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Marvel Must-have: Civil War

Rezension von Ingo Gatzer

 

Rezension:

Als der Einsatz eines Superheldenteams schief läuft und zahlreiche zivile Opfer kostet, werden die Rufe nach einer Registrierungspflicht für Superhelden laut. Doch diese vermeintliche höhere Sicherheit für die Öffentlichkeit könnte für zahlreiche Helden mit einer geheimen Identität sowie für ihre Freunde und Angehörige ein hohes Risiko bedeuten. Die verpflichtende Registrierung spaltet deshalb die kostümierten Helden in zwei Lager. Schon bald erheben ehemalige Verbündete wie Captain America und Iron Man die Hand gegeneinander. Schnell eskaliert der Streit.

 

Mit dem Sammelband Civil War hat Panini unter den Label Marvel Must-Have die siebenteilige Hauptgeschichte des Crossover-Events »Civil War« neu aufgelegt. Dieses hatte dem Comicverlag im Jahr 2006 Rekordverkäufe beschert. Auch heute noch kann das Szenario auf ganzer Linie überzeugen. Star-Autor Mark Millar – bekannt unter anderem durch seine Arbeit an Die Ultimativen und Kick-ass – liefert nämlich eine intelligente Geschichte, in deren Zentrum eine spannende sowie für alle Leserinnen und Leser nachvollziehbare Fragestellung steht. Hier kämpfen nicht – wie sonst so oft – einfach nur »Helden« gegen »Schurken«, sondern zwei Parteien gegeneinander, die für ihre Meinung gute Argumente haben. Aus diesem Gedankenspiel entwickelt sich eine packende Story, die es in leicht abgewandelter Form bekanntlich auch in das Marvel Cinematic Universe geschafft hat. Dabei gelingt es Millar – mit Unterstützung zahlreicher namhafter Autoren – die einzelnen Superhelden mit ihren jeweiligen Überzeugungen glaubwürdig zu integrieren. Zahlreiche Wendungen, bei denen Millar immer neue Steigerungen regelrecht zelebriert, und ein Endkampf mit überraschendem Finale veredeln das Marvel-Event.

 

Auch die zeichnerische Umsetzung kann sich mehr als sehen lassen. Steve McNiven (Spider-Man und die neuen Rächer, Wolverine: Old Man Logan) gestaltet die Superhelden sehr ansprechend und mit hohem Wiedererkennungswert. Dabei legt er besonderen Wert auf die ausdrucksstarke Mimik seiner Charakter. Lediglich die Figur des Namor überzeugt optisch nicht ganz. Die Panels wirken sehr cineastisch – etwa wenn McNiven Perspektiven immer wieder variiert oder durch eine Naheinstellung geschickt Details verdeutlicht. Auch die Action-Szenen orchestriert er gekonnt und maximiert ihre Wirkung, indem er Höhepunkte in seitenfüllenden Bildern darstellt. Kurzum: Großes Kino in Comicform.

 

Die Präsentation des Bandes ist dem Inhalt absolut angemessen. Panini liefert das Comic nämlich nicht nur als hochwertiges Hardcover, sondern auch mit reichlich Bonusmaterial. Das beginnt mit gleich zwei Vorworten, die vom Szenarioschöpfer Mark Millar sowie vom Genrekenner Christan Endres stammen. Dazu kommen eine Reihe von hervorragend gezeichneten Variant-Covern, die aus der Feder von Michael Turner stammen. Zudem erhalten Leserinnen und Leser einen Blick hinter die Kulissen, eine Timeline, in der die Ereignisse zeitlich eingeordnet werden, Lektüretipps sowie erläuternde Anmerkungen. Hier bleiben einfach keine Wünsche offen.

 

Fazit:

»Civil War« hat als Meilenstein das Prädikat »Marvel Must-have« auf jeden Fall verdient und ist bis heute eines der interessantesten und intelligentesten Crossovers von Marvel. Wer den Band noch nicht im Regal stehen hat und sich nur im Entferntesten für Superhelden interessiert, sollte hier zugreifen.

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Eure Meinung:

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Comic:

Marvel Must-Have: Civil War

Autor: Mark Millar

Zeichner: Steve McNiven

Panini, Juli 2020

Hardcover, 212 Seiten

 

ISBN-10: 3741616605

ISBN-13: 978-3741616600

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 03.08.2020, zuletzt aktualisiert: 23.10.2020 16:12