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Akihabara Shojo, Band 2

Rezension von Christel Scheja

 

Offenbar sind in Japan zwischenmenschliche Entwicklungen möglich, die im westlichen Ausland undenkbar scheinen. Denn auch „Akihabara Shojo zeichnet nach den „wahren“ Aufzeichnungen eines jungen Mannes humorvoll dessen „Leidensweg“ an der Seite der Frau, nach, in die er sich verliebt hat. Das Mädchen ist allerdings eine bekennende Otaku und Liebhaberin von „Boys Love“.

 

Der chronisch abgebrannte Student Taiga hat über den Sommer eine Stelle im Lager einer kleinen Firma angenommen und dort die im Büro arbeitende Yuiko kennen und lieben gelernt. Allerdings findet er erst, als das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, dass diese sehr seltsame Ideen und Lebensphilosophien hat, die er nicht so recht nachvollziehen kann. Als sie ihm gesteht, eine fanatische Leserin und Liebhaberin von „BL“ zu sein, versteht er sie noch falsch.

Erst als sie ihn mit den Helden aus ihren Comics zu vergleichen beginnt und besonders auf seine Lesebrille zu stehen scheint, begreift er, dass seine Rivalen nicht die Männer aus Fleisch und Blut, sondern die gezeichneten Figuren aus den Phantasiewelten der Mangas sind. Trotzdem lässt er sich nicht beirren und bleibt ihr treu, denn immerhin sind das keine realen Menschen, die ihm das Mädchen abspenstig machen.

Er versucht sogar selbst eine Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Männern aus einer ihrer Lieblingsserien zu schreiben und auch sonst für sie da, selbst wenn sie an seinem Rechner nur ein Dating Game spielen will, da ihr eigner kaputt gegangen ist.

Seine Kumpels amüsieren sich eher über Yuiko und ihre Marotten und ziehen Taiga damit auf. Sie ahnen allerdings nicht, dass sie inzwischen selbst in dem Kopfkino der jungen Frau miteinander verkuppelt werden, Das hat Folgen.

 

Weiter geht es mit der humorvollen Geschichte um eine weibliche Otaku, die gar nicht so richtig mitbekommt, was eigentlich wirklich um sie herum vor sich geht. Die Geschichte konzentriert sich diesmal allerdings mehr auf Taiga, und zeigt die Veränderungen, die für ihn durch diese Beziehung anstehen.

Humorvoll und mit einem Augenzwinkern erzählt das Künstlerteam die Geschichte um einen ganz normalen jungen Mann und seine Freundin, die nur die Fiktion im Kopf hat, und das reale Leben gar nicht mehr so wahr nimmt wie sie sollte, dabei werden viele Klischees aus dem romantischen Genre auf den Kopf gestellt.

Dabei geht die schräge Situationskomik niemals unter die Gürtellinie, sondern eher liebevoll mit den Eigenheiten der fanatischen Otaku um.

Die Leser dürfen glücklicherweise über beide Figuren gleichermaßen schmunzeln, denn auch der naive und gutherzige Held wird schon einmal ganz gerne durch den Kakao gezogen – vor allem im Zusammenspiel mit seinen Freunden und Kommilitonen.

 

Dadurch hebt sich „Akihabara Shojo“ auch im zweiten Band noch angenehm von der Masse der Mangaromanzen ab und bietet liebevoll gestaltete und gelungene Abwechslung von sämtlichen Klischees.

 

Eure Meinung:


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Comic:

Akihabara Shojo Band 2

Autorin & Künstlerin: Rize Shiba & Pentabu

Aus dem Japanischen von Claudia Peter

Original: Fujoshi Kanojo, Vol.2, Japan 2007

Manga-Taschenbuch, 176 Seiten

Egmont Manga & Anime, 06/2009

ISBN-10: 3770470745

ISBN-13: 978-3770470747

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 12.09.2009, zuletzt aktualisiert: 15.09.2018 12:40