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Die Tochter von Avalon von Meg Cabot

Rezension von Christel Scheja

 

Schon lange hat eine ganz bestimmte Spielart der Fantasy einen neuen Namen verdient, um sie besser zu charakterisieren und von den üblichen phantastischen Werken abzugrenzen: Es geht um die Geschichten, in der offenkundig eine Liebesgeschichte im Vordergrund steht und nicht das mystische Element, in dem die Helden nicht eine Aufgabe erfüllen, sondern in erster Linie zusammen finden müssen. Und dazu ist es nicht einmal nötig, die gute alte Erde und unsere Gegenwart zu verlassen. Offensichtlich ist man endlich darauf gekommen, die Begriffe „Romantic“ und „Fantasy“ zusammen zu ziehen - heraus kommt „Romantasy“.

 

Ellie zieht mit ihren Eltern von Washington DC in eine verschlafene Kleinstadt, um dort in Ruhe ihrem Forschungsjahr nachzugehen und neue Bücher zu verfassen. Ellie ist wenig begeistert über den Umstand, denn das bedeutet, dass sie sich wieder an eine neue Schule gewöhnen und Freunde suchen muss.

Es reicht ihr schon, den Kopf von den Eltern mit altenglischer Literatur vollgestopft zu bekommen und sie hasst es ewig an die „Lady of Shalott“ erinnert zu werden, nach der sie benannt worden ist.

Aber immerhin hat das Haus, in das sie ziehen einen Pool. Dieser wird noch in den Sommerferien zu Ellies Lieblingsaufenthaltsort. Dort kann sie sich treiben lassen und einfach nur träumen.

Ihr friedliches Leben wird aber erschüttert, als sie beim Joggen einem Jungen begegnet, dessen Blick ihr durch Mark und Bein geht. Nur wenige Tage später erfährt sie bei der Einschulung, dass er A. Will Wagner, der Quarterback des Footballteams in der Avalon High und schon seit längerem mit der hübschen Chefin der Cheerleader - Jennifer Gold - liiert ist.

Ellie ist jetzt nicht so, dass sie den jungen Mann seiner Freundin abspenstig machen will, das passiert schon von selbst, denn Jennifer hat sich in Wills besten Freund verliebt und schmust heimlich mit ihm herum - und es scheint so, als suche der Schwarm vieler Schülerinnen gerade zu ihre Nähe.

Dann aber passieren seltsame Dinge. Durch einen Lehrer kommt Elle auf eine unheimliche Idee. Könnte es sein, das eine alte Legende ausgerechnet in ihrer Schule wieder zum Leben erwacht ist? Doch welche Rolle nimmt sie dann in dem Drama um König Artus, Guinivere und Lancelot ein? Denn sie hat ganz und gar nicht das Gefühl die hilflose und opferbereite Elaine von Astolat zu sein, die aus Gram über den Verrat ihres Mannes ins Wasser ging, sondern etwas ganz anderes.

 

Die Inhaltsangabe verrät es - bis auf einige wenige mystische Andeutungen, Namensgleichheiten und Konstellationen bekommen wir hier im Prinzip eine ganz normale Liebesromanze zwischen Schülern präsentiert, und dazu auch nicht einmal eine besonders tiefgründige. Dementsprechend oberflächlich sind die Figuren charakterisiert.

Das Gerede von der Wiedergeburt des König Artus in Will Wagner wirkt aufgesetzt, auch die wenigen phantastischen Begebenheiten sind eher blass beschrieben - das was funktioniert und mit flottem Stil erzählt wird, ist schlichtweg allein die märchenhafte Romanze zwischen der eigenwilligen Außenseiterin und dem beliebtsten Jungen der Schule, der eigentlich ganz anders sein will als man von ihm wünscht. Was aber soll man auch anderes von einer Autorin erwarten, die sich für Romanvorlagen für romantische Teeniekomödien wie „Plötzlich Prinzessin“ von Disney verantwortlich zeichnet?

 

„Die Tochter von Avalon“, im Original übrigens „Avalon High“, ist genau das, was der Untertitel verspricht - eine romantische und märchenhafte Liebesgeschichte für junge Mädchen, die eigentlich so gut wie keine phantastischen Elemente vorweisen kann, weil ihr andere Dinge viel wichtiger sind.

 

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Die Tochter von Avalon

Autorin: Meg Cabot

Broschiert, 318 Seiten

Blanvalet, erschienen Januar 2008

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Patricia Woitynek

Titelbild von Oliver Ponsonnet

ISBN-10: 3442244544

ISBN-13: 978-3-442-24454-6

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 19.02.2008, zuletzt aktualisiert: 18.07.2019 19:45