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Die Pferdelords und die Barbaren des Dünenlandes von Michael H. Schenk

Reihe: Die Pferdelords Bd. 3

Rezension von Christel Scheja

 

Auf zwölf Bände hat Michael H. Schenk seine Saga um „Die Pferdelords“ angelegt und so genug Zeit, um den Kontinent, die Völker und Kreaturen, die Mythen und Geschichte der einzelnen Rassen zu beschreiben, zu entwickeln und ähnlich wie sein großes Vorbild J.R.R. Tolkien eine epische Geschichte zu erzählen. Dabei bedient er sich bewusst vieler Elemente aus dem Fantasy-Klassiker, spinnt darum aber eine Geschichte, die von Band zu Band eigenständiger wird.

Das zentrale Volk der Saga sind die „Pferdelords“, die nicht ohne Grund an die „Reiter von Rohan“ erinnern. Vor allem die Bewohner der Hochmark bewahren noch die alte und unverfälschte Kultur ihres Volkes ohne jedoch dabei die Augen weiter vor dem zu verschließen was rund um sie herum passiert. Vor allem nicht, seit die Orks in das Land der Pferdelords eingedrungen sind und mit ihren Heeren bereits vor Burg Eternas gestanden haben. Seither setzen sich Fürst Garodem und seine Reiter für das Wohl der Völker ein und unterstützen diese, so gut sie können. Denn sie haben in den ersten Kämpfen eine Erfahrung gemacht: Nur gemeinsam sind die Völker des Lichts stark genug, um die Orkhorden und nicht zuletzt auch die grauen Wesen zu besiegen, die sich unter das Banner des geheimnisvollen „Dunklen Lords“ gestellt haben.

 

Mehr als jedes andere Symbol des Reitervolkes könnte das Banner des ersten Königs den Mut und die Entschlossenheit der Pferdelords stärken. Doch es verschwand vor vielen Jahrhunderten bei der Flucht aus der alten Heimat, die von der Wüste und ihren feindseligen Bewohnern erobert wurde.

Immer wieder haben Beritte tapferer Pferdelords versucht, es zu finden, sie verschwanden aber spurlos in der sandigen Einöde. So ist es auch der Gruppe ergangen, die der junge König erst vor ein paar Monaten ausgesandt hat. Anders als früher will man aber das ganze nicht auf sich beruhen lassen, sondern deren Schicksal ergründen.

So brechen ein paar mutige Freiwillige, zu denen auch Nedeam und Dorkemund gehören, die schon mehrfach bewiesen haben, dass sie gemeinsam mehr ausrichten können, als so manche Gruppe. Sie stellen sich den Gefahren, die ihnen durch Sand und Hitze aber auch die barbarischen Menschenstämme drohen.

Derweil braut sich auch am Hofe des Königs der Reiternation Unheil zusammen, denn alle Anzeichen deuten darauf hin, das auch der graue Zauberer, der bisher treu zu den Pferdelords gestanden hat, ein Verräter ist. Necheams Mutter Meowyn, die befreundeten Elfengeschwister und andere treue Gefährten aus der Hochmark werden unerwartet und schmerzvoll in den Machtkampf hinter die Kulissen gezogen, der eine ganze Nation zum Untergang verurteilen könnte, wenn man ihm nicht rechtzeitig Einhalt gebietet.

 

Sicherlich verwendet Michael H. Schenk viele Elemente aus dem „Herrn der Ringe“ und beschwört gerade durch die Beschreibungen des Lebens in der Hochmark immer wieder Bilder aus den Filmen in den Köpfen seiner Leser herauf, aber er kopiert nicht sklavisch die Muster und Handlungsstränge der klassischen Geschichte, sondern baut auf den bereits bekannten Versatzstücken eine eigenständige Geschichte auf. Zwar ziehen sich die Machenschaften des „Dunklen Lords“ und seiner Getreuen weiter wie ein Roter Faden durch die Geschichte, aber sie sind noch nicht das Hauptthema der Abenteuer der Pferdelords.

Die müssen sich erst einmal den unterschiedlichsten Herausforderungen stellen, um später vielleicht einmal auf die Verbindungen zurück greifen zu können, die sie mit den unterschiedlichsten Völkern schließen. So ist auch „Die Pferdelords und die Barbaren des Dünenlandes“ nicht nur ein Blick in die Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft. Erstmals gelingt es einer mutigen Schar, nicht nur das Schicksal ihrer Vorgänger zu ergründen, sondern auch eine Spur des Banners zu finden und ihren Feinden nicht nur auf dem Schlachtfeld und in Klingenweite zu begegnen.

Der Autor nimmt sich sehr viel Zeit, die Kultur und das Denken seiner Völker zu beschreiben um so ein differenzierteres Bild von ihnen zu schaffen, denn die Bewohner des Dünenlandes sind anders als die Orks nicht nur böse, sondern einfach nur in ihren eigenen Traditionen gefangen.

Durch die vielen Details kommt die Handlung nicht immer so schnell voran, wie man es sich wünschen würde, aber sie lassen sie nicht erlahmen. Allein das Ende kann nicht so ganz überzeugen, da es sich der Autor etwas zu einfach macht, um seine Helden aus der misslichen Lage zu befreien – aber ansonsten überzeugt er durch eine gute Mischung und die lebendige Abenteuergeschichte. Auch die Figuren haben sich durch ihre Abenteuer weiter entwickelt und sind nicht mehr nur Archetypen.

 

Wie seine Vorgänger bietet auch „Die Pferdelords und die Barbaren des Dünenlandes“ solide Unterhaltung, die sich an alle Fans epischer Fantasy im Stil der „Herr der Ringe“-Filme wendet. Man sollte die vielen Ähnlichkeiten zu Tolkiens Epos nicht als störend empfinden sondern eher als Vorteil werden, da man sich durch die Filme das Setting bildlich genau vorstellen kann.

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Die Pferdelords und die Barbaren des Dünenlandes

Reihe: Die Pferdelords Bd. 3

Autor: Michael H. Schenk

broschiert, 636 Seiten

Mira, Hamburg, erschienen August 2007

Titelbildgestaltung sowie Illustrationen und Karten von pecher und soiron, Alexander Jung

ISBN 978-3-89941-358-8

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 10.06.2008, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35