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Aller Anfang ist Hölle von Jana Oliver

Reihe: Die Dämonenfängerin, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Jana Oliver wurde zwar in Iowa geboren und ist dort aufgewachsen, lebt und arbeitet aber heute in Atlanta. Die junge Autorin ist bereits preisgekrönt und liebt es, gruslige alte Legenden zu recherchieren und auf alten Friedhöfen herum zu wandern.

So hat sie sich wohl auch zu ihrer Serie um „Die Dämonenfängerin“ inspirieren lassen, die mit „Aller Anfang ist Hölle“ beginnt.

 

In einer nicht all zu fernen Zukunft, genauer im Jahr 2018 droht die Erde im Chaos zu versinken, denn Luzifer, der Herr sieht seine Chance gekommen und entlässt immer mehr Dämonen in den Städten, so dass die Menschen bald nicht mehr aus oder ein wissen und viele staatliche und soziale Systeme wie die Schulen zusammenbrechen.

Nur ein Berufsstand tritt aus den Schatten hervor und zieht viele Leute an, die ihre Arbeit durch die Rezession verloren haben: Dämonenjäger und –fänger. Auch der ehemalige Lehrer Paul Blackthorne ist mit dabei und gehört mit zu den Besten seines Faches. Aus diesem Grund durchbricht er auch eine ungeschriebene Regeln. Als erste Frau ist seine Tochter Riley mit dabei und schlägt sich recht gut, auch wenn sie nicht immer Glück oder Erfolg hat.

Als sie bei einem Job in einer Bibliothek versagt, und ihr Vater eingreifen muss, um den Biblio-Dämon einzufangen, scheinen die konservativen Jäger, die nichts von ihr halten, Oberwasser zu gewinnen, doch das Mädchen ist nicht bereit, klein beizugeben und macht weiter. Dabei wird sie auch von Beck unterstützt, dem früheren Lehrling ihres Vaters, der sie auf ganz eigene Weise sieht.

Ihre große Bewährungsprobe kommt allerdings, als ihr Vater überraschend bei einem Einsatz stirbt. Nun muss sie gleich doppelt zeigen, was sie kann – sich ausgerechnet an der Seite ihres größten Gegners weiter als Dämonenfängerin in Ausbildung zu beweisen und auf der anderen Seite den Körper ihren Vater beschützen, der bis zum nächsten Vollmond für die überall aktiven Nekromanten interessant ist. Und das ist nur der Anfang eines größeren Abenteuers, denn sie kommt auch düsteren Geheimnissen auf die Spur.

 

„Aller Anfang ist Hölle“ beginnt mit einer actionreichen Szene und wird auch ähnlich spannend weiter geführt. Die Autorin hält sich nicht erst lange mit Einführungen und Vorstellungen auf, sondern gibt die notwendigen Informationen immer dann, wenn es für das Verständnis wichtig wird. Das sorgt für ein hohes Tempo in der Geschichte und lässt den Leser nur selten Atem holen.

Zwar gesteht die Autorin ihrer Heldin auch gewisse Gefühle und Teenagerträume zu – sie darf einen gewissen Simon anhimmeln, der wie sie einer der wenigen Dämonenfängerazubis ist, aber die Romanze bekommt nicht wirklich viel Raum geboten.

Viel mehr Raum bekommt das Abenteuer, zusammen mit Rileys Kampf um Anerkennung bei den Erwachsenen und ihr steiniger Weg zum Erwachsenwerden, bei dem sie nur von wenigen Freunden begleitet wird und auch denen nicht ganz so traut, wie sie eigentlich könnte.

Sicherlich geht die Autorin bei der Figurenzeichnung nicht ganz so in die Tiefe wie sie könnte, aber sie charakterisiert doch gerade Riley und Beck so genau, dass man glaubt lebendige Menschen vor sich zu haben.

Der Roman verbindet dabei überraschenderweise gleich zwei aktuelle Trends miteinander – zum einen die auslaufende Welle paranormaler Geschichten, in denen Dämonen und Engel eine gewisse Rolle spielen, zum anderen ist die Welt, in der sie lebt nahe an der Apokalypse und erinnert in der Gestaltung sehr an die Dystopien, die jetzt immer mehr in Mode kommen. Jana Oliver gelingt es, beides miteinander zu kombinieren und die vertrauten Elemente dennoch sehr angenehm und erfrischend miteinander zu kombinieren.

Das Ende ist zwar ziemlich offen, aber nicht so unbefriedigend wie manche andere, denn durch die zahlreichen Andeutungen und Hinweise hat man Blut geleckt und ist mehr als neugierig auf die Fortsetzung.

 

„Aller Anfang ist Hölle“, der erste Band von „Die Dämonenfängerin“ ist nicht nur für junge, sondern auch erfahrene Leser interessant, da die Autorin das Abenteuer in den Mittelpunkt stellt und ein sehr interessantes Szenario erschaffen hat, das einiges an Potential besitzt.

Es bleibt zu hoffen, dass sie das in den nächsten Bänden auch ausschöpft und nicht der irrigen Meinung verfällt, sich letztendlich doch wieder auf die Liebesgeschichte versteifen zu müssen.

Eure Meinung:


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Buch:

Aller Anfang ist Hölle

Autorin: Jana Oliver

Reihe: Die Dämonenfängerin Band 1

Original: The Demontrapper’s Daughter, USA 2011

gebunden, 538 Seiten

Fischer, September 2011

Übersetzerin: Maria Poets

Titelbild: Hauptmann und Kompanie

 

ISBN-10: 3841421105

ISBN-13: 978-3841421104

 

Erhältlich bei Amazon

 

Kindle-ASIN: B005MY95RS

 

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Erstellt: 05.10.2011, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 10:59