man aus irgendeinem Grund nicht warm wird – das liegt vermutlich daran, dass man sie nicht selbst entwickelt hat und der Bezug zu ihnen nicht eindeutig ist. Ich kam beispielsweise mit der Gestalt von Lear nicht klar. Der sollte im Ursprungsexposee zu Ikarus 18 vorkommen, aber es lag mir absolut nicht, ihn in die Handlung zu bringen. Auf Drängen schrieb Dirk dann das Exposee entsprechend um und kürzte den Part von Lear komplett heraus.

Trooid ist auch ein Charakter mit dem ich nicht warm werde. Ich habe immer Data aus Star Trek vor Augen, das ist einfach so, daran kann ich auch nichts ändern. Möglicherweise hat mir ein Rezensent deshalb eine Star Trek Verwandtschaft vorgeworfen, wenn er meine Romane besprach.

Am besten aus der Crew komme ich mit Roderick Sentenza klar. Das mag daran liegen, dass Dirk und ich bei ihm die gleichen Vorbilder haben.

 

 

FantasyGuide: Was gefällt dir persönlich am besten bei "Rettungskreuzer Ikarus"?

 

Martin Kay: Die Raumschlachten. Hab ich das jetzt gesagt? Nun gut, mir bleibt nichts anderes übrig, denn Dirk schustert mir stets die actionlastigen, militärischen Exposees zu. Das war bereits beim allerersten Roman so. Statt der Weltraumambulanz, einer Art Emergency Room in Space, habe ich in Ikarus eher das Spezialistenteam gesehen, das die Kastanien aus dem Feuer holt, wenn es irgendwo brennt.

Der Serienhintergrund gefällt mir sehr gut. Wir Autoren lassen davon immer nur einen Bruchteil in die Romane einstreuen und lüften so nach und nach das, was wir längst wissen.

Und mir gefällt, dass Ikarus eine lebendige, atmende Serie ist. Sie entwickelt sich weiter, nicht nur durch Planung, sondern durch die Stories, die die Autoren schreiben. Irene Salzmanns zweiter Roman um Jason Knight und Shilla hat beispielsweise dafür gesorgt, dass die Handlung ins Nexoversum verlagert wird – davon war ursprünglich zu dem Zeitpunkt nie die Rede. Daraus entwickelten sich plötzlich neue Handlungsstränge, die aber sehr gut ins Gesamtkonzept passen. So wirkt jeder Autor an der Weiterentwicklung der Serie mit.

Wir haben so eine Art Writer’s Joint Venture gegründet ;-)

 

 

FantasyGuide: Möchtest du dich dem Leser noch näher vorstellen, deine Person, deine Projekte oder andere Werke, die du bereits veröffentlicht hast oder gerne würdest?

 

Martin Kay: Ganz einfach, schaut hier bei FantasyGuide einfach in das Martin Kay Spezial.

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Erstellt: 29.05.2006, zuletzt aktualisiert: 03.02.2015 18:33