Artikel: Leipziger Buchmesse 2015
 
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Die Leipziger Buchmesse 2015

Jedes Jahr bekommt man im Vorfeld jede Menge Hinweise auf Lesungen und Treffs mit AutorInnen, die während des Besuchs der Leipziger Buchmesse unbedingt zu absolvieren sind.


Doch wir wissen ja, jeder Plan ist bereits zum Scheitern verurteilt. Dieses Mal stoppte uns eine Vollsperrung der Autobahn drei Kilometer vor den Messehallen. Offenbar trennten uns nur wenige Minuten davon, selbst Beteiligte geworden zu sein. Und obwohl wir so fast zwei Stunden später in die Messe kamen, waren wir froh.

 

Die Hallen waren dadurch schon mächtig voll, erste Programmpunkte hatten wir bereits verpasst.

 

Unser erster Gang führte uns zum Golkonda-Stand. Heide Franck, die emsige Presseabteilungsleiterin des Verlages, verteilte Postkarten zum superschicken Armageddon Rock von George R. R. Martin, während Hannes Riffel wie immer souverän Gespräche führte.

 

Da Hannes nun den neuen Fantasy-Bereich von Fischer leiten wird, kommt auf Karlheinz Schlögl vielleicht etwas Mehrarbeit zu, was er jedoch mit freudiger Erwartung und Gelassenheit zu nehmen scheint.


Auch Hardy Kettlitz konnte stolz sein, sein Golkonda-Imprint Memoranda präsentierte die ersten Bücher, quasi Hardys großes Lebenswerk: Die Hugo Awards 1953 – 1984 und wer weiß, was er noch alles mit Werner Fuchs ausbaldoverte.


Der Stand von Golkonda befand sich diesmal nicht in Halle 2 bei der Fantasyleseinsel, sondern gegenüber Klett-Cottas Hobitpresse. Taktisch kluge Entscheidung, die den tollen Büchern bestimmt neue Beachtung verschaffte.

 

Was den nächsten Programmpunkt bereits festlegte: Pat Rothfuss!


Vorher jedoch stolperten wir in die Schlange Fans von Jussi Adler-Olsen, der fast unscheinbar seine dicken Wälzer signierte.


Noch viel dicker ist Horcynus Orca von Stefano D'Arrigo in der hochgelobten Übertragung von Moshe Kahn und leider passte das Buch nicht ins Budget.


In der Autoren-Lounge des Werk-Zeugs-Standes sah man die gewohnten Gesichter im ewigen Schwarz der Fantasy, so auch Markus Heitz.


Mittendrin Christian Handel, der bestimmt wieder Neues aus erster Hand für seinen Blog Darkstars Fantasy News sammelte.

 

Auch Ju Hornisch konnte ich entdecken und bestimmt noch viele mehr, aber gegenüber befand sich die Signierbank der Fantasyleseinsel und da drängelte es sich gewaltig.

 

Mit einem coolen Rauschebart und Serenity T-Shirt signierte Pat Rothfuss bestens gelaunt Buch um Buch.

Nebenan saß derweil Wolfgang Hohlbein und trank Tee.

Währenddessen fesselte auf der Leseinsel Bernd Robker aka Robert Corvus sein Publikum und las aus seinem Roman Grauwacht vor. Im Gespräch bedauerte er nachher, dass ihm für seine Arbeit an Perry Rhodan zu wenig Zeit bliebe, aber alte DSA-Connection würden zu einer ganz besonderen Zusammenarbeit führen. Da kann man gespannt sein!

Vor dem Amrûn-Stand konnte man den Berliner Krimi-Autor Wolfgang Schröder sehen und auch Grit Richter vom Art Skript Phantastik Verlag, deren Outfit schon auf der Berliner Buchmesse sehr steampunkig daher kam.

Der Stand von Perry Rhodan war ganz in der Hand von Michelle Stern und Arndt Drechsler, den großen KNF konnte ich dieses Jahr hingegen leider nicht erwischen.


Dann kam natürlich ein besonders lang erwarteter Moment: Holger M. Pohl überreichte mir ein Exemplar seines Fantasy-Romans Arkland!

 

Torsten Low brachte den Brocken in seinem Verlag heraus und ich bin schon sehr neugierig, was sich seit meiner Lektüre der ersten Rohfassung vor Jahren alles geändert hat.

 

Der fleißige Kolumnist mischt in seiner Fantasy-Welt klassische Sword-Fantasy mit mystischer Technik, dabei repräsentieren seine beiden Hauptfiguren jeweils ganz eigene Aspekte zwischen Fortschritt und Vergangenheit.

Komplett ohne Elfen oder Magie. Sehr löblich.

 

Holger absolvierte bereits am Donnerstag eine Lesung auf der Messe und am Abend stand schon eine zweite Leseprüfung an.

 

Leider befanden wir uns zu diesem Zeitpunkt schon auf der Heimreise, aber wer den HMP kennt weiß, dass er auch dieses Event locker gemeistert haben wird.




Einen Stand weiter konnte man die bezaubernde Starseed Limarå Hèmdai treffen, die ihre Romanreihe 2044 leidenschaftlich vorstellte.

 

Auf zwanzig Bände konzipiert, liegt gerade Band 2 in den Regalen und hofft begeisterte Fans zu finden. Wenn man das so engagiert unter die Leute bringt, wie Limarå, könnte das sogar klappen!

 

Fantasy für Erwachsene – eine Leseprobe landete gleich in unserer Tüte!


In der Romantruhe konnte man wieder Wolfgang Brandt antreffen. Dort stellte gerade Frank Bruns seine Fantasy-Romane um Genevier vor.

Einen weiteren Pflichtkauf stellte das neueste Jugendbuch von Yves Grevet dar. Nach seinen MÉTO-Bänden hoffen wir, dass die neue Reihe NOX ähnlich toll wird. Der dtv-Verlag zumindest spendierte schon mal ein ähnliches Design.

Am Feder & Schwert-Stand konnte ich dieses Jahr niemanden entdecken, auch vom Seraph fehlte irgendwie jegliche Spur.

Während wir versuchten, den nächsten Programmpunkt anzusteuern, schreckte uns die riesige Schlange vor dem Signiertisch von Joscha Sauer ab, was natürlich Nicht Lustig war, aber der Tag ist einfach zu kurz, alles mitnehmen zu können.

Einen kurzen Blick konnten wir auf Günter Grass werfen, der für das gebührenfinanzierte Fersehen auftrat.

Wovon man aber jede Menge sah, waren begeisterte CosplayerInnen. Man bekam schnell den Eindruck, dass die Manga-Convention den größten Anteil der Besuchermenge beisteuerte und auch ihre Halle war mit Abstand die vollste. Hat es die Messeleitung also doch nicht geschafft, die Jugend zu vergraulen. Und während man in den anderen Hallen nur bei den netten Mädels in Gelb Bücher kaufen durfte, quoll der Comic-Saal über vor Läden und Händlern. Dazwischen Verlage und Zeichner und natürlich zünftige Nahrung.

Und mitten im Gewühl stieß ich auf Timo Mrazek, dessen Erstling Rage against the Nähmaschine ich gern allen weiterempfehle. Band drei der GorillaDelphia®-Reihe ist bereits in Arbeit, ebenso ein Lesebühnen-Projekt mit Christian von Aster. Hoffentlich bekomme ich es mit und kann hingehen!

Um den willkürlichen Wegsperrungen keine Chance zu geben, eilten wir früh zum Forum International mit Übersetzerzentrum (selten sperriger Name), denn der Höhepunkt des Tages stand an: 100 Jahre James Tiptree Jr. Jürgen Schütz vom Septime Verlag feierte voller Stolz die weltweit einzige Gesamtausgabe der Werke von Alice B. Sheldon.

 


An seiner Seite Julie Phillips, die Autorin der grandiosen Tiptree-Biographie, die im selben Reihendesign bei Septime erschienen ist, sowie die Übersetzerin Elvira Bittner, die sich dem Reiz von Tiptrees sexy Storys nicht entziehen konnte, und natürlich stand auch Frank Böhmert kernig zur Seite, als es hieß, Werk und Leben einer der großartigsten SF-Autorin vorzustellen.

 

Vermutlich gibt es niemanden, der die Biographie liest, ohne sich in die faszinierende Alice zu verlieben, wenn man es nicht bereits durch die Geschichten war.

 

Am Septime-Stand erwarb ich dann auch gleich mein Exemplar von Yanqui Doodle. Wenn im Sommer Liebe ist der Plan hinzukommt, ist die Werkausgabe vollständig und Jürgen schwärmte bereits vom nachfolgenden Essay-Band sowie dem Schriftwechsel mit Ursula K. LeGuin. Kostproben davon fanden sich ja schon in der Biographie und ich freue mich ebenso darauf wie auf ihre Gedichte.

 

Wer bisher Angst hatte, dass diese editorische Großtat scheitern könnte, kann nun getrost zugreifen und sie komplett erwerben. Es gibt nur Gründe dafür.


Fast waren wir schon hinfort als uns ein Gesicht in der Menge bekannt vorkam und tatsächlich stand da Alf Ator, presseumdrängt. Er hatte wohl The noch Besteren vorgestellt und auf der Rückfahrt nach Berlin wurde den Unwissenden erklärt, welche genialen Textzeilen Alf für Knorkator verfasste.

Unsere Ausbeute konnte sich sehen lassen. Wenn nichts dazwischen kommt, loben wir auch nächstes Jahr wieder unser Lesereich Leipzig.

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Die Leipziger Buchmesse 2015


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Erstellt: 15.03.2015, zuletzt aktualisiert: 28.05.2024 21:44, 13862