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Die Magierin des Windes von Misty Massey

Rezension von Christel Scheja

 

Die in South-Carolina lebende Misty Massey hat durch eine Schreibwerkstatt erst den Mut gefunden, Romane zu schreiben und auch bei Verlagen einzureichen. So hat ihr Debüt „Die Magierin des Windes“ seine Existenz in erster Linie ihrem direkten Umfeld zu verdanken, die ihr Mut machten, es doch einfach zu versuchen.

 

Falkin ist stolz darauf, schon seit vielen Jahren der Crew der „Vogelfrei“ anzugehören und inzwischen sogar zur ersten Maatin aufgestiegen zu sein, denn sie hatte es in ihrem Leben nicht immer leicht. Als kleines Kind verlor sie ihre Eltern, weil diese sie nicht an die „Danisober“ ausliefern wollten, der mächtigen Magiergilde, die alle Kinder mit besonderen magischen Begabungen einfordert und nicht mehr hergibt. Viele Jahre gelang es ihr, als Straßenkind zu überleben, bis sie schließlich Aufnahme auf dem Piratenschiff von Kapitän Binns findet.

So führt sie ein angenehmes Leben, das zwar immer wieder davon überschattet ist, dass ihr Handwerk auffliegt, sie aber die meiste Zeit sicher vor den Magiern ist, die immer noch Interesse an ihr haben könnten.

Doch dann geschieht das Unerwartete. Bei einem Landgang in der eigenen Heimatstadt wird Kapitän Binns verhaftet und der Piraterie beschuldigt. Ganz offensichtlich hat ein Mann seine Finger mit im Spiel, der erst kurz zuvor einen Handel mit ihnen beiden abschließen wollte – der so zwielichtige wie charmante McAvery. Auch Falkin fällt einem Kopfgeldjäger in die Hände, der sie zu den „Danisober“ bringen will, doch sie kann gerade noch entkommen und in die Stadt zurück kehren.

Wütend und verletzt schwört sie, ihren Kapitän, den sie in den vergangenen Jahren sehr lieb gewonnen hat, zu befreien und sich an McAvery zu rächen – nicht ahnend, dass sie sich damit noch tiefer in eine Intrige verstrickt, die viel weiter reicht als gedacht und auch einige Personen in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt – selbst sie.

 

„Die Magierin des Windes“ ist eher ein Abenteuerroman als magische oder gar romantische Fantasy. Man merkt, dass sich Misty Massey ein wenig an den klassischen Piratenfilmen orientiert hat. Nicht nur das Stadtsetting erinnert an eine Mischung aus Port Royal und Tortuga, auch das Leben auf See und der Umgang der Schiffsbesatzungen miteinander. Nur auf Seeschlachten muss man weitestgehend verzichten.

Dazu kommt eine Verschwörung, deren wahres Ausmaß sich Stück um Stück enthüllt, ein geheimnisvoller Fremder, der seine Karten nur sehr zögerlich auf den Tisch legt und nicht zuletzt ein gewisses Charisma hat.

Immerhin spart sich die Autorin die obligatorische Romanze. Es mag zwar kurzfristig zwischen der jungen Heldin und ihrer scheinbaren Nemesis knistern, aber sie hält ihre Aufgabe für wichtiger und hat keine Zeit für irgendwelche Gefühle.

Ansonsten bietet Misty Massey einen interessant gemischten Cocktail aus einerseits bekannten Situationen, die dann aber auch wieder anders als erwartet gelöst werden, lockt die Leser auf die ein oder andere falsche Fährte und enthüllt am Ende das wahre Ausmaß der Intrigen. Zwar wirkt das ein oder andere Motiv der Bösewichte etwas aus dem Arm geschüttelt ist aber nicht so unglaubwürdig wie befürchtet. Denn auch wenn die „Danisober“ immer wieder erwähnt werden – so eine große Bedeutung spielen sie im Roman doch nicht.

 

Alles in allem ist „Die Magierin des Windes“ mehr ein Piraten-Intrigen-Abenteuer-Roman als eine magische Romanze, solide geschrieben und mit einigen Überraschungen garniert, die doch neugierig auf weitere Romane der Autorin machen. Ob diese wieder mit Falkin sein werden bleibt offen, da das Buch zwar in sich geschlossen ist, aber durchaus weitergeführt werden kann.

 

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Buch:

Die Magierin des Windes

Autor: Misty Massey

broschiert, 460 Seiten

Blanvalet, München, erschienen April 2010

Übersetzung aus dem Englischen von Maike Claußnitzer

Titelbildgestaltung von Hildendesign

ISBN-10: 3442267587

ISBN-13: 978-3442267583

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 29.06.2010, zuletzt aktualisiert: 13.07.2019 19:34