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Blaue Rosen, Band 1

Rezension von Christel Scheja

 

Eifrige Leser der Mangas von Mayu Shinjo werden sehr schnell erkennen, dass es sich bei „Blaue Rosen“ um die Vorgänger-Serie von „Ai Ore – Love me!“ handelt und keine eigenständige Saga.

Während in „Ai Ore“ die beiden Hauptfiguren bereits in ihrer Band aktiv sind und sich eher damit beschäftigen, ob und wie sie einander lieben wollen, müssen sie sich in „Blaue Rosen“ erst einmal kennen lernen und dann gehörig zusammen raufen.

 

Weil er ein zarter und femininer Junge ist, der von den Schulkameraden nicht so ganz ernst genommen und gerne als „Prinzessin“ bezeichnet wird, leidet Akira still vor sich hin und spricht nicht viel über seine geheimen Wünsche und Träume.

Sein Vorbild ist die burschikose Bandleaderin Mizuki, die für ihn die Coolness verkörpert, die er gerne hätte. Ein bisschen hat er sich auch in sie verliebt und sehnt sie danach, sie genauer kennen zu lernen. Doch bisher weiß er einfach nicht, wie er sich mit ihr treffen soll und kann. Denn es gibt ein großes Problem: Wie soll er das anstellen, wenn sie ihn nicht einmal eines Blickes würdigt, so dass er eine Möglichkeit hätte, sie anzusprechen?

Doch schneller als erwartet kommt seine große Chance: Die Leadsängerin von „Blaue Rosen“ muss die Band aus persönlichen Gründen verlassen. Deshalb ist ist Mizuki auf der Suche nach einem passenden Ersatz. Sie schreibt ein Casting aus, für das sich jeder bewerben kann.

Akira beschließt zu handeln und verkleidet sich als Schulmädchen, um an den Proben teilnehmen zu können. Mizuki durchschaut zwar seine Maskerade recht schnell, gibt ihm aber dennoch eine Chance, da er überraschenderweise ihren Vorstellungen von einer Leadsängerin entspricht. Außerdem bewundert sie seine Hartnäckigkeit.

 

Mayu Shinjo erzählt von einem steinigen Weg zu einem heiß ersehnten Ziel, wenn auch recht konventionell. Sie garniert die Geschichte mit den üblichen Klischees, wenn auch diesmal die Rollen vertauscht sind und das zarte männliche Wesen voller Emotionen den weiblichen Macho herum zu kriegen versucht.

Allerdings fällt der Tausch der Geschlechterrollen nicht ins Gewicht, da die Verhaltensmuster sind die gleichen wie im umgekehrten Verhältnis sind und sich auch die Sprüche nicht sonderlich von dem unterscheiden, was sie sonst in ihre Geschichte Pakt. Diesmal wirken die Klischees allerdings stellenweise sehr aufgesetzt, gewisse „lustig-peinliche“ Situationen sind eher albern.

Leider ist der Auftakt von „Blaue Rosen“ nicht gerade innovativ oder variantenreich, so dass es wenig Hoffnung auf Änderung gibt. Sex spart sie sich übrigens auch wieder, da dieser nun wirklich fehl am Platz wäre.

 

Vielleicht werden sich die Leser von „Ai Ore“ über die Vorgeschichte „Blaue Rosen“ freuen können, alle anderen Leser werden nur die üblichen Klischees und Archetypen der Crossdressing-Stories in gewohnter Weise wiederfinden.

 

Eure Meinung:

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Comic:

Blaue Rosen (Bd. 1)

Autorin & Künstlerin: Mayu Shinjo

Aus dem Japanischen von Christine Steinle

Ai wo utau yori ore ni oborero!, Vol. 1, Japan 2006

Manga-Taschenbuch, 192 Seiten

Egmont Manga & Anime, 07/2010

ISBN-10: 377047208X

ISBN-13: 978-3770472086

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 23.08.2010, zuletzt aktualisiert: 20.04.2019 08:39