Akai Tenshi, Band 2

Rezension von Christel Scheja

 

Normalerweise ist Makoto Tateno mehr im Genre der Boys Love unterwegs. Daher ist es um so ungewohnter, sie nun einmal in einem ganz anderen Genre agieren zu sehen. Denn die zweibändige Serie „Akai Tenshi“ ist Mystery reinsten Wassers, in der auch Frauen eine größere Rolle spielen.

 

Nach dem Debakel in der letzten Stadt, die El und sie erstmals in Berührung mit dem geheimnisvollen Kinsei gebracht haben, hofft Mika in der nächsten ihren Frieden zu finden und so weiterzuleben wie sie es schon die Jahre zuvor getan hat. Doch es kommt anders als sie denkt, denn in der Schule geht gleich ein Mädchen auf sie zu und bietet ihr offen an, sich an ihr zu nähren, denn sie sei nur „Futter“. Und sie bleibt nicht die einzige.

Zusammen mit ihrem Bruder findet sie heraus, dass alle, die sich als Nahrung anbieten einen seltsamen Drachenring tragen. Verkauft wurden diese in einem geheimnisvollen Laden, der als „Betat Etam“ bekannt ist. Als Mika diesen Ort genauer unter die Lupe nimmt, entdeckt sie, dass er Kinsei gehört.

Der Fremde scheint ihr vertrauter denn je, denn er lässt Erinnerungen und Wissen in ihr anklingen, die ihr Angst machen. Erstmals ist auch El keine große Hilfe, denn er scheint weitaus mehr zu wissen und diese Geheimnisse von Mika fern halten zu wollen. Doch ist das Aufeinandertreffen mit Engeln und Dämonen wirklich aufzuhalten, das sich immer deutlicher ankündigt? Muss Mika wirklich davor geschützt werden, die ganze Wahrheit zu erfahren?

 

Immerhin bekommt Makoto Tateno im zweiten Band etwas das Wirrwarr in den Griff, indem sie das Vampirthema sehr schnell hinter sich lässt und mehr auf die Engelsmystik konzentriert, die bereits im ersten Band erkennbar wurde. So ist die Geschichte weitaus klarer strukturiert und ergibt insgesamt auch ein wenig mehr Sinn.

Dennoch kann sie auch jetzt nicht verleugnen, dass sie sich in anderen Genres heimischer fühlt und besser in diesen bewegen kann. Das klingt vor allem dann an, wenn sie die Beziehungen zwischen einigen Engeln etwas genauer beleuchtet und es dabei nicht lassen kann, diverse Andeutungen einzuflechten.

Alles in allem ist der zweite Band immer noch etwas steif und stakst von einem gängigen Klischee zum anderen, aber neben der Stimmung ist diesmal auch die Spannung halbwegs in Ordnung und das Ende kann sogar angenehm überraschen, da es einen besonderen Twist besitzt. Auch die Figuren bekommen ein wenig mehr Profil.

Die Zeichnungen hingegen sind typisch für die Künstlerin und nicht besser oder schlechter als in anderen Geschichten aus ihrer Feder.

 

Alles in allem ist der abschließende Band von „Akai Tenshi“ besser als sein Vorgänger und rettet den Zweiteiler so noch. Allerdings merkt man noch immer, dass sich Makoto Tateno das erste Mal in einem ihr fremden Genre bewegt und so doch nicht über solides Mittelmaß heraus kommt, was Spannung und Mystery betrifft.

 

Eure Meinung:


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Comic:

Akai Tenshi (Bd. 2)

Autorin & Künstlerin: Makoto Tateno

Akai Tenshi, Japan 2004

Ema, erschienen Dezember 2011

Manga-Taschenbuch, 224 Seiten

Übersetzung aus dem Japanischen von Ai Aoki

ISBN-10: 3770474244

ISBN-13: 978-3770474240

Erhältlich bei Amazon


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zuletzt aktualisiert: 20.04.2019 08:39 | Users Online
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